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Entdecke Tübingens Schlosssammlungen

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Das Schloss Hohentübingen bietet unglaubliche Superlative: das älteste Riesenfass der Welt, die ältesten Eiszeitfiguren, das älteste biochemische Labor und eine neu sannierte Schlosssternwarte. Das Schloss wurde erstmals 1078 während einer erfolglosen Belagerung durch Heinrich IV. erwähnt. 1342 musste die Burg an die Grafen von Württemberg verkauft werden. Zwischen 1816 und 1819 wurde das Schloss dann auf die bereits 1477 gegründete Universität Tübingen übertragen. Nach einer Umfassenden Sanierung können nun einige der Sammlungen der Universität  im Schloss bestaunt werden, dabei befinden sich viele bedeutende, seltene und interessante Ausstellungstücke darunter. Entdecke Tübingens Schlosssammlung! Es erwartet dich die älteste Flöte der Welt, oder eine komplette Grabkammer, die sich einst an den Füßen der Cheopspyramide befand und ein Regeagenzglas mit einer der ersten von Friedrich Mischer isolierten DNA´s! Los gehts!

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Aussicht vom Schloss

Wegbeschreibung zum Schloss

Läufst du vom Hauptbahnhof geradeaus in den Park gelangst du über eine kleine Brücke in eine gr0ße Plantanenallee auf der Neckarinsel Tübingens. Vor Allem im Herbst leuchtet sie in den schillernsten Farben. Am südwestlichen Ende der Allee befindet sich das Silcherdenkmal.

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Plantanenallee auf der Neckarinsel im Herbst

Silcher war der erste Musikdirektor der Eberhart-Karls-Universität in Tübingen und Komponist für volkstümliche Lieder und Choralgesänge. Er lebte von 1789 – 1860 und hatte mit den Nationalsozialisten eigentlich nichts zu tun. Trotzdem instrumentalisierten sie seine Kompositionen für ihre eigenen Zwecke und errichteten ihm ein Denkmal um den Krieg zu verherrlichen und als eine gute Sache darzustellen, wie zwei Soldaten im Rücken der Statue zeigen. Heute wirkt es wie ein Mahnmahl, das an eine verheerende Zeit in der Deutschen Geschichte und dem Missbrauch der Kunst erinnert.

Zum Schloss musst du die Alleebrücke überqueren und den Treppenstieg neben den kleinen Straßentunnel aufsteigen. An der Westseite des Schlosses führt rechts ein Weg durch einen schmalen, engen Tunnel in den Innenhof des Schlosses. Rechts neben dem Tunnel führt ein Treppengang hinauf zu einem kleinen Burggarten von dem man eine schöne Aussicht auf Stadt und Neckar hat.

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Innenhof des Schlosses

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: Schlosslabor

Rechts auf der Südseite des Innenhofes befand sich einst die Schlossküche. 1818 entschloss sich die Universität hier ein Labor für ein damals sehr junges Forschungsfeld einzurichten. Der „physiologischen Chemie“ oder heute einfach Biochemie genannt! So entdeckte der frühere Tübinger Professor Felix Hoppe-Seyler 1861 den roten Blutfarbstoff Hämoglobin.

Gewidmet ist die Ausstellung jedoch dem Entdecker der DNA, Friedrich Miescher! Er konnte mit dem Verdauungsenzym Pepsin, Eiterzellen so stark auflösen, dass er nur noch die Zellkerne mit der DNA vorliegen hatte. Die Funktion, der von ihm als „Nuclein“ (vom lateinischem Wort Nucleus für Kern) bezeichneten Säure als Träger der Erbinformation, konnte man jedoch damals noch nicht erahnen.

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Präparate aus dem Schlosslabor

Zu den Ausstellungsgegenständen gehören alte Chemische Laborgeräte, wie Spektrometer, Aräometer, Zentrifuge und Destille, an dessen Aussehen und Funktionsweise sich über die Jahre kaum etwas geändert hat. Desweiteren zu sehen sind sehr anschaulich aufgestellte biochemische Präparate einer Lehr- und Schausammlung (spätes 19. frühes 20. Jahrhundert) in dessen Zentrum eines der Reagenzgläsern mit der von Friedrich Miescher isolierten Nucleinsäure steht.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: Museum „Alte Kulturen“

Am anderen Ende der Südseite befindet sich die Sammlung „Alte Kulturen“, hier kannst du Ausgrabungen aus mehreren Themengebieten, wie Steinzeit, Münzen, griechischer und ägyptischer Kunst, bestaunen.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „ältere Urgeschichte“

Zum Highlight des Museums gehören sicherlich die Funde aus der Vogelherdhöhle. 1931 fand man hier die zurzeit ältesten von Menschen geschaffenen Kunstwerke! 16 kleine, originale Tierfiguren aus prähistorischen Mammutelfenbein verzauberten mich. Vor allem die Pferdefigur dessen anatomischer Aufbau unglaublich genau eingefangen wurde zeigt, die 40.000 jährige Faszination des Menschen zu diesen Tieren. Außerdem befindet sich eine ebenso alte Flöte aus Gänsegeierknochen und somit das älteste Musikinstrument der Welt im Museum.

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Pferdefigur aus der Vogelherdhöhle

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „jüngeren Urgeschichte“

Der jüngeren Urgeschichte und den Kelten widmet sich der nächste Raum. Die Sammlung umfasst Stücke aus den Ausgrabungen am Federsee, welche ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ ist. Darüberhinaus werden Stücke aus der Keltensiedlung Heuneburg und Heidengraben ausgestellt. Ein halbmondförmiger Gegenstand fällt besonders auf! Diente er kultischen Zwecken oder war seine Form jediglich der  Verwendung zum Ablegen von Fleischspießen über dem Feuer, geschuldet?

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Halbmondidol oder Grillgutablage?

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Pfahlbauten- und Keltensiedlungen

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Originalsammlung der klassischen Archäologie“

Die Sammlung „Der klassischen Archäologie“ umfasst Exponate der antiken Kunst. Allen voran aus dem Alten Griechenland, aber auch der Etrusker. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den kunstvollen Keramiken in deren Herstellung die Griechen wahre Meister waren! Sehr schön kannst du auch die Unterschiede im Stil der verschiedenen Epochen erkennen.

Die typisch, beige Farbe der korinthischen Keramik rührt daher, dass dieser Ton nur geringe Anteile an Eisenoxid enthält. Ganz im Gegensatz zum Attischen Ton. Bemalte man die Vasen zunächst noch mit „Schwarzen Figuren“ in denen man die feinen Konturen der Motive einritzte, änderte sich der Stil ab 530 v. Chr. Nun wurde der Hintergrund schwarz bemalt und die Konturen der Motive mit feinen Linien nachgezeichnet, sodass „Rote Figuren“ enstanden.

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Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Münzsammlung der klassischen Archäologie“

Auch Münzen aus allen Epochen kannst du im Museum wiederfinden. Beispielweise Entdecke Tübingens Schlosssammlungaus dem „Babarossaschatz“. Er wurde in Kleinasien an jener Stelle gefunden, an dem das Heer des berühmten, mittelalterlichen Deutschen Kaisers drei Wochen nach dessem tragischen Tod vorbeizog. Mit in der Sammlung befinden sich auch Münzen und Medaillien aus Tübingen. Reiche Silberfunde im Schwarzwald ermöglichten es den Tübinger Pfalzgrafen ihre eigene Prägungen herauszugeben.

Den großteil der Sammlung bildet jedoch die griechische und römische Epoche. Mit der berühmten athener Tetradrachme oder den Bildnissen großer, römischer Staatsmänner, wie Cäsar, Augustus und Nero.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Ägyptische Sammlung“

In der ägyptischen Sammlung gibt es Fundstücke von den frühen Anfängen bis zur christlichen Epoche und deckt somit eine Zeitspanne von insgesamt 6200 Jahren ab. Du kannst mühevoll aus Stein und Keramik gefertigte Gefäße, Amulette, Skulpturen und Uschebtis bewundern. Das Museum beherbergt außerdem eine der wenigen kompletten Grabkammern außerhalb Ägyptens.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Sarg des Flottenadmirals Idi auf dessen Sargdeckel sich eine selten überlieferte Sternenuhr befindet. Papyri mit magischen Sprüchen, sogenannte Totenbücher dienten dazu dem Verstorbenen den Weg ins Jenseits zu erleichtern. Uschebtis (kleine Tonfiguren) sollten mit Hilfe dieser Sprüche zum Leben erweckt werden und für den Verstorbenen Arbeit verrichten, damit dieser es nach seinem Tod so angenehm wie möglich hatte. Hin und wieder unterliefen jedoch Fehler, wie die falsche Beschriftung eines Sarges zeigt. Welche Folgen dieser Pfusch wohl für den Verstorbenen hatte?

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Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Abguss-Sammlung“

Den Abschluss bilden Gipsabgüsse berühmter antiker Figuren u.a. der Venus von Milo, dessen Orignial im Louvre in Paris steht. Dass diese Figuren auch ursprünglich bemalt sein konnten,  zeigten Farbreste, die man an den Statuen und Reliefs nachweisen konnte.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Schlosssternwarte“

Verlässt du den Innenhof und durchquerst das Tor kommst du zu einem kleinen Bastion in dessen Mitte sich eine alte Sternwarte befindet. Der  Mathematiker und Astronom Gottlieb Friedrich Bohnenberger (1765 – 1831) fing hier 1818 mit der Vermessung des damaligen Königreichs Württemberg an. So orientieren sich noch heute die württembergischen Flurkarten nach diesem Punkt.

Schon davor nutzte er das Observatorium. 1814 wurde es für ein damals sehr modernes Winkelmessgerät, ein großer Wiederholungskreis der Firma Reichenbach & Ultzschneider aus München, gebaut. Heute existieren nur noch wenige dieser Istrumente mit denen man die Koordinaten von Himmelsobjekten bestimmen konnte. Nach dem Tod Bohnenbergers geriet die Sternenwarte in Vergessenheit. Erst 2002 wurde der Wiederholungskreis darin wiederentdeckt und kann seit diesem Jahr in der Burg bestaun werden.

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Oberes Tor

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Ethnologische Sammlung“

Zwischen oberem und unterem Tor befindet sich am Fünfecksturm die Ethnologische Sammlung des Museums mit dem Schwerpunkten Pazifik und Amazonasgebiet.

Von hier aus führt der Weg durch das untere Tor in die wunderschöne Altstadt mit seinen zahlreichen Fachwerkbauten!

Weitere Infos:

Ältestes Riesenweinfass: Das Älteste Riesenweinfass der Welt ist seit kurzem wieder zugänglich. Nämlich vom 03.11. bis 15.03.2019 wenn die Fledermäuse im Keller nicht gestört werden. Zugänglich ist es nur im Rahmen einer 45 minütigen Führung (Mo – Do 16 Uhr bzw. Fr-So 14 und 15 Uhr), die das Museum „Alte Kulturen“ mitbeinhaltet. (Erwachsene 8 €, Ermäßigt 6 € / Ticketreservierung auf der Website des Museums möglich)

Alles über die Öffnungszeiten und Eintrittspreise der einzelnen Sammlungen erfährst du auf der Website: www.unimuseum.de

Quelle: Infotafeln Schloss Tübingen / Schlossmuseum / Schlosslabor

Du interessierst dich für die Antike? Entdecke das einzigartige Keltenmuseum in Hochdorf!

 

 

 

 

 

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