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Reiseroute – der Grüne Norden Irans

Norden Irans

Du denkst Irans Landschaft ist vor allem eins! Eine einzige staubige, flache und langweilige Wüste? Dann solltest du den Norden Irans unbedingt einmal einen Besuch abstatten. Der Norden Irans ist geprägt von zahlreichen, schattenspendenen alten Wäldern. In dieser sehr fruchtbaren Gegend, in der der Ackerbau ihren Ursprung nahm, wird heutzutage u.a. Reis  und Tee angebaut. Uralte mystische Burgenruinen befinden sich auf dem Weg, denn das wertvolle Land und die Handelswege mussten beschützt werden. Von den alten Kulturen zeugt auch das Felsendorf Kandovan, ähnlich wie im berühmte Kappadokien meißelten sich hier die frühen Iraner ihre Häuser in den Felsen.

Rasht

Rasht ist ein guter Ausgangspunkt für Fahrten zum Guilan Rural Heritage Museum, der Festung Rudkahan und Lahidschan.

Guilan Rural Heritage Museum

Ein großes Freilichtmuseum zeigt viele alte Häuser aus der Provinz Gulian. Die Idee den Erhalt dieser Gebäude entstand in den 90er Jahren nach einem Erdbeben. Ein Glück, denn diese sind sehr schön und mit den strohgedeckten Dächern fühlte ich mich zurückversetzt in eine Märchenwelt. Gebaut wurden sie mit Lemziegeln in eine Art Fischgrätenmuster und dann abermals mit Lehm verputzt. Auf dem ganzen Gelände begegnest du immer wieder Handwerkern, die auf traditionelle Weise Brot oder Werkzeuge herstellen. Auch gibt es die Möglichkeit sich einige der Werkzeuge und Handarbeiten zu kaufen.

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Rudkhan-Festung

Diese Festung ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel bei den Iranern und liegt in der Nähe von Fuman. Der 30 – 40 minütige Weg führt zuerst durch eine breiten Weg mit vielen Restaurants und Shops. An dessen Ende beginnt der eigentlich Pfad, durch einen wunderschönen alten Wald, den Berg hinauf. Zu Beginn des Weges bieten verschiedene Händler sehr gut schmeckende kandierte Früchte an, dann wird der Weg zunehmend steiler und führt über Treppen bis du schließlich an das Burgtor gelangst. Das erstaunliche an der von Ismaeliten erbauten Festung ist neben dem guten Erhaltungszustand, dass sie zwischen zwei Berghügeln errrichtet wurde!  Vom Hügel rechts neben dem Tor hat man nicht nur eine wunderschöne Aussicht auf die Festung, sondern auch auf Fuman. (Eintritt 5 €)

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Anmerkung: Der Besuch des Guilan Rural Heritage Museum und der Festung Rudkhan ist an einem Tag zu schaffen. Zum Museum bin ich mit den Taxi gefahren. Von dort aus bin ich an der Vielbefahren Straße sehr gut mit Hitchikking weitergekommen. Und auch zurück gings per Anhalter!

Lahidschan

In Lahidschan kannst du den Ursprung des iranischen Tees auf den Grund gehen. Es gibt ein kleines nettes Museum in der Hashemi Nejhad Street. Um zu den Teplantagen zu gelangen überquerst du den Kashef Square (westlich vom Museum) geradeaus. Nach ca. 17 Minuten erreichst du ein Bergplateau von dem sich die erste schöne Aussicht auf die Stadt und den Lahidschan See bietet. Ebenfall befindet sich dort ein kleiner Freizeitpark, Restaurant und eine Seilbahn. Für 200.000 Rial bekommst du Hin- und Rückfahrtticket. In der Kabine bietet sich eine tolle Aussicht auf die grünen Teeplantagen in denen Teepflücker ihre schweißtreibende Arbeit verrichten. Oben angekommen bietet sich ein Picknick bei wunderbarer Aussicht an, außerdem kannst du ganz nah an den Teepflanzen vorbeimaschieren. Zurück führt neben der Seilbahn auch ein Fußweg. Am Bergplateau wieder angekommen führt links ein Weg zum Sheytan Kuh Wasserfall.

Safaris nach Lahidschan warten am Shariati-Square vor der Stadtverwaltung.

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Ardabil

In Ardabil ist ein Besuch des Safi Ad-Din Grabheiligtums, dem Gründer der Safawidendynastie sehr empfehlenswert. Außerdem ist die Stadt ein gute Ausgangspunkt für eine Fahrt nach Meshgin Shar im Norden Irans.

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Meshgin Shar

Auf halber Strecke von Aradabil nach Mesgin Shar befindet ein wirklich misteriöser Ort, namens Shahar Yeri! Steinskulpturen bewachen wie Soldaten die heilige Stätte. Mit ihren großen Augen schauten sie mich stumm an.  Die Aussicht auf die magischen Berge haben früh die Menschen dieer Gegend in den Bann gezogen! Schon vor rund 8000 Jahren haben sich Menschen an diesem Ort versammelt.

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Die neueste Sehenswürdigkeit ist die 2015 errichtete mit 365 m längste Hängebrücke des mittleren Orients.

Von der Alten Burg Mesghin Shars (Kohneh Qaleh) hat man einen wunderschönen Ausblick auf den dritthöchsten Berg Irans Mount Sabalan (4811 m)

Für alle Bergsteiger ist ein Ausflug in die Berge im Norden Irans ein Muss!

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Babak Castle

141 km entfernt von Mesghin Shar nahe der armenisch – iranischen Grenze befindet sich auf  etwa 2300 m  Babak Castle! Von diesem sehr mystischem Ort im Norden Irans soll der legendäre aserbaidschanische Nationalheld Babak Khorramdin 816 seinen Kampf gegen die Unterdrückung durch das muslimische Kalifat der Abbasidendynastie geführt haben. Er drang bald bis nach Isfahan vor und konnte lange den übermächtigen Gegnern standhalten. Erst 835 wendete sich das Blatt, umzingelt und von seinem eigenen Offizier im Stich gelassen, musste er schließlich nach Armenien fliehen, wo er verraten wurde und nach langer Folter starb.

Ein Taxi zur Festung kostet hin und zurück ungefähr 25 €. Der Besuch der Festung ist völlig kostenlos! Für den Aufstieg sollte man ungefähr 3 Stunden einplanen. Der Weg führt zunächst über einen Treppenaufstieg den Berg hinauf und entlang eines Bergkammes mit wunderschöner Aussicht. Bald darauf geht es nach links, von wo aus weitere Treppen zur Burg führen! Nach einem kurzem Abstieg kann man schon die Burg erblicken von deren Spitze man einen atemberaubenden Blick auf das Tal hat!

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Tabriz

Tabriz ist oft die erste Anlaufstelle für Reisende aus Armenien. Die Einwohner der Stadt scheinen sich dessen bestens bewusst zu sein und geben sich größte Mühe, den Reisenden willkommen zu heißen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ich selbst würde Tabriz neben Esfahan als einer der gastfreundlichsten Städte im Iran bezeichnen. Sie wurde während seiner langen Geschichte oft von Erdbeben heimgesucht. Der immer noch imposante Ark-e Tabriz oder Ark-e Alishah allein brachte mich schon zum Staunen. Wie beeindruckend musste dann die ursprüngliche Zitadelle gewesen sein? Der Bogen blieb auch deswegen noch erhalten, da mehrere Holzbalken für die nötige Felxibilität des Mauerwerks sorgten und dem Beben standhielten. Auch die Blaue Moschee ist trotz des zunehmenden Verfalls immer noch sehr beeindruckend. Eines der besten und informativsten Museen des Irans ist das Azerbaijan Museum, in dem du vieles über die Geschichte der gleichnamigen Provinz erfhährst.

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Kandovan

Wie kleine Zwerge mit Zipfelmützen wirken die Häuser der Menschen hier. Das Besondere, die Menschen gruben sich hier ihre Häuser in die Säulen aus Tuffstein! Links vom Ortseingang befinden sich das 1000 Einwohner zählende Dorf. Rechst davon bieten Händler ihre Waren feil und zahlreiche Restaurants sorgen für das leibliche Wohl des Besuchers. Am iranischen Wochenende (Donnerstag/Freitag) ist Kandovan brechend voll von Besuchern, es ist dann sehr laut und touristisch. Unter der Woche ist es ruhiger.

Viele Touristen wollen Tabriz im Norden Irans besuchen, das haben mittlerweile auch die Taxifahrer mitbekommen und auf deren astronomischen Preise von 500 000 Rial solltest du auf keinen Fall eingehen. Bis Osku fährt ab Tabriz ein Linienbus (Haltestelle Rahan/Melat Boulevard) in der Nähe des Bahnhofs. Von Osku musst du ein Taxi nehmen.

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Jolfa

An der Grenze zu Armenien liegt ein altes Kloster, es gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die vielen armenischen Kirchen jenseits der Grenze.

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