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Peshawar & Swat – Mein Besuch bei den Paschtunen

mein besuch bei den paschtunen

Die Paschtunen sind ein Volk, das in Pakistan und Afghanistan lebt. Ihr ursprüngliches Stammesgebiet wurde durch die Briten (Durandlinie) geteilt. Die Paschtunen sind ein sehr traditionsbewusstes und stolzes Volk, aber ihre Herzlichkeit kennt keine Grenzen und Gastfreundschaft ist ihnen sehr wichtig. Mein Besuch bei den Paschtunen war definitiv eine der tollesten  Erfahrungen auf meiner Pakistanreise!

Peshawar

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich nach Peshawar der paschtunischen Provinz Khyber Pakthunkhwa. Gegründet wurde sie vor etwa 2000 Jahren im Gandahara-Reich, das bis heute zahlreiche Spuren in der Region hinterlassen hat. Namenhafte Herrscher wie Alexander der Große, Großmogul Babur, Ranjit Singh und schließlich die Briten herrschten über die Stadt.

mein besuch bei den paschtunen

Die Tour startet man am besten von der Mahabat-Khan-Moschee:

Mahabat-Khan-Moschee

Sie wurde im 17. Jahrhundert während der Mogulherrschaft von den Gouvaneur von Peshawar Mahabat Khan errichtet. Bestehend aus weißem Mamor ist sie eines der größten Wahrzeichen der Stadt. Unter der Sikh-Herrschaft dienten ihre Minarette als Galgen für wiederspenstige Rebellen. Es wurden angeblich fünf Menschen am Tag (zu jeder Gebetszeit) aufgehängt. Das Innere ist wunderschön. Nicht immer ist die Moschee geöffnet, dann muss man nachfragen, ob man eingelassen werden darf.

Peshawar & Swat: ein besuch bei den paschtunen

Entlang der Manz-Cinema Road nach Westen stehen uralte Häuser (genannt Havelis) aus der Mogul- und britischen Herrscherzeit.

An der Chowk Yadgar (Platz der Erinnerung) gibt es die Gelegenheit, das einzigartig leckere Faloodah-Eis zu kosten.

Auf dem großen Platz zum Gedenken an die Gefallenen in den Indienkriegen befinden sich ebenfalls viele Wechselstuben. Von der britischen bis in die heutige Zeit ist der Platz berühmt für die vielen Geldwäscher, die hier ansässig sind.

mein besuch bei den Paschtunen chowk yadgar

Weiter geht es die große Straße den Basar Kalan entlang. Hier wurde kürzlich eine Foodstreet eingerichtet. Nirgends sieht du deutlicher, wie sich die Stadt wandeln und dem Tourismus öffnen will. Überall wird gebaut und resturiert. In den Seitenstraßen schließen zahlreiche andere Basare an, die du dir unbedingt einmal anschauen solltest, da sie noch sehr ursprünglich sind!

 

Sir Cunningham Clocktower

Auf den nach den Britischen Verwalter der Provinz benannte Uhrturm aus 1900 befindet sich auch eine Gedenktafel, der im 1. Weltkrieg gefallenen Einwohner.

Man folgt weiter der Basar-Kalan-Straße vorbei an den Fischständen. Kurz vor der Satian Moschee biegt man links in die Sethial-Straße ein. Hier verstecken sich weitere wunderschöne Havelis. Die Besitzer dieser Häuser waren reiche Händler oder Adelige.

Sethi House

Eines dieser Häuser wurde in ein Museum umgewandelt. Die Sethi´s waren steinreiche Händler die ihre Güter bis nach China und Zentralasien verkauften. Sie gaben auch finanzielle Unterstützung für die Moschee der Islamischen Universität in Peshawar. Das Haus verfügt über einen riesigen Innenhof mit wunderschönen Schnitzarbeiten, sowie viele buntverglaste Fenster durch die das Licht mystisch hindurchstrahlt. Außerdem solltest du dir eine Führung durch die riesigen, labyrinthartigen Kellergewölbe nicht entgehen lassen. Dort befand sich eine Küche, eine große Schatzkammer und natürlich viel Platz zur Lagerung der Handelsgüter.

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Thesil Park

Das letzte Stück des Basar Kalan führt in den Thesil Park. In dessen Zentrum befindet sich einer der wenigen in Peshawar übriggebliebenen Hindutempel. Da er immer noch von Gläubigen aufgesucht wird, steht er unter besonderen Schutz. Um Ärger mit der Zivilpolizei, die den Tempel sichert zu vermeiden, sollte man von einem Besuch in das Innere absehen. Außerdem befindet sich ein kleines Stadtmuseum im Park.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Hissar Fort

Errichtet unter den Durani Herrschern, wurde sie von den Sikhs und den Briten weiter ausgebaut. Nun befindet es sich in der Hand der Pakistanischen Armee und darf deshalb nicht fotografiert werden.

Islamia College University Peshawar

gegründet 1913 ist es eine der ältesten Universitäten Pakistans. An ihr wird Kunst, Sprache, Soziologie und moderne Wissenschaft gelehrt. Das Gebäude ist sogar auf der blauen 1000-Rupien-Note abgebildet.

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Bab e-Khyber, das Tor zum Khyber – Pass

Der berühmte Khyber Pass ist die einzige mögliche Verbindungsweg zwischen Afghanistan und Pakistan. So begaben sich schon zahlreiche Menschen auf diesem Weg. Große Eroberer, Händler aus aller Welt und zuletzt den Hippies aus den 70er Jahren.

Das Bab e-Khyber markiert den Anfang dieses Passes, welches auf der 10-Rupien-Note abgebildet ist. Vor nicht allzulanger Zeit befanden sich hier noch die Basare der Schmuggler und Drogenhändler. Nun ist das Gebiet militärisch befriedigt.

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Anreise:

Zug: Von Islamabad fährt der erste Zug um 7:00 Uhr nach Peshawar (350 Rupien)

Bus: Daewoo-Express von Islamabad und Lahore

Couchsurfing: Es ist wesentlich einfacher Peshawar zu erkunden, wenn man mit einem Einheimischen unterwegs ist. Peshawar hat eine stets wachsende Couchsurfing-Community, die sehr gut untereinander verbunden ist.

Swat

Das Swat-Tal ist als Schweiz Pakistans bekannt und ein wahres Meisterwerk der Natur. Jahrtausende herrschten hier die Buddhisten des alten Gandhara Königreichs, die viele Spuren in der Region hinterließen. Bis das Tal 11. Jahrhundert schließlich unter islamischer Herrschaft kam. Eine kurze Zeit hatte das Tal sogar einen eigenen König. Ende 2007 bis Mitte 2009 erlebte Swat eine dunkle Zeit, die Taliban nahmen das Gebiet in ihren Besitz und zerstörten nicht nur einige buddhistische Relikte, sondern auch jegliche touristische Struktur. Nun kommt der Tourismus langsam wieder zurück in die Region. Auch eine bis 2017 noch nötige Sondergenehmigung (NOC) wurde abgeschafft.

Mingora

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich zuerst nach Mingora. Die Stadt ist die Hauptstadt des Swat-Tals. Es gibt ein Museum das Artefakte der alten Gandharakultur zeigt. Außerdem befinden sich noch mehrer alte Stupas in der Stadt und dessen Umgebung. Ansonsten ist Mingora eine sehr laute und staubige Stadt und entsprach nicht meinen Erwartungen von einer Pakistanischen Schweiz.

Anreise: Daewoo-Express fährt von Islamabad nach Mignora

Sufid Mahal (White Palace)

16 km entfernt von Mingora befindet sich der kleine Ort Mazgahar. Hier ließ sich der erste König von Swat inmitten von Bergen einen weißen Palast aus dem gleichen Mamor erichten, aus dem das Tach Mahal besteht. Königin Elizabeth und Prinz Phillip waren hier 1961 zu Besuch. Auch heute kann man sich königlich fühlen. Der wunderschöne Garten ist für einen Getränkegutschein besuchbar und sogar übernachten kann man im Sufid Mahal (2500 Rupein pro Nacht).

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Mount Illam (Elum Ghar)

Ist ein 2800 m hoher Berg, in der Nähe des weißen Palastes. Er besitzt über viele archäologische Ausgrabungsstätten, da für die Buddhisten der Berg heilig war. Später glaubte man der Berg wäre von Geistern bewohnt. Heutzutage ist er ein beliebtes Ausflugsziel. Mein Besuch bei den Paschtunen und den Mount Illam wurde hier leider etwas durchkreuzt. Ich vertrug das Pakistanische Essen noch nicht so gut. Geschwächt konnte ich leider nur ein paar Kilometer gehen und musste wieder umkehren.

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Kalam

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich auch nach Kalam. Das Dorf ist umgeben von wunderschönen Kiefernwäldern, Flüssen und Bergseen. Es liegt am Swat-Fluss. Leider riss dieser vor einigen Jahren einen Großteil der Häuser am Fluss mit sich und zerstörte auch die Zufahrtstraße. So ist die Fahrt dorthin auf der neu in Bau befindlichen und nicht asphaltierten Straße sehr beschwerlich und dauert einen Tag ausgehend von Mingora.

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Kalam Kiefernwälder

Westlich des New Honeymoon Hotels befindet sich ein sehr schöner und großer Kiefernwald in den wir uns spontan entschlossen zu campen. Wegen des nächtlichen Hundegebells war die Nacht jedoch nicht so idyllisch wie gedacht.

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Anbauterassen

Interessant ist auch sich die kleinen Terassen anzuschauen, die an den Berghängen angelegt werden um Kartoffeln, Mais und Weizen anzubauen.

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Mahodand Lake

Mein Besuch bei den Paschtunen wurde durch diesen unglaublich schönen See inmitten von hohen Bergen gekrönt! Um dorthin zu gelangen muss man einen Jeep (2500 – 3000 Rupien) mieten oder hoffen, dass man mitegenommen wird auf den langen, holprigen Weg zum See. So ist die Fahrt alleine schon ein Erlebnis.

Am See angekommen ist es möglich zu campen, zu Reiten oder mit dem Motorboot auf dem See zu fahren. Auch 3-tägige Wandertouren nach Chitral werden angeboten (5000 Rupien). Leider ist dieser Teil des Sees schon sehr touristisch und es gibt auch kein Konzept für die Entsorgung von Müll. Nur wenige Kilometer weiter zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Hier scheint selten jemand hinzukommen, es ist sauber und man hat ein komplett faszinierende Aussicht auf See und Berge für sich allein!

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