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Multan, die Stadt der Schreine

Multan, die Stadt der Schreine

Multan, die Stadt der Schreine

Schon immer musste derjenige der von Afghanistan nach Indien wollte auch Multan, die Stadt der Schreine queren. So verwundert es kaum, dass Alexander der Große die Stadt auf seinem Feldzug eroberte und nach ihm kamen viele weitere Herrscher der Araber, Mongolen, Mogulen, Sikhs und schließlich die Briten.

Multan, die Stadt der Schreine ist vor Allem für zwei Dinge bekannt! Zum Einen befinden sich hier unglaublich viele Gräber (Man könnte den Eindruck haben in der Stadt befinden sich beinahe genausoviele Gräber, wie Menschen auf der Straße!). Zum Anderen für ihre große Hitze, welche im ganzen Land niergends so hoch ist wie in Multan, die Stadt der Schreine. Laut einem alten Sprichwort hat Multan Gräber, Bettler, Staub und Hitze im Überfluss!

Warum also überhaupt hierherkommen? In Multan haben viele Sufi-Heilige gewirkt, deren kunstvolle Schreine sich über die ganze Stadt verteilen. Die wichtigsten  davon sind die Schreine von Rukn-i Alam, Shah Shams Tabrizi und Baha’uddin Zakariya. Außerdem ist der Bazar von Multan, ein wahres Gourmetparadies in dem du allerlei pakistanische Köstlichkeiten findest, wie köstliche Samosas, süße Galub e-Jamun und herrlich erfrischenden Granatapfelsaft. Denn viele wärmeliebende Früchte gedeihen in der warmen Region vorzüglich!

Multan, die Stadt der Schreine

Eischub: Was ist Sufismus?

Ehrlich gesagt bin ich selbst nach Pakistan gereist und besuchte die Heiligen Schreine, um eine Antwort auf diese Frage zu finden, aber sie ist nicht leicht in 1-2 Sätzen zu beantworten. Zum ersten Mal kam ich mit dem Sufismus im Iran in Kontakt, als ich zufällig zwei Iraner traf und eine ganze Woche mit ihnen in ihrem Zelt durch Lorestan, sowie Kurdistan gereist bin.  (Einen Bericht über diese Reise findest du hier)

Einer von ihnen beschäftigte sich viel mit Sufismus. Die Ruhigkeit, Ausgeglichenheit und Geduld dieses jungen Iraners, der im selben Alter war wie ich, hatte mich schwer beeindruckt. So etwas hatte ich zuvor noch nicht erlebt und so begann er mir einiges davon zu erzählen.

Liebe zu Gott

Sufismus ist vielmehr eine Philosophie, als eine Glaubensströmung. So steht sie eigentlich allen Religionen offen, auch wenn das immer wieder von streng gläubigen Muslimen bestritten wird. Im Zentrum der Lehre steht die „Liebe“ zu Gott, aber auch zu dessen Geschöpfen, wie Mitmenschen und Tieren und auch der Schöpfung insgesamt. 

Meditation

Ein wichtiges Hilfsmittel um Gott näher zu kommen sind Meditationsübungen (Dhikir). Ein Pakistaner aus Larkana zeigte eine Übung. Ich sollte mich auf meinen Herzschlag konzentrieren und innerlich dazu Gott, Gott, Gott… sagen. Wenn ich diese Übungen oft genug wiederholen würde, würde Gott mir irgendwann begegnen und ich könnte eins mit ihm und seiner Schöpfung werden. Es steckt also auch viel Mystik in dieser Philosophie.

Musik & Tanz

Auch Musik und Tanz (Damal) spielt eine wichtige Rolle im Sufismus. So soll das Schlagen großer Trommeln den Herzschlag nachempfinden und beim Meditieren helfen. Auch tanzt man sich regelrecht in Trance. Die Drehungen der Derwische (Türkei) ist ein gutes Beispiel dafür. 

Kritik am Sufismus von streng, gläubigen Muslimen

In Pakistan verdrängt leider die strenge Auslegung des Islams, wie sie zum Beispiel in Saudi-Arabien vorherrschend ist zunehmend den Sufismus. Von den orthodoxen Muslimen wird die Suche nach Gott und die Einswerdung mit diesen als Gotteslästerung angesehen, das Aufsuchen der Sufischreine als Götzendienst und Musik wie Tanz ist iher Meinung generell unislamisch. Auch ich hatte den Eindruck, dass ich des öfteren Pakistaner traf, die sich als Sufis bezeichneten, dabei aber mehr einen strengen Islam lebten und viele Werte des Sufismus sogar verleugneten.

Natürlich traf ich auch noch auf echte Sufis. Der Austausch mit diesen war eine tolle Erfahrung und ich werde gewiss einiger ihrer Meditationsübungen in meinen zukünftigen Lebensalltag integrieren.

Bohar Gate & Shah-Gardezi-Schrein

Kommt du vom Minibusstand in der Hassan Parwana Road erreichtst du automatisch das Bohar Gate. In der Nähe befindet sich der Shah Gardezi Schrein, welcher im 11. Jahrhundert nach Afghanistan kam und hier Wunder gewirkt haben soll. Es ist ein eher unbedeutender Schrein, liegt aber auf dem Weg zu den großen Schreinen und hat eine ganz schöne Kachelvazierung. Jedoch musste ich meine Kamera beim Besuch abgeben.

Shah-Rukn-i-Alam-Schrein

Am nördlichen Ende der Altstadt befindet sich das Lohari Gate und der Ghanta Ghar Clocktower, welcher aus der britischen Zeit stammte.

Multan, die Stadt der Schreine

Von hier aus siehtst du auch schon den ersten Schrein, der auf dem Hügel trohnt. Es ist der Schrein des Sufi-Heiligen Shah Rukn-i Alam, was so viel wie „Säule der Erde“ bedeutet. Er lebte von 1250 – 1335 und war der Enkel Baha’uddin Zakariya´s dessen Lehren er weiter verbreitete.

Der Schrein ist ein Vertreter der Architektur in der frühen Tughluq-Dynastie, welche 1320 – 1413 über einen Großteil Indiens und Pakistans herrschte.

Der Schrein ist als ein Oktagon aufgebaut, welches von einem zweiten mit niedrigeren Türmen umschlossen ist. Die Fassade ist geschmückt mit Blumen- und Rankenmotiven auf einem azzurblauen Hintergrund, welcher im Kontrast zu den roten Ziegelsteinen steht.

Im Inneren befindet sich sein Grab zusammen mit 72 weiteren Gräbern seiner Verwandten, angelehnt an die 72 Krieger, die mit Imam Hussein in der Schlacht bei Kerbala den Tod fanden.

Das große Quasim-Tor, das du auf dem Weg zum Schrein durchquerst ist Teil eines alten Forts. Gegenüber des Schreins befindet sich ein Park und ein kleines Kunstmuseum. An den Hängen des Parks hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt.

Multan, die Stadt der Schreine

Bah´uddin-Zakariya-Schrein

Baha’uddin Zakariya wurde in einem kleinen Ort nahe Multan geboren und reiste 15 Jahre durch das Land um den Islam zu verbreiten und kehrte 1222 nach Multan zurück.

Ihm wurde der Baha´uddin Zakariya-Schrein gewidmet, den du nach dem Rukn-i Alam-Schrein der linken Straße weiterfolgst. Das Gründgerüst des Schreins bildet wieder ein Oktagon, welches von einem viereckigen Bau umschlossen ist an dem sich ein weiterer rechteckiger Vorbau befindet. Die noch verhaltenen Blauen Zierelemente an Vorbau und Kuppel zeigen den Einfluss der zentralasiatischen Kunst, welche im 13. Jahrhundert immer mehr nach Pakistan herüberschwappte.

Multan, die Stadt der Schreine

Shams Tabrezi-Schrein

Sechzehn Minuten Fußweg sind es zum Schrein Shams Tabrezis (manchmal auch Shamsuddi Sabzwari)

Dies ist einer von drei Orten, der für sich reklamiert die sterblichen Überreste des berühmten Sufi und Mentor von Rumi zu beherbergen. Niemand ist sich sicher was mit Shams Tabrizi wirklich geschah, er musste von seinen Feinden fliehen und war eines Tages verschwunden. Keiner weiß, ob ihm die Flucht tatsächlich gelang es gibt deshalb unzählige Legenden, dass er an verschiedenen Orten, wie hier in Multan wieder auftauchte und bis an sein Lebensende in Frieden predigen konnte.

 Einer dieser Erzählung nach bat er die Einwohner Multans bei seiner Ankunft um Essen. Als ein Multaner Bürger schließlich erbarmen mit ihm hatte, bat er um Feuer, damit er das Essen kochen konnte. Keiner gab ihm Feuer. Shams Tabrezi war daraufin so verägert, dass er Gott bat die Sonne näher an die Erde zurücken. Tabrezi konnte schließlich sein Essen kochen, doch seit diesem Ereignis sind alle Sommer in Multan kochendheiß. Sein Schrein ist der jüngste und schönste Schrein. 1330 ließ ihn einer seiner Enkel bauen. Vorherrschend sind blaue Kachel- und Reliefvazierungen, selbst die Zieglemauern besitzen schöne Blumenmuster und die Kuppel ist mit hellgrünen Kacheln verkleidet.

Multan, die Stadt der Schreine

Basar in der Altstadt

Sorgen in Multan zu verhungern braucht man sich heutzutage nicht mehr machen. Rund um den Schrein Tabrezis befinden sich Läden mit einer ganz besonderen Köstlichkeit Sohan Halwa! Es ist eine süße, teigige Masse mit weiteren Zutaten wie Mandeln, Kardamon und anderen Gewürzen versehen. Nach den Besuch der Schreine solltest du dir noch Zeit nehmen durch den Basar in der Altstadt zu streifen. Multan, die Stadt der Schreine ist auch berühmt für seine Textilien (vor allem Hochzeitskleider und -schuhe).  In jeder Straßenecke duftet eine neue kulinarische Leckerei, wie Gulab Jamun, Samosas und köstliche, frisch gepresste Säfte. Also immer der Nase lang!

In meinem Artikel: Auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan  habe ich diese Köstlichkeiten nochmals ausführlicher beschrieben. Außerdem findest du dort noch viel mehr Spezialitäten aus den anderen Teilen des Landes.

Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan
Sohan-Halwar-Laden in der Nähe des Shams Tabrazi Schreins

chiniot und seine Havelis

Chiniot und seine Havelis

Chiniot und seine Havelis

chiniot und seine Havelis

Der alte Hindutempel Chiniots ist nun eine Schule

Chiniot ist berühmt für seine Holzmöbel und das herrausragende Schnitzhandwerk. Die Stadt hat eine sehr altes Altstadtzentrum mit vielen Havelis an der man diese Holzkunst bestaunen kann. Die Villen wurden einst von den reichen Händlern Chiniots errichten. Früher lebten dort überwiegend Hindus und der Berghügel „Affenfelsen“ war ihnen heilig. Auch ein ehemaliger Hindutempel ist noch von außen zu bestaunen. Doch mit der Teilung des Landes in Indien und Pakistan mussten die Hindus fliehen und so zogen Muslimische Flüchtlinge ihrerseits aus Indien kommend in die verlassenen Häuser ein und der Hindutempel wurde kurzerhand in eine Schule umfunktioniert.

Havelis

chiniot und seine Havelis

Kinder winken aus dem Fenster

Der Zustand der Häuser in Chiniot ist nicht zu vergleichen mit den so schön restaurierten Bauwerken aus Jaidphur  oder Jodphur im indischen Teil Punjabs. Dennoch entwickelt die Stadt seinen ganz eigenen Scharm. Durch dem Verfall nahen Zustand entwickelt sich eine Art Lost-Places-Charakter. Gleichzeitig wohnen immer noch viele Menschen in den Gebäuden, man fragt sich wie angesichts der offensichtlichen Baufälligkeit und die Gebäude sind mit Leben gefüllt. Kinder winken aus den Fenster und lächelnde Menschen begegenten mir auf der Straße.

Omar-Hayat-Palast – ein chiniot und seine HavelisLost Place?

Das beeidruckenste dieser Havelis mit Lost-Place-Charakter ist sicher der Omar-Hayat-Palast. Sheik Omar Hayat wurde dereinst von seiner Familie verstoßen, weil er gegen ihren Willen heiratete. So versuchte er sein Glück in Kalkutta und brachte es dort zu großen Wohlstand. Mit der Geburt seines ersten Sohnes, entschloss er sich 1920 schließlich nach Chiniot und seine Havelis zurückzukommen.

So entstand in den Folgejahren dieser Prachtbau! Doch das Gebäude verfiel in den zunehmenst. Teilweise scheint es restauriert worden zu sein, doch die obersten Stockwerke und der Balkon sind noch immer in einen mehr als schlechten Zustand, das Geld ging wohl wie so oft aus oder versickerte an undurchsichtigen Stellen.

chiniot und seine Havelis

Der Omar-Hayat-Palast

Besichtigung:

chiniot und seine Havelis

Der Pfauenbalkon in seiner ganzen Pracht

Man möchte kaum glauben, dass sich im Gebäude noch eine Bilbiothek befindet. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was mit den Büchern passieren würde, sollte das Gebäude  einstürzen. Mutige können auch die Shopbesitzer fragen, diese kennen die Telefonnummer des Bibliothekars und er führt dich dann durch das Gebäude.

Das Innere ist nämlich nicht weniger prächtig. Bunte Glasfenster lassen das Licht in den verschiedensten Farben hereinstrahlen. Jeder Raum folgt einem ganz eigenen Muster, mit eigenen Farben, Deckenvazierungen und Kachelwänden.

Die höheren Stockwerke

Der große Pfauenbalkon und die fasziniernde Schnitzkunst lässt sich nur im 1. Stock so richtig in seiner ganzen Schönheit betrachten. Der Bibliothekar erweist sich dabei als guter Führer, der die vielzähligen Details und die besten Orte für ein Foto zeigen kann.

chiniot und seine Havelis

Die Strahlende Schnitzkunst Chiniots im inneren des Palastes

In den obersten Stockwerken hast du eine wunderbare Aussicht auf die Stadt, sei aber vorsichtig. Es gibt keine Absperrungen, großen Abstand solltest du vom Balkon halten, der ist schon halb am einstürzen. Dafür kann man tolle Fotos machen!

chiniot und seine Havelischiniot und seine Havelis

weiter gehts?

Der Bibliothekar wollte mir noch weitere Orte in Chiniot und seine Havelis chiniot und seine Haveliszeigen und erwies sich als wahrer Türöffner zu versteckten Plätzen,  die du selber nicht so einfach finden und betreten solltest, da sie noch bewohnt sind. Außerdem kam noch einer seiner Freunde hinzu, er ist Historiker, hat ein Buch über den Ort geschrieben und konnte mir viele wertvolle Informationen liefern. Am Ende wird der Bibliothekar 1000 Rupien als Dank für seine Mühen verlangen, was wirklich nicht viel ist für einen ganzen Tag mit Verpflegung eingeschlossen. Aber du solltest dir dessen bewusst sein, falls du mit ihm kommen möchtest.

Der „Affenfelsen“

chiniot und seine Havelis

Der Berghügel ist einer von vielen die sich um die Stadt Chiniot und seine Havelis, sowie am Fluss Chenab. Zum „Affenfelsen“ macht ihn, das mit etwas Fantasie gut erkennbare Affengesicht, das sich in einem der Felsvorsprünge abzeichnet. Auch die ehemaligen Hindus erkannten die Tierfigur auf ihren Felsen und nahmen dies zum Anlass einen heiligen Bezirk zu errichten und sich dort zu religiösen Zeremonien einzufinden. Wanderst du über den Felsen wirst du zahlreiche Tonscherben finden, die von der einstigen Bedeutung des Ortes erzählen.

chiniot und seine Havelis

erkennst du das Affengesicht?

An einer anderen Stelle malten sie die Namen ihrer Götter auf die Felsen. An einer angeblich sogar den Namen Mohammeds. Die Stelle ist grün eingekreist, erkennen konnte ich jedoch nichts.

Am Fuße des Berges befindet sich ein Schrein gerade in Restauration. Dort an der Felswand wurde ein uralter und  sehr tiefer Brunnen in den Fels geschlagen.

chiniot und seine Havelis

Ich und der Saeen Sukh Schrein im Hintergrund

Saeen-Sukh-Schrein

Ein anderer wunderschöner Schrein neueren Ursprungs inimitten von Chiniot und seinen Havelis ist der Schrein Saeen-Sukh (gestorben 1987). Er befindet sich teilweise immer noch im Bau. Faszinierend ist die bunte Bemalung und die vielen kleinen Spiegelchen, die an die Decken der Schreine angebracht sind und golden Strahlen.

chiniot und seine Havelischiniot und seine Havelis

Chenab Hills & Aldin-Bu-Qalander-Schrein

Nahe den Chenab Hills, die eine große Insel im gleichnamigen Fluss bilden, befindet sich der Schrein eines wichtigen Sufiheiligen, welcher auf die Hügel ging um in Einsamkeit zu leben und zu meditieren. Er wurde Aldin Bu Qalander genannt. Viele Menschen besuchen täglich den Schrein und die Hügel, von denen du ebenfalls eine schöne Aussicht auf die Umgebung hast.

chiniot und seine Havelischiniot und seine Havelis

Denkmal am Fluss Chenab

Eine ältere, kleinere Brücke unter der auch die Eisenbahn fährt wurde für den Verkehr gesperrt, der nun gleich daneben auf einer neuen Brücke entlangfährt. Folgst du der alten Brücke nach Westen gelangst du an ein kleinens Monument mit wehender Pakistanischen Flagge. Im Krieg mit Indien sollte einst ein Bomber die alte Eisenbahnbrücke zerstören, wurde jedoch zuvor abgeschossen. An diesen Sieg soll das kleine Denkmal in Form einer Fliegerbombe erinnern. Noch heute ist es aus diesem Grund verboten die Brücke zu fotografieren.

Shai-Moschee & Bukhari-Schrein

Weitere sehenswerte Schreine aus der Mogul-Ära sind die Shahi-Moschee (Link) und der Bukhari-Schrein die beide um 1650 errichtet wurden. Leider konnte ich diese aus zeitgründen nicht mehr besichtigen, sie seinen aber vollständigkeitshalber genannt.

Faisalabad

In Faisalabad gibt es bis auf den großen Uhrturm nicht viel zu sehen. Trotzdem sollte man sich

chiniot und seine Havelis

Clock Tower in Faisalabad

die Zeit nehmen durch die umliegenden Basaren die sternförmig um den Uhrturm liegen hindurchzuschlendern. Faisalabad wird auch als Manchester Pakistans bezeichnet und nirgendwo wird dies deutlicher! Geschäftig wühlen sich Händler durch die Basare und feilschen was das Zeug hält. Von Elektrogeräten bis auf die für Faisalabad so berühmten Textilien es gibt nichts was man hier nicht findet.

Faisalabad ist ein guter Ausgangspunkt für einen Tagesausflug  nach Chiniot oder Nankarna. Denn in Chiniot ist es Ausländern nur in wenigen Hotels erlaubt zu übernachten und in Nankarna in gar keinem.

An-/ Abfahrtchiniot und seine Havelis

Minibusse halten an der Kreuzung zwischen Lahore Road und Sargodha-Faisalabad-Road. Erfreulicherweise sind die Busse immer schnell voll und abfahrbereit.

Übernachtung:

In Chiniot kannst du als Ausländer nur in wenigen Hotels übernachten (Polizeianweisung). Herauszufinden welche das sind kann eine sehr schwierige Aufgabe werden, darum ist es besser von Faisalabad zu kommen.

mittelalterliches Cadolzburg

Das mittelalterliche Cadolzburg

Das mittealterliche Cadolzburg

Mein letzter Trip im Jahr 2018 ging in das mittelalterliche Cadolzburg. Die Stadt hat viele schöne Fachwerkhäuser und eine große Burg, die sogar den Hohenzollern als Residenz diente, ehe sie Markgrafen von Brandenburg und später sogar Könige von Preußen wurden. Über die Burg und was es sonst noch in Cadolzburg zu entdecken gibt, verrate ich dir in diesem Artikel.

Der Name des Ortes geht vermutlich auf einen fränkischen Grundherrn namens Kadold zurück. Er gründete auch das Kloster Herrieden an der Altmühl und sein Gebiet erstreckte sich zwischen Enns und Wiener Wald.

Mittelalter

In einer Urkunde wird erstmals 1157 das mittelalterliche Cadolzburg mit einem gewissen Helmericus de Kadoldesburc in Verbindung gebracht, der als Vogt diente. Nach Thronstreitigkeiten in den Jahren 1245/1246 konnten sich die Hohenzollern als Parteigänger der Staufer und Burggrafen von Nürnberg hier dauerhaft entablieren.

Friedrich IV. von Cadolzburg legte hier einen Markt an, dem jedoch kein Glück beschienen war und im ersten Städtekrieg 1388 von den Nürnbergern in Brand  gesteckt wurde und bis zum 30-jährigen Krieg sollten die Bürger Cadolzburgs noch oft von gegnerischen Parteien überfallen werden.

mittelalterliches Cadolzburg

Stadtansicht vom Aussichtsturm „Bleistift“

Neuzeit

Bis in die napoleonische Zeit blieb das mittelalterliche Cadolzburg im Besitz der Hohenzollern und war somit Teil Preußen. Dann fielen deren von Napoleon eroberte, fränkische Besitzungen an das Verbündete Königreich Bayern und blieben fortan in dessen Besitz. Ab 1860 wurden Burgensandstein abgebaut und vermehrt Kirsch- und Erdbeerplantagen angelegt. Infolgedessen wurde das mittelalterliche Cadolzburg ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Erholungssuchende.

In sinnlosen Kampfhandlungen brannte 1945 die Burg von Cadolzburg ab. 1989 wurde mit deren Wiederaufbau begonnen. Seit Kurzem befindet sich in der Burg ein sehr sehenswertes Museum.

mittelalterliche Cadolzburg

An der Markgrafenkirche befinden sich deutliche Spuren der Kampfhandlungen

Bleistift

mittelalterliches Cadolzburg

Der sogenannte „Bleistift“

Mit der Verlängerung der Bahnstrecke Fürth – Zirndorf in das mittelalterliche Cadolzburg im Jahre 1892 wurde der Ort zu einem beliebten Ausflugsziel. Am Wochenende kamen zahlreiche „Großstädter“ um sich in den Erdbeer- und Obstplantagen des Ortes zu erholen. Die „Münchner Lokalbahn Aktiengesellschaft ließ einen Aussichtsturm bauen, um durch eine weitere Attraktion das erträgliche Geschäft weiter voranzutreiben. Den liebevollen Namen „Bleistift“ erhielt er von den Einwohnern aufgrund seiner schlanken Form.

Der Turm der damals noch völlig frei zwischen den Obstplantagen stand, kannst du gegen einen Obulus von 1 Euro besichtigen. Auch wenn er sich heute mitten im Wohngebiet befindet ist die Aussicht auf das mittelalterliche Cadolzburg immer noch den Besuch wert.

Brusela

Vor dem Marktplatz findest du ein mächtiges 1475 erbautes Tor, welches den ersten Burggraben ,der das mittelalterliche Cadolzburg schützte, markiert. Ihren Namen erhielt es durch seine einst ständig „bruselnde“ also rauschende Uhr.

mittelalterliche Cadolzburg

Das Brusela ist das Tor zum Markt

Der Marktplatz

Um den großen Marktplatz stehen viele schöne und alte Fachwerkhäuser. Im 30-jährigen-Krieg durch das in Zirndorf lagernde Söldnerheer des mächtigen General Wallenstein geplündert und niedergebrannt. Zwei Drittel der Gebäude von Cadolzburg wurden dabei zerstört und der Wiederaufbau ging in den Folgejahren nur schleppend voran, wie die Jahreszahlen zeigen.

Die Burg

Das Herzstück des Ortes ist zweifelsohne die Burg. 1250 errichtet von Konrad von Hohenzollern ist sie ist eng mit deren Geschichte verbunden, denn bevor sie das Kurfürstentum Brandenburg erhielten, waren sie die Burggrafen von Nürnberg. Nach Streitigkeiten mit den aufstregenden Bürgertum der Stadt, die ihre Unabhängigkeit anstrebten, verlegten sie ihren Residenzsitz hier in die Cadolzburg.

Durch ein zweites Tor gelangts du über den mittleren Burggraben. Es zeigt das Familienwappen der Burgbesitzer, namentlich Friedrich I. von Hohenzollern mit seiner Ehefrau Elisabeth von Bayern-Landshut und seinem Nachfolger Albrecht Achilles und dessen Frau Anna von Sachsen. Aber auch ein merkwürdiges Bild, das Männer an den Zitzen eines Schweines saugend zeigt. Mit der sogenannten „Judensau“ verspottete man bewusst die jüdischen Mitbürger, in deren Religion das Schwein als unrein gilt.

mittelalterliche Cadolzburg

Das Tor zum mittleren Burggraben

im Vorhof

Im Vorhof kannst du einen Burggarten in dem im Sommer Heilkräuter und historische Getreidesorten wachsen und eine alte Pferdeschwemme finden.

In der Kernburg befindet sich seit 2017 ein Museum, das sich mit den beiden zuvor genannten Burgbesitzern, den Haus Hohenzollern, sowie den Burgleben beschäftigt. Das Museumskonzept hat mir sehr gut gefallen. Durch Spiele, Rätsel wird der Besucher aktiv miteingebunden. Du kannst sehr viel zu entdecken, zum Beispiel kannst du ausprobieren ob dir die mittelalterliche Kleidung steht, oder erfahren, wie eingeschränkt das Sichtfeld  eines mittelalterlichen Ritters mit der sogenannten Hundsgugel (Helmtyp) war.

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im Museum

Das Innere des Schlosses teilt sich in einen Altbau, welcher aus dem 15. Jahrhundert stammt und einem neuem Residenzschloss das 1509 unter Gerog Friedrich erbaut wurde und auch die Küche mit dem mächtigen Ochsenschlot erweitern ließ

Auch den Unterschied zwischen den Bett eines Adeligen und eines Dieners kannst du nachfühlen, mittelaterliches Geschirr anfassen oder in der derzeitigen Sonderausstellung, die sich mit dem „ältesten Kochbuch Deutschlands“ beschäftigt, eine Kostprobe einer mittelalterlichen Süßigkeit probieren. „Kandierter Kümmel“

Das neue Residenzschloss ist jediglich äußerlich renoviert im Inneren befindet es sich noch immer im zerstörten Zustand. Im 2. Weltkrieg brannte die Burg im einem letzten sinnlosen Gefecht vollkommen ab. Dabei wurden auch die wunderschönen Holzvertäfelungen des Schlosses ein Opfer der Flammen. Bis 1989 fristete die Burgruine ein trauriges dasein, bis man schließlich mit dem Wiederaufbau begann. 2007 war dieser abgeschlossen. Zunächst diente die Burg als Veranstaltungsort, ehe man 2013 beschloss das Museum einzurichten.

In der Burg gibt es viele versteckte Wehrgänge und Bereiche, wie den Brunnenhof zu erkunden, du solltest dir  wirklich viel Zeit nehmen alles anzuschauen.

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Weitere Infos

Eintritt: Erwachsene: 7 Euro / Ermäßigt: 6 Euro (inklusive Audioguide)

Öffnungszeiten: April – September: 9:00 – 18:00 Uhr / Oktober – März: 10:00 – 16:00 Uhr

Sonderausstellung: Noch bis zum 17. Februar 2019 ist in der Cadolzburg, das älteste deutsche Kochbuch aus dem Jahre 1350 zu bewundern.

Tipp: Durch ein Kombiticket lässt sich der Besuch der Cadolzburg mit der Kaiserburg Nürnberg verbinden Erwachsene: 12 Euro / Ermäßigt: 10 Euro

Website: Internetpräsenz der Bayerischen Schlösser & Seenverwaltung

Historisches Museum

1486 errichtet diente es als Rathaus und Ort der Gerichtsbarkeit. Heute gibt es als Museum Einblick in die Ortsgeschichte, des hier geborenen Komponisten Georg Pisendel und schließlich des Hauses selbst als Beispiel mittelalterlicher Baukunst.

Eintritt: Erwachsene 3,50 Euro / Ermäßigt 2,50 Euro / bis 6 Jahre freier Eintritt

Öffnungszeiten: Mittwoch – Sonntag: 14:00 Uhr – 17:00 Uhr

Tipp: Auch für Burg- und historisches Museum gibt es ein günstigeres Kombiticket: Erwachsene: 8,50 Euro / Ermäßigt: 6,50 Euro

Website: www.museum-cadolzburg.de

Markgrafenkirche

Steigst du vom Historischen Museum hinab in den ehemaligen Burggraben triffst du auf die Marktgrafenkirche zu Füßen der Burg. 1751 wurde sie auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Sie besitzt eine umlaufende Empore, eine Orgel von 1911 und einer zusammengestellten spätgotischen Kreuzigungsgruppe.

Auch an der Kirche ist der Krieg nicht spurlos vorbeigegangen. Einschläge von Granaten am Seiteneingang der Kirche wurden bewusst belassen, um mahnend an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges zu erinnern.

mittelalterliche Cadolzburg

Das Innere der Markgrafenkirche

Seckendorfer Kapelle

Die Seckendorfer Kapelle liegt etwas außerhalb, ist jedoch ein lohnendes Ausflugsziel, da sich in ihr mittelalterliche Fresken aus 1460 bis heute erhalten haben. Obwohl sie zwischendurch als Scheune und Wohnhaus diente und die Fresken erst 1983 gesichert werden konnten.

Die Kapelle wird nach Vereinbarung geöffnet: Weitere Infos auf der Website der Stadt.

Anfahrt:

Anfahrt mit dem Öffentlichen Verkehr:

Von Nürnberg aus erreicht man Cadolzburg am bequemsten mit der Bahn.

  1. Vom Hauptbahnhof mit der S1 Richtung Bamberg zum Hauptbahnhof Fürth ca. 8 Minuten
  2. Von Fürth Hauptbahnhof mit der Regionalbahn zur Endhaltestelle Cadolzburg ca. 30 Minuten

Parkplätze: in der Nähe der Burg vorhanden.

Website: Internetpräsenz der Gemeinde Cadolzburg

mittelalterliche Cadolzburg

Quellen: Infotafeln der Gemeinde Cadolzburg, Internetseite der Bayerischen Schlösser & Seenverwaltung, Website der Gemeinde Cadolzburg / Stand 03.01.2019

Du liebst alte Burgen und Festungen? Die „mittelalterliche Burg Hohenneuffen“ in der schwäbischen Alb ist besonders im Mai zur Obstblüte sehr schön!

Mein Besuch der Gurdwara Nankana Shaib

Gurdwara Nankana Sahib

Heute gibt es für euch wieder einen Erlebnisbericht aus Pakistan. Diesmal von der Gurdwara Nankana Sahib in der Stadt Nankana zwischen Lahore und Faisalabad. Am 29. November 1469 wurde dort Guru Nanak geboren, der Begründer des Sikhismus, von dem ich euch schon in Amritsar berichtet habe. In seinem Geburtsort wurde ihm zu Ehren eine große Gurdwara errichtet. Ein mit Koranversen bestickter Umhang, ein Geschenk des Kalifen von Bagdad, ist das wichtigste Heiligtum, das in der Gurdwara Nankana Sahib aufbewahrt wird. Da ich noch am Vormittag eine Tour in Lahore hatte kam ich erst Abends im Ort an. Ich dachte es müsste kein Problem sein ein Hotel zu finden, doch was mir dann abenteuerliches wiederfuhr könnt ihr in meinem Bericht lesen. Tipps zum Besuch der Gurdwara Nankana Sahib findet ihr am Ende des Artikels.

Gurdwara Nankana Sahib

Im Regenbogenbus

Der regionale Bahnhof Lahors an der Circular Road ist wirklich riesig und man findet ohne jede Hilfe kaum den richtigen Bus. Lautes Hupen und Brüllen gehört hier zum Ton der guten Busfahrer. Die Geldeintreiber brüllen laut die Ziele der Busfahrten über den Platz, sie prasselten von allen Seiten auf mich ein. Wie stetige Hammerschläge auf meine Ohren!

Wohl nirgends auf der Welt gibt es so schöne Busse. Zwar sind sie voller tiefer Dellen, ohnen Klimaanlage und Fenster und Türen lassen sich nicht mehr schließen oder fehlen gar komplett. Aber dafür sind sie sehr aufwendig und bunt in den schillernsten Farben bemalt und strahlen wie Regenbogen! Manche mit Blumenmuster, andere mit Sprüchen aus dem Koran und wiederum andere mit heidnischen Symbolen, wie Augen, welche auch die alten Phönizier und Römer auf ihre Schiffe aufbrachten.

Als mein „Regenbogenbus“ losfährt fängt es zum ersten und einzigen Mal während meiner 44-Tägigen Pakistanreise zum regnen an. Dieser Sommer ist auch in Pakistan ungewöhnlich heiß und es gab mehrere Hitzetote.

Grünes Land, rauchende Schlote

Wir verlassen die schmutzigen Vororte der Stadt und bald schon wird es grün. Reisfelder soweit mein Auge reicht, Frauen und Männer verrichten die mühevolle Arbeit darauf. In den saftig, grünen Wiesen ist das Zebu-Rind das vorherrschende Nutztier, markant ist ihr großer Höcker.

Sehr ins Auge stechen auch riesige, rauchende Schlote. Sie ragen wie große Ungetüme aus den Feldern der Umgebung. Es sind Ziegelsteinbrennereien. Arbeiter wühlen mit der bloßen Hand in der lehmigen Tonerde und formen darauß viereckige Klumpen. Das ganze wird zunächst in der Sonne getrocknet, ehe sie im Ofen gebrannt werden. Die Arbeit ist unglaublich hart sein und obendrein auch noch schlecht bezahlt.

Wo bin Ich?

Eigentlich weiß ich nicht, wo ich genau aussteigen muss. Also frage einen meiner Mitfahrer.

Kein Problem er kann mich mit seinem Motorrad zur Gurdwara Nankana Sahib bringen. Doch die Wachmänner stoppen mich gleich. Mit Rucksack kann ich nicht da rein, ich solle erst in ein Hotel gehen, das hatte ich mir schon gedacht. Es gäbe nur ein einziges Hotel im Ort, doch das ist teuer.

Eine nette Begegnung

Also versuche ich ein günstigeres zu finden. Ein Polizist deutet in eine Richtung weiter die Straße hinauf, doch da wo es sein sollte finde ich nichts. Ich frage weiter an einem Elektronikshop. Natürlich wollen mich die Leute ersteinmal zum Tee einladen und sich mit mir über andere Dinge unterhalten. Der Verkäufer (ein 30 jähriger Mann mit vollem schwarzen Haar) bittet mich auf der Liege platz zu nehmen, am liebsten würde ich mich hinlegen und einschlafen.

Nach dem Smalltalk versuche ich ihm nochmal zu erklären, dass ich morgen die Gurdwara Nankana Sahib besuchen, ob das Ok wär. Er nickt sein Bruder könnte mich dorthin bringen. Auf die Frage ob es noch ein anderes Hotel gibt! Aber er kennt nur dieses eine in dem ich eben schon war.

Immer wieder lacht er. Ich weiß nicht ob aus Verlegenheit, Freude oder weil er mich nicht verstehlt. Vielleicht lacht er auch über meine Naivität hierherzukommen ohne Hotelbuchung. Er ist zwar sehr nett, aber irgendwie bringt mich das hier auch nicht weiter.

keine Fremden erwünscht

Mittlerweile ist auch schon die Sonne untergegangen und ich bin nicht mehr ganz so entspannt, wie heute Mittag. Hastig verabschiede ich mich. Ich werde wohl in den sauren Apfel beißen müssen und in das teure Hotel gehen. Doch angekommen der nächste Schock! Die Hotelbesitzerin will mir kein Zimmer geben.

„Für Ausländer sei es nicht erlaubt in Nankana im Hotel zu übernachten und darum kann sie mir das Zimmer nicht geben!“

Wieder einmal machen mir die Polizeivorschriften einen Strich druch die Rechnung. „Was soll ich denn jetzt machen, es ist Nacht und bestimmt fährt jetzt auch kein Bus mehr aus Nankana raus!“

„Sie meint ich solle zur Polizei vor der Guadwara gehen!“, die können mir weiterhelfen!“

„Na schön! Zurück zur Polizei die mich schon von weitem weg- und hierhergeschickt hat! Die soll mir jetzt helfen?“

Ich versuche vergeblich der Hotelbesitzerin zu erklären, das ich eben von jenem Ort hierhergeschickt wurde, doch so gut scheint ihr Englisch auch nicht zu sein, dass sie mich versteht.

Nach weiteren erfolglosen Erklärungsversuchen nehme ich schließlich wieder meinen Rucksack, verlasse das Hotel und stehe wieder am Anfang. Vielleicht wissen meine neuen Freunde vom Elektroshop einen Rat, doch gut dass ich zum Tee geblieben bin.

Gurdwara Nankana Sahib

Wieder am Anfang

Der Verkäufer von vorhin ist nicht mehr da, stattdessen ein alter weißhaariger Mann mit langem Bart und Gebetskappe. Neben in ein hagerer Mann in den 40ern.

Also noch einmal von ganz vorn. Ich erkläre was mir wiederfahren ist, zuerst wollen sie mir nicht glauben, aber ich bleibe beharrlich. Ich frage ob ich wenigsten hier schlafen könne.

Nein! Meint der Alte und greift zum Handy. Er verzieht keine Miene, so erkenne ich auch nicht, ob er mich wirklich verstanden hat. Weiß er nun ein anderes Hotel oder ruft er die Polizei und ich bekomme heute eine Einzelzelle? Egal. So müde wie ich bin könnte ich heute überall schlafen.

Dann schnappt sich der Alte ein Motorrad und fährt davon, der hagere Mann deutet ohne ein Lächeln an, dass ich hier warten soll.

Nun kommt der Verkäufer von vorhin zurück, er grinst mich nur schelmisch an! Ich lächle müde zurück. „Hotel! Hotel!“, bejaht er und deutet in die Richtung in die der Alte Mann verschwunden ist.

Hotel! Hotel!

Er kommt nach einer Weile mit einem Beifahrer. Es ist angeblich der jüngere Bruder des verschmitzt lächelnden, obwohl beide gar keine Ähnlichkeit haben, denn er ist viel kleiner und dürrer.

Sie deuten mir mit dem Bruder aufs Motorrad aufzuspringen. Rasch bedanke ich mich, überaus froh, dass sie mein dringliches Problem gelöst haben.

Wir fahren durch die Nacht und irgendwie dauert die Fahrt länger und länger. Wo soll dieses verdammte Hotel sein, irgenwo außerhalb der Stadt? Langsam beschleicht mich doch ein unwohler Gedanke. „Was wenn der mich irgendwo hinbringt! Mich ausraubt und dann kurzen Prozess macht! Allzu vertrauenswürdig sahen, die Leute im Shop ja nicht aus!“

Das Verhör im Hinterhof

Aber wir verlassen die Stadt nicht, stattdessen geht es in einen großen ummauerten, stockdunklen Hof. Fünf Leute sitzten dort im Dunkeln auf großen Liegen.

Ein kleiner dicker, ein weiterer großer mit Schirmmütze, ein dritter mit hervorstehenden Zähnen, der vierte hat starke Ähnlichkeit mit Gianluigi Buffon und ein fünfter gut Aussehender aber sehr ernst blickender Kerl. Alle von ihnen Schnauzbart. Ein Gangzeichen?

Der große mit der Schirmmütze weißt sich als Polizist aus, man entkommt der Pakistanischen Polizei einfach nicht auch wenn man unschuldig ist. Die übrige Fragerei geht wieder los: „Was ich hier will! Woher ich komme! Wo hin ich gehen will“ Der kleine Dicke scheint grundsätzlich sehr misstrauisch zu sein: „Ich kann mir nicht vorstellen, was man hier allein als Ausländer will!“

Aber das habe ich doch schon gesagt. Ich will die Gurdwara besuchen, die zu Ehren des Sikhbegründers hier errichtet wurde. Schließlich wurde er hier geboren und ist eine bedeutende Person der Geschichte und der Ort hier ist zwar klein aber kein Kuhkaff, brodelt es in mir.

„Und in Faisalabad gibt es auch nicht zu sehen! Irgendwie sagt das jeder“

Wo liegt Passu?

Ich treffe dort Freunde, die ich in Passu getroffen habe!“, „Passu, wo ist Passu?!“

Auf maps.me zeige ich den Leuten, die Stadt ganz oben im Norden! „Sie haben mich eingeladen!“ Ich hab das Gefühl, dass ich mich immer weiter in die Scheiße reite und die Herren mir immer weniger von meiner abenteuerlich klingenden Geschichte glauben. Dass man einen soweiten weg alleine ohne Begleiter zurücklegt ist für die mit ihren Familien so stark verbundenen Pakistanern völlig unverständlich.

Nun möchte der Polizist mein Visum sehen. „Ha, abgelaufen!“

„Nein. Noch 70 Tage gültig. Entscheidend ist der Einreisestempel nicht das Ausstellungsdatum!“

Ungläubig schaut er mich an. Schließlich bekommt er einen Anruf und interessiert sich nicht weiter für den Pass, nochmal Glück gehabt.

Der kleine Dicke nutzt die Zeit um übers geschäftliche zu reden. Er ruft astronomische 5000 Rupien für die Nacht auf. „Kannst du das bezahlen?!“ Ein Wucherpreis, aber was bleibt mir jetzt noch anderes übrig? Zum zweiten Mal scheine ich nach Swat in einen zwielichtigen, elitären Mafiakreis geraten zu sein.

Do you speak English?

Der Polizist mit der Schirmmützte kommt zurück. Der gut Aussehende, der bis jetzt noch gar nichts gesagt hat, hat wohl einen Bruder der zufällig Englischlehrer ist und für uns übersetzen soll. Die Geschichte wird immer merkwürdiger, denn wir haben eigentlich kein Verständigungsproblem, zumindest nicht was das Englisch angeht. Er würde schon im Hotel warten. Ok. Auf geht’s! Ne echte Wahl scheine ich ja eh nicht mehr zu haben.

Das Hotel ist diesmal nicht weit weg, es ist ehrer ein Ferienhaus. In einem großen Aufenthaltsraum warten wir auf den Englischlehrer, der doch noch nicht da ist. Schließlich kommt er dann doch noch. Der Englischlehrer setzt sich gleich neben mich und beginnt mir Fragen zu stellen. Sie unterscheiden sich auch nicht von denen der anderen.

Der Polizist mit den hervorstehenden Zähnen notiert alles Gesagte in eine Akte! Der Englischlehrer meint er käme extra von einem 40 km entfernten Dorf hierher um zu helfen. Doch von seinem Benehmen haben ich den Eindruck, dass er das höchste Tier in diesem Stall ist! Auch sind alle anderen ganz merkwürdig schweigsam.

ISI is watching you?

Seine wohlklingende Stimme und seine gewählte Art Fragen zu stellen, lässt mich leicht an die Filmfigur Hans Landa aus Inglorious Bastards erinnern!“ Der unweigerliche Gedanke schießt mir durch den Kopf: „Ist der Typ vielleicht der wahre Polizeichef, oder ist er gar von ISI, dem pakistanischen Geheimdienst höchstpersönlich?!“

Auch ihm berichte ich, dass ich morgen bei Fahrhad eingeladen bin und auch er kennt Passu nicht! Mit Nachdruck möchte er seine Telefonnummer überprüfen. So wähle ich die Nummer!

„Nur keine Sorge! Du hast nichts angestellt, deine Geschichte ist wahr, bis in kleinste Detail! Fahrhad wird mich aus dem Alptraum erlösen!“

Fahrhad geht ran! Yes!

Ich erzähl ihm die ganze Story und frage ihm, ob er einfach nochmal den Lehrer bestätigen kann, wie wir uns kennengelernt haben!“

So gebe ich mein Handy weiter und die beiden reden eine Weile auf Urdu.

Dann bekomme ich das Handy mit einem lächeln des Lehrers zurück. „Alles in Ordnung!“

Huuuhhh! Das wäre überstanden! Ein bisschen mulmig war mir schon.

Gurdwara Nankana Sahib

Loblied auf Pakistan

Ich erzähle dem Lehrer ein bisschen über meine bisherige Reise! Erzähl ihm von der Schönheit Pakistans und den tollen Menschen denen ich begegnet bin und drücke meine Bewunderung über Imran Khan aus, der überall in Pakistan sehr beliebt ist.

Der Lehrer ist sehr begeistert. Selten kommt es vor das sich ein Ausländer lobend über das Land äußert. Außerdem ist er erstaunt wieviel ich über Imran Kahn weiß.

Nun lachen alle und wollen plötzlich alle mit mir Facebook-Freunde werden. Der kleine dürre Bruder des Verkäufers grinst mich schelmisch an, als möchte er sagen: „Ich hab dir doch gesagt dir wird nichts passieren. Wir passen auf dich auf!“ Ihm dürfte wohl nicht entgangen sein, dass mir zwischenzeitlich das Herz ganz schön in die Hose gerutscht ist. Nach einer Weile veraschiedet sich der Englischleher wieder. Der Gutaussehende kann nicht besonders gut deutsch. Der kleine Dicke übersetzt für mich: Du musst hungrig sein, wir laden dich zum Essen ein und du kannst heute hier umsonst übernachten du bist unser Gast!

Meine neuen Facebook Freunde

Auf dem Motorrädern machen wir uns, je mit einem Hintermann auf dem Weg. Essen in einen der Garküchen Chana Masala mit Brot und haben Spass! Obwohl ich schon satt bin bestellt man mir noch eine zweite Portion, ich soll nicht hungrig gehen. Ein Tee am Shop daneben rundet das ganze ab!

„Wir sind eine kleine Stadt!“ , meint der kleine, Dicke, „Wir haben kein großes Nachtleben, das ist unser Nachtleben. Wir trinken einen Tee und tauschen die neuesten Nachrichten aus!“ Er sei ein einfacher Mechaniker, der Gutaussehende ein Goldschmied und eine Art Bürgermeister der Stadt. Ihm gehöre auch das Haus in denene er lokale Politiker empfange und die große Halle in der wir zuvor waren. Dort werden oft Hochzeiten gefeiert!

Ginanluigi Buffon ist einer Fischer und die restlichen zwei Polizisten.

Als wir gehen fragt mich der Polizist mit den hervorstehenden Zähnen nochmals warum ich hier bin! Als hätte er vom ganzen Abend nichts mitbekommen.

Ich antworte ihm und er klappt das Protokoll laut vor meinen Augen zu. Die Akte ist nun wohl endlich geschlossen! Vielleicht wird sie eines Tages noch hervorgeholt, wenn sich die Polizisten an den komischen Typen erinnnern wollen, der alleine durch Pakistan reiste und einst auch ihre Stadt besuchte.

Am Ziel meiner Träume!

Am nächsten Tag bekomme ich von dem Goldschmied ein leckeres Frühstück mit süßem Lassi. Dann fahren wir mit dem Motorrad zur Gurdwara. Meine Kamera muss ich abgeben, aber mit dem Handy darf man Fotos machen, was für mich keinen rechten Sinn ergibt.

Und dann darf ich endlich dieses wichtige Heiligtum, dessen Besuch mich so viele Mühen gekostet hat besuchen. Im Gegensatzt zu Amritsar halten sich dort kaum Leute auf. Es gibt einfach zu wenige Sikhs in Pakistan und diejenigen die in Indien leben dürfen nur zu besonderen Feiertagen kommen. So ist die Gurdwara Nankana Sahib und auch die Herbergen nahezu verlassen. Nur einige neugierige Pakistaner machen Selfies.

Ein großer Wasserbassain dient der rituellen Reinigung. Im Hauptbereich geht es durch einen langen prunkvollen Gang zum Heiligtum. Dort steht eine Touristengruppe denen wir eine Weile zu hören. Mehr gibt es nicht mehr zu sehen. „Any problem any need?“ , fragt mich der Goldschmied. Nein! Alles ist perfekt! Danke für alles und dass du mir diesen wunderschönen Ort gezeigt hast!“

Ich blicke noch eine Weile nachdenklich auf die Gurdwara Nankana Sahib! Was für ein friedlicher Ort! Dann bringt mich der Goldschmied zum Busbahnhof.

Gurdwara Nankana Sahib

Endlich da!

Wie du deinen Besuch in der Gurdwara Nankana Sahib planen solltest!

Lasst euch nach dem Bericht nun bitte nicht von einer Pakistanreise abschrecken! Im nachhinein gesehen, muss ich sagen, dass es etwas naiv zu glauben, in einem so sensiblen Gebiet mit erhöhten Sicherheitsbestimmungen problemlos ein Hotel zu bekommen.

Sozusagen ist der Bericht eine Anleitung, wie du deinen Besuch der Gurdwara Nankana Sahib nicht planen solltest und hier kommt, was wir darauß lernen können 😀 !

Plane deinen Besuch als Tagesausflug von einer anderen Stadt aus!

Lahore ist 70 km entfernt, Faisalabad ca. 40 km in beiden Städten kannst du problemlos übernachten und Busse können dich nach Nankana und wieder zurückbringen!

Bring kein Gepäck und Kameras mit!

Ja leider nervig! Aber so sind leider die Sicherheitsbestimmungen. Also lass dein Gepäck und deine Kamera lieber im Hotel! Zu guter letzt bleibt dir immer noch das Handy. Mit dem ist fotografieren merkwürdigerweise erlaubt!

Allgemeine Besuchsvorschriften der Gurdwara Nankana Sahib

beim Besuch müssen wie gewohnt die Schuhe, Socken ausgezogen und zusätzlich das Haupt bedeckt werden. Kopftücher  dafür befinden sich am Eingang.

Fazit:

Die Gurdwara Nankana Sahib ist ein fantastisch, mystischer Ort mit einer tollen Architektur. Auch wenn sie nicht ganz mit der Atmosphäre Amritsars mithalten  kann, ist sie dennoch für alle Reisenden, die sich für Religionen interessieren, einen Besuch wert!

Gurdwara Nankana Sahib

Backpacking-Highlights 2018

Backpacking-Highlights 2018

Hallo lieber Leser! Wieder ist das Jahr rum und in den Kanälen der Fernsehrlandschaft wird wieder zurückgeblickt. Was haben wir nicht alles erlebt?  Grund genug für mich Resüme auf ein aufregendes Reisejahr und meine Backpacking-Highlights 2018 zu ziehen.

März

Zum einen war, da meine Trip zu Fuß auf dem Limeswanderweg von Idstein nach Aschaffenburg! Mitte März ging es los! Zunächst bei wunderschönen Wetter, dann kam plötzlich der Winter zurück und ich wanderte durch Schnee und Eis.

Pfingsten

Pfingsten besuchte ich die österreichische Stadt Linz und die nahegelegene Landesausstellung in Enns. Die Ausstellung war toll! Linz hatte mir sehr gut gefallen, die Stadt hat einen einzigartigen österreichischen Charme bewahrt. Vor allem auf dem Flohmarkt trifft man noch viele Originale und die Linzer Torte schmeckt nirgends so gut wie in der Konditorei Jindrak!

August & September

Das Größte meiner Backpacking-Highlights 2018 war sicherlich meine 44-tägige Reise durch Pakistan. Zunächst landete ich in Dehli, sah mir das Taj Mahal und den sehr beeindruckenden Goldenen Tempel von Amritsar an. Dann ging es abenteuerlich über die Grenze, wo ich erstmal zu meinen Reisezielen befragt wurde und dies sollte beispielhaft für den Umgang der Polizeibehörden mit fremden Alleinreisenden werden.

Doch der wahre Schatz, die Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Pakistaner, waren diese Mühen auf alle Fälle Wert. Dann die riesigen Berge des Nordens, die mich einfach nur zum Staunen brachten! Unbekanntes, köstliches Essen in den Basaren, beeindruckende Städte und Burgen aus längst vergangenen Zeiten und schließlich durfte ich auch viel über Sufismus, einer in Pakistan beliebten Glaubensphilosophie des Islams lernen!

Schmuckste Stadt

 

Idstein

Anfang März startete ich meine Wanderung auf dem Limesweg von dieser wunderschönen, mittelalterlichen Stadt im Herzen Hessens. Das bunt bemalte Killinghaus aus dem 17. Jahrhundert, ein schiefes Haus und einen mächtigen Hexenturm lassen Idstein wie ein Märchendorf wirken und die Stadt in meiner Backpacking-Highlights 2018 Liste erscheinen!

Im Killinghaus befindet sich ein kleines Museum zur Geschichte der Stadt. Dort kannst du dir auch den Schlüssel holen, der dir die Tür zum Hexenturm öffnet. An dessen Spitze hast du eine einzigartige Aussicht.

Mehr über Idstein und den Limesweg erfährst du hier!

idstein

Beeindruckendste Burg

 

Burg Hohenneuffen

Im Mai wanderte ich zur Obstbaumblüte durch die schwäbische Alb und besuchte unter anderem die Burg Hohenneuffen.

Die Burg,eines meiner Backpacking-Highlights 2018 wurde vermutlich unter den Stauferkönig Konrad gegründet. Später wechselten die Besitzer häufig, zuletzt diente sie als Staatsgefängnis. Einen letzten Höhepunkt erlebte die Burg 1948 bei der Dreiländerkonferenz, aus der das heutige Bundesland Baden-Württemberg hervorging.

Auf der Burg führt Wolfgang Weller im Sommer seine Greifvögel vor. Neben der sehr beeindruckenden Vorführung lernte ich vor Allem etwas über das Verhalten der stolzen Vögel kennen zu denen Falken, Adler und Eulen gehören. Auch die schwäbische Spezialität Saitenwürste mit Alblinsen sind auf der Burg zu finden. Diese konnte ich mir bei einer wunderschönen Aussicht schmecken lassen.

Zur und von der Burg Weg führt der Gustav-Strömfeld-Wanderweg der immer wieder mit tollen Aussichten überrascht und auf dem ich einiges über die seltenen Tier- und Pflanzenarten der schwäbischen Alb erfahren durfte.

Du möchtes mehr über die Burg Hohenneuffen erfahren klicke hier!

Burg Hohenneuffen

aufregendstes Abenteuer

 

Besuch des Nanga-Parbat-Basecamps

Sicherlich das Aufregendste meiner Backpacking-Highlights 2018. Meine Reise durch Pakistan, indem sovieles anders läuft als gewohnt. An der Ranikot Bridge wurde uns am eindrücklichsten bewusst, was die Pakistaner noch für eine befahrbare Straße halten. Auf einem schmalen Weg voller Schlaglöcher auf die man sich meiner Meinung gerade noch mit einem Esel hochwagen könnte, fuhren wir mit klapprigen alten Jeeps entlang einer metertiefen Schlucht.

Vom Ort Jehl wanderte ich dann zu den Fary Meadows. Einem Feriendorf in dem wir unser Zelt aufschlugen.

Am nächsten Tag ging es dann in einer dreistündigen Wanderung vorbei am Ranikot Gletscher auf eine wunderschöne, blühende Wiese mit dem einzigartigen Panorama des 8126 m hohen Nanga Parbats. Von hier aus fanden die ersten Expeditionen auf den Berg statt, doch heutzutage wagt von hier aus niemand mehr den Aufstieg, viel zu lang und schwierig ist die Route.

Mehr darüber hier!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Eindrücklichste Erfahrung

 

Gastfreundschaft der Pakistaner

Keinesfall könnte ich auch nur   ein schlechtes Wort über die Gastfreundschaft der Pakistaner verlieren. Das für mich beeidruckendste meiner Backpacking-Highlights 2018. Mir wurde stets gerne geholfen, falls ich mich verlaufen hatte oder nicht weiterwusste. Die Pakistaner sind sehr begeistert Fremde in ihrem Land zu sehen, das nach Außen doch so einen schlechten Ruf hat. Oft brachten mich die Einheimischen auf ihren Motorrädern gleich zum Ziel. Immer wieder wurde ich auch zum Tee oder Essen eingeladen. Auch Couchsurfen ist in den größeren Städten des Landes gut möglich.

Zu keiner Zeit war ich während meiner ganzen Reise beunruhigt. Dafür sorgten sich die Pakistaner oft mehr um meine Sicherheit als ich selbst.

Du hast Lust auf Pakistan bekommen. Vor Kurzem habe ich einen Travelguide über das Land geschrieben.

Pakistan - travelgouide: Alles was du wissen musst

beste Wanderung

 

Über Hängebrücken bis nach Passu

Ebenfalls unglaublich war meine Wanderung von Husseini nach Passu. In Husseini führt eine meterlange, schwankende Hängebrücke über den Hunzafluss. Auf der gegenüberliegendenseite musste ich über sehr abenteuerliche Treppenstufen aus Steinplatten den Felsen hinaufsteigen.

Meine Backpacking-Highlights 2018 Wanderung ging weiter denn Fluss entlang, immer wieder die schroffen Felsen des Passugebirges im Blick und vorbei an den Hütten der Talbewohner. Dort wurde ich von Hirten sogar zum Tee und einer Brotzeit eingeladen. Sicher führte mich einer von ihnen zur Brücke in Passu, die noch wackeliger als, die Brücke in Husseini aussieht. Danach wanderte ich weiter an der Schlucht am Fluss entlang bis ich schließlich im kleinen Ort Passu landete.

Mehr über Wanderungen im Hunzatal findest du in einem meiner Artikel!

Wanderungen in Hunza

 

Leckerstes Gericht

 

Byriani & Kheer

Eines meiner Backpacking-Highlights 2018, das durch den Magen geht. Byriani ist das Nationalgericht Pakistans. Hauptzutat sind Hühnchenfleisch und Reis, welcher zunächst angebraten und dann zusammen mit dem Hühnchen und verschiedenen Gewürzen weiter gekocht wird. Ich fand es nahezu in jeder kleinen Garküche im ganzen Land, jede hat dabei sein eigenens Rezepts, weshalb ich nie ein Byriani probierte das dem anderen glich. Vor Allem in der Provinz Sindh gibt es ein sehr schmackhaftes Byriani, das mit Kartoffeln zubereitet wird.

Als Nachspeise kann ich euch Kheer empfehlen, einen süßen Reispudding.

Byriani, Kheer und andere Köstlichkeiten findest du auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan

Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan

schönstes Heiligtum

 

Goldener Tempel von Amritsar

Das beeidruckendste Heiligtum meiner Backpacking Highlights 2018 war für mich der Goldene Tempel von Amritsar in Indien. Es ist der wichtigste Tempel der Sikhs und steht jedem offen, egal welcher Religion er angehört.

Ganz golden strahlte der Tempel, der sich mitten in einem künstlich angelegten See befindet, in dessen heiligen Wasser die Pilger baden können. Tag und Nacht strömen die Menschen in den Tempel. Eine große Herberge steht Pilgern, wie Touristen offen.

Auch Essen kannst du im Tempel. Eine riesige Garküche versorgt täglich tausende von Pilgern, die sich in einer großen Halle versammeln und gemeinsam miteinander Essen und Trinken. Jeder bekommt soviel, wie er möchte, denn keiner soll hungrig gehen.

Hier gehts zu meinem Erlebnisbericht über Amritsar und den Goldenen Tempel

Amritsar an einer der gefährlichsten Grenzen der Welt

interessantestes Museum

 

Freilichtmuseum Hechingen-Stein

Das Freilichtmuseum Hechingen-Stein ist ein ganz besonderes Museum auf meiner Backpacking-Highlights 2018 Liste. Denn hier gibt es Geschichte zum Erleben und Anfassen. Über ihren Resten wurde ein Teil der römischen Gutsvilla wieder rekonstruiert. So kann man sich sehr gut vorstellen, wie einst die Römer in unseren Breitengraden lebten. Sehr wichtig waren ihnen im kalten Germanien beheizte Bäder, noch heute kannst du zahlreiche Stellen finden, an denen sich ein Ofen, sowie eine antike Fußbodenheizung befand. Auch ein überdachter Innenhof war der Kälte geschuldet.

Etwas ganz besonderes an diesem Fundort war der nur wenige Schritte von der Villa entfernte, angrenzende Tempelbezirk, welcher gerade rekonstruiert wird.

Mehr zum Freilichtmuseum erfährst du hier!

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

 

 

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Auf zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen!

Heute nehme ich euch mit auf die Spuren der ersten Nanga-Parbat-Expeditionen!  Der Nanga Parbat ist ein sehr schwierig zu besteigender Berg und schon viele Abenteurer mussten hier ihr Leben lassen. In den 30er Jahren gab es ganze fünf gescheiterte Expeditionen und namenhafte Bergsteigerlegenden, wie Willy Merkel und Alfred Drexel ließen dort ihr Leben.

Danach versuchte man erst wieder 1953 über diese Route aufzusteigen und schließlich gelang es dem Tiroler Hermann Buhl in einem unglaublichen 42-stündigen Alleingang den Gipfel zu erstürmen und wieder lebend zurückzukommen.

Auch wir begaben uns auf ihre Spuren. Die insgesamt 66 verunglückten Bergsteiger und der Name „Killermountain“ waren uns jedoch eine deutliche Warnung und wir blieben lieber im Basecamp der ersten Naga Parbat Expeditionen, welches auf einer wunderschönen blühenden Wiese und vom beachtlichen Raikot-Gletscher und natürlich dem riesigen Bergmassiv selbst umrahmt wird!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

 

Vorweg

Die Tour zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen muss auf drei Tage verteilt werden. Am ersten Tag gelangst du von der Raikot Brücke zu den Fary Meadows. Dort kannst du eine Nacht im Zelt oder in einer Unterkunft dort verbringen. Am nächsten Tag wandert man mit einem Begleitschutz zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen. Falls du früh aufbrichts und gut zu Fuß bist, kannst du noch am selben Tag zurück (8-9 Stunden insgesamt nach Jhel) oder du verbringst noch einen Tag auf den Fary Meadows und kehrst am nächsten Tag zurück.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Weg zum Nanga Parbat Basecamp

Raikot Brücke

An der Raikot Brücke fahren Jeeps einen 1300 m hohen Trek hinauf nach Jhel. Die Jeepfahrer sind leider mafia-ähnlich organisiert und selbst die Polizei scheint mitzumachen. Sie wollten uns partu nicht mit pakistanischen Touristen mitfahren lassen und auch ein Polizist sollte natürlich nur zu unserer Sicherheit mitkommen! Als wir uns dann nach zwei Stunden warten doch entschlossen zu zweit einen Jeep für teure 7500 Rupien für Hin- und Rückfahrt zu mieten, ging es auf einmal ohne Polizisten 🙁 .

Also falls ihr euch nicht über den Tisch ziehen lassen wollt, schaut dass ihr am besten schon in Islamabad oder spätestens in Gilgit eine Vierergruppe an ausländischen Touristen zusammenbekommt. Ihr könntet auch versuchen Einheimische Kleidung zu tragen, pakistanische Touristen vorher abzufangen und diese dann die Verhandlungen übernehmen zu lassen, damit euch keiner als ausländische Touristen erkennt. Der Aufstieg zu Fuß wäre völlig lebensmüde, da es unterwegs keine Trinkwasserquelle gibt und die Sonne in der baumlosen Felsgegend mit weit über 30 Grad auf eure Köpfe knallen wird!

Bevor man aufbricht muss man sich natürlich wieder einmal registrieren lassen!

Die verrückteste Straße die ich je gesehen habe!

Die Auffahrt mit dem Jeep ist meiner Meinung nach nicht weniger lebensmüde! Die Piste ist nicht befestigt und nur so übersät mit Schlaglöchern. Ich wunderte mich, wie die robusten Jeeps es überhaupt auf diesen schmalen Fahrstreifen vorwärts kommen ohne ein Rad zu verlieren!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Unbefahrbar? Nicht für Pakistaner!

Aber dass die Pakistaner erfinderisch sind und auf die verrücktesten Ideen kommen, waren wir ja bereits gewohnt. Brenzlig wurde es nur immer, wenn uns ein anderer Jeep entgegenkam. Dann musste unsere Fahrer so nah an den Abgrund fahren, dass ich schon glaubte mein letztes Stündchen hätte geschlagen.

Das mag sich jetzt zwar für dich nach einer ziemlichen Horrorfahrt anhören, aber wir hatten einen richtig guten Chauffeur, der keinesfalls waghalsig fuhr und bei dem wir uns sicher fühlten. Ein kleinwenig Nervenkitzel gehört schließlich auch dazu und die Aussicht war, das muss ich zugeben mehr als atemberaubend!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Nur nicht runtergucken 😀

Jehl

Nach 2 Stunden Fahrt in Jehl angekommen gibt es wieder eine kleine Polzeistation. Es ist eine Holzhütte. Wieder lässt man sich registieren und wir bekamen einen Polizeimann abgestellt der uns auf der weiteren Wanderung schützen soll. Diese kommen manchmal mehr, manchmal weniger ihrer Aufgabe nach. So laufen sie manchmal einfach weiter oder bleiben zurück. Der Weg ist ziemlich populär auch bei den Touristen, die vornehmlich aus der Region Punjab kommen. So wurden wir auch hier wieder unzählige Male zum  Tee eingeladen und es wurden Selfies gemacht.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Weg nach Jhel

Die Märchenwiese

Nach 2-3 Stunden Fußmarsch erreicht man die Märchenwiese (Fary Meadows). Sie ist eigentlich nichts besonnderes ein Feld grüner Wiese ähnlich einem Golfrasen. Nach dem anstrengenden Aufstieg (bedenken wir, dass es damals noch keine Jeeps gab!) war sie für den Leiter der ersten Nanga-Parbat-Expeditionen Willy Merkel so erstaunlich, dass er ihr kurzerhand diesen Namen gab. Auch ist es hier auf fast 4000 Metern schon wesentlich kühler als unten.

Oben angekommen wurden wir schließlich zu dritten Mal registriert.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Fary Meadows Campingplatz

Übernachtung und leibliches Wohl

Auf den Fary Meadows gibt es viele verschiedene Campingplätze und Hotels. Ein wahres Dorf hat sich dort oben entwickelt und obwohl die Saison schon fast zuende war, tummelten sich noch sehr viele Pakistaner aus den Punjab dort oben. So wurden wir auch hier wieder zum Tee eingeladen und spielten eine Variante des pakistanischen „Mensch ärgere dich nicht“, das mit zwei Würfeln gespielt wird.

Zum Essen gibt es lediglich einfache Gerichte wie Daal und Brata (ein sehr öliges Fladenbrot). Auch Biryani, falls man Glück hat. Zu einem sehr teuren Preis (5oo Rupien) denn alles muss mit Esel hochtransportiert werden.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Aufbruch zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Am nächsten Tag brachen wir früh um 8:00 Uhr zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditonen auf. Ein Polizist begleitete uns, welcher sich als nützlicher Führer erwies.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Auf gehts zum Basecamp

Zunächst ging die Wanderung durch Kiefernwälder einen Bach entlang bis wir in ein weiteres Dorf angelangten. Unser Wachmann machte uns darauf aufmerksam, dass wir hier keine Frauen fotografieren dürfen. An einer kleine Hütte tranken wir zur Stärkung einen Tee, mit Blick auf den Naga Parbat. Der Mann dort erzählte uns viele schaurige Geschichten von kürzlich verunglückten Bergsteigern, die es mit dem Berg aufnehmen wollten. Aufgrund der vielen Toten bekam er auch den Namen „Killermountain“. Erst kürzlich ließ ein Pole dort oben sein leben, kurz bevor er starb konnte er einen Notruf absetzten, sodass seine französische Begleiterin gerettet werden konnte.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Blick auf den Nanga Parbat

 

Nanga Parbat View Point

Weiter geht es an einem Weg an großen Felsbrocken vorbei. Als nächstes gelangen wir zum Nanga Parbat View Point, dort hatten wir eine grandiose Aussicht auf den Berg, sowie den riesigen Raikot-Gletscher. Für die meisten Touristen aus den Punjab ist hier Schluss, meinte unser Wachmann, ihre Kondition reiche einfach nicht. Sie müssten alle halbe Stunde Pause machen. Mit Deutschen schaffe er den Weg in 3 Stunden, Punjabis würden 5 Stunden brauchen.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

vorbei geht es an großen Felsbrocken

Die wahre Märchenwiese

An einen schmalen Grad ginge es nun immer den steilen Hang am sehr beeindruckenden Ranikot-Gletscher entlang.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Nur ein schmaler Pfad führt entlang des Raikot Gletschers

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Der gewaltige Raikot Gletscher

Schließlich gelangten wir auf eine viel traumhaftere Wiese, als unten im Fary-Meadow-Camp. Anders als unten scheint diese Gegend noch nicht vom Tourismus zerstört nur blühende Sträucher, saftige Wiesen, glückliche Kühe und vor Allem dieses unglaubliche Bergpanorama. Der Faulheit der Punjabis sei dank!

„Hier gebe es mal keinen Müll!“ , sage ich den Polizisten. Immer noch die riesigen Müllberge an der Ranikot Brücke in Erinnerung.

„Ja er merke auch, dass die Europäer mit denen er hierherkommt immer ihren Müll wieder mitnähmen! Das finde er auch wichtig!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Die wahre Märchenwiese

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Eine letzte Anstrengung dann ist es geschafft!

Noch sind wir nicht am Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen angekommen. Ein großer, steiler Hügel der auch mich fast meine letzten Kräfte gekostet hätte, musste noch überwunden werden und schließlich standen wir mitten im Basecamp der ersten Nangar Parbat Expeditionen unter Willy Merkel. Nur kein Campingzelt ist weit und breit zu sehen, denn bestiegen wird der Berg über diese Route schon lange nicht mehr. Sie ist viel zu lang und kraftraubend!

Zu Ehren der verunglückten Bergsteiger befindet sich in der Nähe des Basecamps mehrere Gedenktafeln. Darunter Alfred Drexel der bei der Nanga-Parbat-Expedition 1934 ums Leben kam und Karl Unterkircher, der als letztes versuchte den Berg über diese Route zu besteigen. Erfolglos, er starb am 15.07.2008. Nur Willy Merkel suchte ich vergebens. Was wohl diese Menschen gedacht haben, als sie hierher kamen? Was waren ihre Wünsche und Träume? Und was bewegte sie wohl zu so einer gefährlichen Expedition in eisiger Kälte? Was waren ihre letzten Gedanken?

Wir genießen noch eine ganze Weile die atemberaubende Aussicht auf den Berg und die wunderschöne Stille. So muss müsste eigentlich das Paradies aussehen, geht es mir durch den Kopf…

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Wo sich einst das Basecamp befand findet man heute nur noch Ziegen

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Wissenswertes

Jeepfahrt: Ab Ranikot-Brücke du solltest früh morgens von Gilgit anreisen, Rückfahrt erfolgt theoretisch mit demselben Jeep, man gibt dem Fahrer einen Zettel auf dem man schreibt wann man abgeholt werden möchte (bei der Hinfahrt sind 5000 Rupien zu zahlen und 2500 bei der Rückfahrt)

Dauer: Fahrt nach Jhel 2 Stunden / Nach Fary Meadows 2 – 3 Stunden Fußmarsch

Fary-Meadow-Campingside: für diejenigen die ein Zelt haben kostet der Stellplatzt 300 Rupien. Nachts wird es kalt, man kann sich auch Schlafsäcke ausleihen (besser selber mitbringen)

Sicherheit: zur Sicherheit sollte das Camp Nachts und alleine nicht verlassen werden.

Nanga-Parbat-Basecamp: Die Wanderung zu Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen dauert Hin und zurück 6 Stunden. Im Dorf zwischen Basecamp und Fary Meadows kann man Tee trinken und Essen (Daal und Brata, ein fritiertes Brot) zu sich nehmen.

Du möchtest gerne noch mehr über das Wandern in Pakistan erfahren. „3 Abenteuerliche Wanderungen im Hunzatal“ habe ich in diesem Artikel für dich beschrieben.

 

Wanderungen in Hunza

Los gehts! – 3 abenteuerliche Wanderungen in Hunza

 

Hallo lieber Blogleser! Heute habe ich einen ganz besonderen Artikel für dich! Natürlich hab mir ich als leidenschaftlicher Bergsteiger in Hunza nicht nur alte Festungen angesehen. Nein! Ich war  auch Wandern und hatte wundervolle Erlebnisse mit Menschen und eine herrliche Zeit inmitten einer atemberaubenden Natur! Ich fühlte mich dem Himmel wieder ein Stückchen näher. Auf welchen abenteuerlichen 3 Wanderungen in Hunza ich war, erfährst du hier!

Wanderungen in Hunza

Berge kurz vor Passu

Zunächst möchte ich aber noch kurz etwas Allgemeines vorwegnehmen:

Grundsätzliches zu Wanderungen in Hunza

Für alle Wanderungen in Hunza und im übrigen Pakistan empfehle ich dir Fitness, gutes Schuhwerk, sowie Erfahrung im Wandern und Bergsteigen! Du solltest wissen, dass Wandern in Pakistan in keinster Weise mit Wandern in Europa vergleichbar ist. Die Wege sind nicht ausgeschildert. Viele Wege sind nur Trampelpfade und die meisten führen ins nirgendwo. Wege entlang an Felsklippen sind selten durch Seile gesichert. Meine Beschreibungen sind weniger als profesionelle Weganleitung, sondern mehr als Beschreibung, was es alles zu sehen gibt und mit welchen Schwierigkeiten du zu rechnen hast, zu verstehen.

Wanderungen in Hunza

Passu Brücke über den Hunza Fluss

Solltest du dich dazu entschließen demnächst in Pakistan wandern zu gehen bitte schätze dich anhand meiner Beschreibungen selbst vernünftig ein. Hast du keine Erfahrungen kann ein Guide mit seinem Wissen erheblich zu deiner Sicherheit beitragen. Er ist schon ab 1500 – 2000 Rupien zu bekommen, eine Summe die es kaum Wert ist  deine Gesundheit zu riskieren! Auch etwas zu Essen und zu Trinken solltest du dir im Vorraus besorgen, da es einmal unterwegs keine Möglichkeiten gibt etwas zu kaufen und es mittags sehr heiß wird.

Wanderungen in Hunza

Auf dem Weg nach Ghulkin

1. Wanderungen in Hunza: Kanalwanderweg

Vorweg: Ein wunderschöner Weg der dich von der großen Flussquelle entlang an den vielen kleine Kanälen das fast schwarze Wasser des Hunzatals zu den verschiedenen Anbauterassen führt. Während der ganzen Wanderung hast du immer wieder eine wunderbare Aussicht auf das Baltit Fort. Verlässt du schließlich den Wald führt eine Teerstraße hinauf zum Eagles Nest. Erschöpfte Wanderer können ab hier genausogut versuchen, eines der vielen Autos die zum berühmten Aussichtspunkt fahren zu stoppen. Der Weg ist leider nirgends ausgeschrieben, man trifft aber immer wieder auf freundliche Einwohner, die man fragen kann. Ansonsten ist es immer ratsam entlang der Kanäle zu wandern.

Start: Baltit FortZiel: Eagles NestDauer: 4-5 Stunden

Wanderungen in Hunza

Aussicht auf das Baltit Fort

An der Schlucht entlang

Der Weg beginnt gleich nördlich hinter dem Baltit Fort. Dort führt dich ein Teil des Ultar Meadow Treks am Fluss entlang. Dieser Weg führt immer weiter in  die Felsschluchten hinein und man wird mit einem fantastischen Blick auf das hoch oben trohnende Baltit Fort belohnt. Bevor sich jedoch die Schlucht verengt und du an ein großes Wasserreservoir gelangst, musst du vom befestigten Weg auf einem mehr oder weniger unscheinbaren Trampelpfad abbiegen der dich hinunter zum Fluss bringt.

Wanderungen in Hunza

Wanderungen in Hunza

Am rechten unteren Bildrand zweigt ein unscheinbarer Weg ab

Es geht an mehreren Bäumen vorbei zu einem Holzsteg über den reißenden Fluss hinüber auf die andere Seite. Dort befinden sich die Anbauterassen welche durch die Kanäle mit dem wertvollen Quellwasser der Berge gespeist werden.  Du folgst am Besten einer dieser Kanäle, welche durch ein ausgeklügeltes System miteinander verbunden  sind.

Schwarzes Wasser

Eine ganze Weile führt der Weg entlang des Kanals durch den Wald, du kommst auch immer wieder an Häusern vorbei. Die Bewohner geben gerne Auskunft. Bald darauf führt dich auch schon der Weg auf die Teerstraße. Zum Eagles Nest geht es den steilen Weg nach oben.

Wanderungen in Hunza

Kanal mit schwarzem Hunzaquellwasser

Weiter zum Eagles Nest

Ab hier gelang es mir einen Bus zu stoppen, auf dessen Gepäckträger ich die restliche Strecke bewältigen konnte. Die Pakistanischen Kinder die darauf saßen und ich hatten viel Spass! Campingplätzte sind vorhanden. Abends genoss ich einen wunderbaren Sonnenuntergang am Eagles Nest.

Wanderungen in Hunza

auf dem Weg zum Eagles Nest

2.Wanderungen in Hunza: Aprikosen und Gletscher

Vorweg: Ein toller Wanderweg, der zunächst durch zahlreiche Haine mit duftenden Aprikosen führt von denen mir die Einheimischen immer wieder welche anboten. Bei soviel Freundlichkeit und Bereitschaft zu Teilen konnte ich nur staunen! Beim Dorf Ghulkin musste ich, dann einen kleinen Gletscher überqueren. Es ist ratsam dies nicht ohne lokalen Führer zu unternehmen. Glücklicherweise hatte ich zwei erfahrene Schweizer Bergsteiger mit mir, alleine hätte ich den Weg über den Gletscher bestimmt nicht gefunden. Du findest aber ebensogut Führer in Ghulkin, die dir den Weg zeigen können. Kurz darauf siehst du schon das Dorf Husseini und das Tagesziel, den Borit Lake!

Start: Gulmit Ziel: Borit Lake ca. 5 - 6 Stunden

Wanderungen in Hunza

Übernachtung in Gulmit

Der Weg startet von Gulmit, welches vom Erdrutsch 2010 stark betroffen war. Am besten du verbringst eine Nacht im Ort. Zwischen Gulmit Continetal und Mulberry Lodge befindet sich auch ein Gasthaus mit Campingplatz. Das Dorf hat auch ein kleines Museum, das in einem traditionellen Haus eingerichtet wurde. Die Schlüssel für das Museum verwahrt das Marco Polo Inn. Eine Führung ist im Preis inbegriffen. Ein weiteres altes traditionelles Haus (angeblich 700 Jahre)  welches besichtigt werden kann befindet sich am Ende des breiten Platzes links. Darin befindet sich eine kleine Teppichweberei. Die Teppiche werden mühsam von Hand geknüpft. Der Tageslohn beträgt für die Arbeiterinnen gerade einmal sieben Euro, sofern sie einen Teppich verkaufen können.

Die Aprikosenbäume

Gehtst du wieder 3 Häuser zurück führt rechts davon eine breitere Straße hinauf nach Ghulkin. In Serpentinen führt dich dieser Weg hinauf, dabei durchwanderst du die herrlichen Aprikosenhaine und kannst Einwohnern beim Trocknen ihrer wertvollen Ernte auf den Hausdächern zusehen. Oben befindet sich ein Dorf, folge dem Weg rechts in westliche Richtung (in Google maps als Kamaris Gulmit Road bezeichnet). Nach einer Weile kann man von der Ferne das Ondra Fort erblicken, welches die Region schützen sollte. Ein Weg führt zur Spitze des Felsens und zum Fort. Ein weiterer Weg führt den Berg hinauf, doch wir bleiben weiterhin auf gradeaus auf der Kamaris Gulmit Road.

Wanderungen in Hunza

Aprikosenbäume

Wanderungen in Hunza

Ghulkin

Du wanderst weiter auf dem breiten und gut befestigten Weg an felsigen Klippen vorbei und an den Häusern der Dorfbewohner, welche dich Auffordern werden einen Tee mit ihnen zu trinken und von ihren Aprikosen zu kosten. Dann gelangst du in ein breites Tal in dem das Dorf Ghulkin liegt. Ab hier solltest du dir einen Führer nehmen, da man sich am Gletscher leicht verlaufen kann und dieser Weg auch nicht mehr in Google maps zu finden ist.

Wanderungen in Hunza

Das Dorf Ghulkin vom Gletscher aus gesehen

Wanderungen in Hunza

Aufstieg zum schwarzen Gletscher

 

Der schwarze Gletscher

Serpentinen führen dich nun nochmals zu einer größeren Häusersiedlung und dann eine hohen Schotterberg hinauf, an dessen Spitze du den Ghulkin Gletscher erblicken kannst. Er wird auch schwarzer Gletscher genannt, da er vollkommen von Schotter bedeckt ist. Trotzdem fand ich ihn sehr eindrücklich und das Krachen der Steine vermittelte mir erfürchtig, dass der Gletscher ständig in Bewegung ist.

Wanderungen in Hunza

Der schwarze Gletscher

Wanderungen in Hunza

Die Aussicht ist mal wieder atemberaubend! Das Ende des Gletschers makiert ein kleiner Kanal der durch den Felsen geschlagen wurde um Quellwasser nach Husseini und die umliegenden Dörfer zu leiten. Man kann auf diesem Kanal durch die Schlucht wandern und erblickt das Dorf und den Borit Lake. Von hier aus ist es nicht mehr weit und der Weg führt direkt zum wunderschönen See, in dem du sogar Baden und dich abkühlen kannst. Eine wahre Wohltat nach der anstrengenden Wanderung!

Wanderungen in Hunza

Borit Lake

3. Wanderungen in Hunza: Nur nicht hängen bleiben!

Vorweg: Die aufregendste, meiner Wanderungen in Hunza für die du keine Höhenangst haben solltest! Er führt über zwei wackelige Hängebrücken über den Hunzafluss und an einem sehr schmalen Weg, die Schlucht entlang des Karakoram Highways. Wer nicht 100 % schwindelfrei ist, sollte diesen Weg nicht nehmen.

Start: Borit LakeZiel: PassuDauer: ca. 8 Stunden

Wanderungen in Hunza

Breites Steinfeld mit den Bergen Passus im Hintergrund

Husseini Brücke

Vom Borit Lake führt eine Serpentinenstraße hinab nach Husseini. Unten angekommen trifft man einen kleinen Shop, and dem du nochmal etwas zu Trinken kaufen kannst. Um zur Brücke zu gelangen musst du wieder einen Teil des Karakoram Highways in Richtung Karimabad zurücklaufen. In der zweiten Kurve führt ein schmaler Weg hinunter zur Husseini-Brücke. Sie ist eine bekannte Touristenattraktion, weshalb du dort immer Leute finden wirst, die dir den Weg zeigen können.

Nach einem kleinen Brückenpfand darfst du dich auf den Weg machen die stark schwankende Brücke, deren Holzplanken eine Schrittlänge voneinander abstand haben, zu überqueren.

Wanderungen in HunzaWanderungen in Hunza

Am anderen Ufer

Auf der gegenüberliegenden Seite führen aufwändig angelegte Treppenstufen aus Schieferplatten hinauf an einer steilen Felswand. Trittsicherheit und Vorsicht ist unbedingt erforderlich. Dann führt dich der gut erkennbare Weg weiter der Felswand entlang, immer die Berge Passus im Blick.

Wanderungen in HunzaWanderungen in Hunza

Danach wird der Weg wieder schmaler, führt dich durch Wiesen und an Steinhütten vorbei und schließlich durch Buschwerk bis man auf einem großen freien Steinfeld steht. Hier kann man sehr schöne Bilder mit den Bergen ringsrum machen. Ab hier ist der Weg nicht immer deutlich sichtbar, mit maps.me aber dennoch gut zu finden. Vom Steinfeld gehst du weiter bergauf, überquerst einen Bach bis du zu einem Betonbecken gelangst. Hier gehst du ein Stück abwärts dem ausgetrockneten Flussbett entlang bis du an eine Hirtenunterstand angelangst.

Wanderungen in Hunza

Das Betonbecken

Wanderungen in Hunza

Überquerung des Flussbetts

Am Flussbett

An dieser Stelle kannst du das Flussbett überqueren und triffst einen markanten viereckigen Felsklotz an. Der eigentliche Weg führt nun weiter Weg vom Flussbett. Da er aber sehr schlecht wird und ich mich selbst auf ihm verlaufen habe, war ich heilfroh, dass mir ein Bergbauer den weiteren Wegverlauf gezeigt hat.

Wanderungen in Hunza

ein markanter viereckiger Felsklotz markiert die andere Seite des Flussbetts

Ich rate dir darum einfach dem Flussbett weiter abwärts zu folgen. Der Weg kreuzt weiter unterhalb automatisch wieder das Flussbett und hast du einen gigantischen Ausblick auf die Passu Brücke.

Wanderungen in Hunza

Schon von weitem sieht man die Passu Brücke

Passu Brücke

Diese ist nicht nur älter, wackeliger und hängt viel höher, sondern ist auch weitaus weniger gut in Schuss als die in Passu. Halt also die Augen offen wo du gerade hintrittst, und versuche den Fuß auf die Stelle zu setzen an dem sich das Stahlseil befindet.

Wanderungen in HunzaWanderungen in Hunza

Wanderungen in Hunza

Die abenteuerliche überquerung der Passu Brücke

Wandern an der Schlucht

Drüben angekommen ist es noch nicht ganz vorbei. Ein schmaler Eselspfad führt an der steilen Klippe nur langsam hinauf. Im Schatten großer Felsen die sich darüber befinden und die mir ein mehr als mulmiges Gefühl gaben, dort unten rumzuwandern. Schließlich traf ich auch noch an einigen Grabplatten von verunglückten Wanderen. Dann ist der Nervenkitzel gottseidank erst einmal vorüber. In sicheren Gelände geht es langsam in Richtung Karakoram Highway. Das letzte Stück ins Dorf musst du noch auf diesem wandern.

Wanderungen in Hunza

Wanderungen in Hunza

Sandsturm auf dem Hunzafluss

Ich hoffe mein Artikel über meine Wanderungen in Hunza hat dir gefallen. Über ein Feedback in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen 😉

 

Entdecke Tübingens Schlosssammlung

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen

Das Schloss Hohentübingen bietet unglaubliche Superlative: das älteste Riesenfass der Welt, die ältesten Eiszeitfiguren, das älteste biochemische Labor und eine neu sannierte Schlosssternwarte. Das Schloss wurde erstmals 1078 während einer erfolglosen Belagerung durch Heinrich IV. erwähnt. 1342 musste die Burg an die Grafen von Württemberg verkauft werden. Zwischen 1816 und 1819 wurde das Schloss dann auf die bereits 1477 gegründete Universität Tübingen übertragen. Nach einer Umfassenden Sanierung können nun einige der Sammlungen der Universität  im Schloss bestaunt werden, dabei befinden sich viele bedeutende, seltene und interessante Ausstellungstücke darunter. Entdecke Tübingens Schlosssammlung! Es erwartet dich die älteste Flöte der Welt, oder eine komplette Grabkammer, die sich einst an den Füßen der Cheopspyramide befand und ein Regeagenzglas mit einer der ersten von Friedrich Mischer isolierten DNA´s! Los gehts!

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Aussicht vom Schloss

Wegbeschreibung zum Schloss

Läufst du vom Hauptbahnhof geradeaus in den Park gelangst du über eine kleine Brücke in eine gr0ße Plantanenallee auf der Neckarinsel Tübingens. Vor Allem im Herbst leuchtet sie in den schillernsten Farben. Am südwestlichen Ende der Allee befindet sich das Silcherdenkmal.

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Plantanenallee auf der Neckarinsel im Herbst

Silcher war der erste Musikdirektor der Eberhart-Karls-Universität in Tübingen und Komponist für volkstümliche Lieder und Choralgesänge. Er lebte von 1789 – 1860 und hatte mit den Nationalsozialisten eigentlich nichts zu tun. Trotzdem instrumentalisierten sie seine Kompositionen für ihre eigenen Zwecke und errichteten ihm ein Denkmal um den Krieg zu verherrlichen und als eine gute Sache darzustellen, wie zwei Soldaten im Rücken der Statue zeigen. Heute wirkt es wie ein Mahnmahl, das an eine verheerende Zeit in der Deutschen Geschichte und dem Missbrauch der Kunst erinnert.

Zum Schloss musst du die Alleebrücke überqueren und den Treppenstieg neben den kleinen Straßentunnel aufsteigen. An der Westseite des Schlosses führt rechts ein Weg durch einen schmalen, engen Tunnel in den Innenhof des Schlosses. Rechts neben dem Tunnel führt ein Treppengang hinauf zu einem kleinen Burggarten von dem man eine schöne Aussicht auf Stadt und Neckar hat.

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Innenhof des Schlosses

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: Schlosslabor

Rechts auf der Südseite des Innenhofes befand sich einst die Schlossküche. 1818 entschloss sich die Universität hier ein Labor für ein damals sehr junges Forschungsfeld einzurichten. Der „physiologischen Chemie“ oder heute einfach Biochemie genannt! So entdeckte der frühere Tübinger Professor Felix Hoppe-Seyler 1861 den roten Blutfarbstoff Hämoglobin.

Gewidmet ist die Ausstellung jedoch dem Entdecker der DNA, Friedrich Miescher! Er konnte mit dem Verdauungsenzym Pepsin, Eiterzellen so stark auflösen, dass er nur noch die Zellkerne mit der DNA vorliegen hatte. Die Funktion, der von ihm als „Nuclein“ (vom lateinischem Wort Nucleus für Kern) bezeichneten Säure als Träger der Erbinformation, konnte man jedoch damals noch nicht erahnen.

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Präparate aus dem Schlosslabor

Zu den Ausstellungsgegenständen gehören alte Chemische Laborgeräte, wie Spektrometer, Aräometer, Zentrifuge und Destille, an dessen Aussehen und Funktionsweise sich über die Jahre kaum etwas geändert hat. Desweiteren zu sehen sind sehr anschaulich aufgestellte biochemische Präparate einer Lehr- und Schausammlung (spätes 19. frühes 20. Jahrhundert) in dessen Zentrum eines der Reagenzgläsern mit der von Friedrich Miescher isolierten Nucleinsäure steht.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: Museum „Alte Kulturen“

Am anderen Ende der Südseite befindet sich die Sammlung „Alte Kulturen“, hier kannst du Ausgrabungen aus mehreren Themengebieten, wie Steinzeit, Münzen, griechischer und ägyptischer Kunst, bestaunen.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „ältere Urgeschichte“

Zum Highlight des Museums gehören sicherlich die Funde aus der Vogelherdhöhle. 1931 fand man hier die zurzeit ältesten von Menschen geschaffenen Kunstwerke! 16 kleine, originale Tierfiguren aus prähistorischen Mammutelfenbein verzauberten mich. Vor allem die Pferdefigur dessen anatomischer Aufbau unglaublich genau eingefangen wurde zeigt, die 40.000 jährige Faszination des Menschen zu diesen Tieren. Außerdem befindet sich eine ebenso alte Flöte aus Gänsegeierknochen und somit das älteste Musikinstrument der Welt im Museum.

Entdecke Tübingens Schlosssammlung

Pferdefigur aus der Vogelherdhöhle

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „jüngeren Urgeschichte“

Der jüngeren Urgeschichte und den Kelten widmet sich der nächste Raum. Die Sammlung umfasst Stücke aus den Ausgrabungen am Federsee, welche ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ ist. Darüberhinaus werden Stücke aus der Keltensiedlung Heuneburg und Heidengraben ausgestellt. Ein halbmondförmiger Gegenstand fällt besonders auf! Diente er kultischen Zwecken oder war seine Form jediglich der  Verwendung zum Ablegen von Fleischspießen über dem Feuer, geschuldet?

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Halbmondidol oder Grillgutablage?

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Pfahlbauten- und Keltensiedlungen

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Originalsammlung der klassischen Archäologie“

Die Sammlung „Der klassischen Archäologie“ umfasst Exponate der antiken Kunst. Allen voran aus dem Alten Griechenland, aber auch der Etrusker. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den kunstvollen Keramiken in deren Herstellung die Griechen wahre Meister waren! Sehr schön kannst du auch die Unterschiede im Stil der verschiedenen Epochen erkennen.

Die typisch, beige Farbe der korinthischen Keramik rührt daher, dass dieser Ton nur geringe Anteile an Eisenoxid enthält. Ganz im Gegensatz zum Attischen Ton. Bemalte man die Vasen zunächst noch mit „Schwarzen Figuren“ in denen man die feinen Konturen der Motive einritzte, änderte sich der Stil ab 530 v. Chr. Nun wurde der Hintergrund schwarz bemalt und die Konturen der Motive mit feinen Linien nachgezeichnet, sodass „Rote Figuren“ enstanden.

Entdecke Tübingens SchlosssammlungEntdecke Tübingens Schlosssammlung

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Münzsammlung der klassischen Archäologie“

Auch Münzen aus allen Epochen kannst du im Museum wiederfinden. Beispielweise Entdecke Tübingens Schlosssammlungaus dem „Babarossaschatz“. Er wurde in Kleinasien an jener Stelle gefunden, an dem das Heer des berühmten, mittelalterlichen Deutschen Kaisers drei Wochen nach dessem tragischen Tod vorbeizog. Mit in der Sammlung befinden sich auch Münzen und Medaillien aus Tübingen. Reiche Silberfunde im Schwarzwald ermöglichten es den Tübinger Pfalzgrafen ihre eigene Prägungen herauszugeben.

Den großteil der Sammlung bildet jedoch die griechische und römische Epoche. Mit der berühmten athener Tetradrachme oder den Bildnissen großer, römischer Staatsmänner, wie Cäsar, Augustus und Nero.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Ägyptische Sammlung“

In der ägyptischen Sammlung gibt es Fundstücke von den frühen Anfängen bis zur christlichen Epoche und deckt somit eine Zeitspanne von insgesamt 6200 Jahren ab. Du kannst mühevoll aus Stein und Keramik gefertigte Gefäße, Amulette, Skulpturen und Uschebtis bewundern. Das Museum beherbergt außerdem eine der wenigen kompletten Grabkammern außerhalb Ägyptens.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Sarg des Flottenadmirals Idi auf dessen Sargdeckel sich eine selten überlieferte Sternenuhr befindet. Papyri mit magischen Sprüchen, sogenannte Totenbücher dienten dazu dem Verstorbenen den Weg ins Jenseits zu erleichtern. Uschebtis (kleine Tonfiguren) sollten mit Hilfe dieser Sprüche zum Leben erweckt werden und für den Verstorbenen Arbeit verrichten, damit dieser es nach seinem Tod so angenehm wie möglich hatte. Hin und wieder unterliefen jedoch Fehler, wie die falsche Beschriftung eines Sarges zeigt. Welche Folgen dieser Pfusch wohl für den Verstorbenen hatte?

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Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Abguss-Sammlung“

Den Abschluss bilden Gipsabgüsse berühmter antiker Figuren u.a. der Venus von Milo, dessen Orignial im Louvre in Paris steht. Dass diese Figuren auch ursprünglich bemalt sein konnten,  zeigten Farbreste, die man an den Statuen und Reliefs nachweisen konnte.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Schlosssternwarte“

Verlässt du den Innenhof und durchquerst das Tor kommst du zu einem kleinen Bastion in dessen Mitte sich eine alte Sternwarte befindet. Der  Mathematiker und Astronom Gottlieb Friedrich Bohnenberger (1765 – 1831) fing hier 1818 mit der Vermessung des damaligen Königreichs Württemberg an. So orientieren sich noch heute die württembergischen Flurkarten nach diesem Punkt.

Schon davor nutzte er das Observatorium. 1814 wurde es für ein damals sehr modernes Winkelmessgerät, ein großer Wiederholungskreis der Firma Reichenbach & Ultzschneider aus München, gebaut. Heute existieren nur noch wenige dieser Istrumente mit denen man die Koordinaten von Himmelsobjekten bestimmen konnte. Nach dem Tod Bohnenbergers geriet die Sternenwarte in Vergessenheit. Erst 2002 wurde der Wiederholungskreis darin wiederentdeckt und kann seit diesem Jahr in der Burg bestaun werden.

Entdecke Tübingens Schlosssammlung

Oberes Tor

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Ethnologische Sammlung“

Zwischen oberem und unterem Tor befindet sich am Fünfecksturm die Ethnologische Sammlung des Museums mit dem Schwerpunkten Pazifik und Amazonasgebiet.

Von hier aus führt der Weg durch das untere Tor in die wunderschöne Altstadt mit seinen zahlreichen Fachwerkbauten!

Weitere Infos:

Ältestes Riesenweinfass: Das Älteste Riesenweinfass der Welt ist seit kurzem wieder zugänglich. Nämlich vom 03.11. bis 15.03.2019 wenn die Fledermäuse im Keller nicht gestört werden. Zugänglich ist es nur im Rahmen einer 45 minütigen Führung (Mo – Do 16 Uhr bzw. Fr-So 14 und 15 Uhr), die das Museum „Alte Kulturen“ mitbeinhaltet. (Erwachsene 8 €, Ermäßigt 6 € / Ticketreservierung auf der Website des Museums möglich)

Alles über die Öffnungszeiten und Eintrittspreise der einzelnen Sammlungen erfährst du auf der Website: www.unimuseum.de

Quelle: Infotafeln Schloss Tübingen / Schlossmuseum / Schlosslabor

Du interessierst dich für die Antike? Entdecke das einzigartige Keltenmuseum in Hochdorf!

 

 

 

 

 

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Den Himmel so nah – Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Das Hunzatal und deren Bewohner

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Das Hunzatal ist eine der schönsten Bergregionen von ganz Pakistans und befindet sich auf 2400 m. Auch hier wird auf Terassenfeldern Ackerbau betrieben, die mit einem aufwendigen Verteilungs- und Kanalsystem bewässert werden. Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten im Hunzatal gehören das Baltit- und das Altit Fort. Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten im Hunzatal sind aber natürlichen Ursprungs. Am Eagles Nest hat man einen wunderschönen Rundumblick auf die umgebenden Berge, davon sind die Eindrücklichsten der 7788 m hohen Rakaposhi und die Lady Fingers. In Gulmit kann man zuerst durch Aprikosenhaine, über einen Gletscher zum Borit Lake wandern. Von dort aus führt ein abenteuerlicher Weg über die Husseini Brücke nach Passu, oder für Geübte über den Passu Gletscher (Achtung Führer erforderlich!)

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Blick in Hunzatal frühmorgens

Legenden um die Hunzakut

Die Bewohner des Hunzatals werden Hunzakut genannt, viele Legenden ragen sich um sie. So sollen sie einstige Nachfahren, des Heeres von Alexander den Großen sein, die sich hier niederließen. Die blauen Augen mancher Bewohner sollen ein Beweis für ihre europäische Abstammung sein. Fast Tausend Jahre blieb das Hunzatal unabhängig, ehe 1892 die Briten kamen.

Die Hunzakut sprechen aufgrund der isolierten Täler viele verschiedene Sprachen und es ragen sich viele Legenden um sie. So sollen sie durch eine besondere Lebensweise in den hohen Bergen besonders langlebig sein. Die Hunzakuts behaupten selbst es liege am Hunzawasser. Damit kann sowohl, das fast schwarze Quellwasser als auch den selbstgebrannten Maulbeerschnaps gemeint sein.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Besonders schön ist es durch die zahlreichen Aprikosenhaine zu wandern und die Bewohner boten uns immer wieder an, die köstlichen Aprikosen zu probieren. Ein 80-jähriger immer noch sehr gesund wirkender Bauer verriet uns, dass auch diese eine wichtige Rolle bei der Ernährung spielen, so helfen sie z.B. Verstopfungen. Er knackte außerdem die Aprikosenkerne und gab uns das nussähnliche Innere, welches angeblich vorbeugend gegen Krebs wirke. Der Geschmack erinnerte uns stark an Mandeln.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Ein Beliebtes Mitbringsel getrocknete Aprikosen aus dem Hunzatal

Religion

Die Hunzakut sind Ismaeliten. Im Gegensatz zu den glauben nicht, dass die Linie Mohammads mit dem 12. Imam endete, sondern folgen dem Aga Khan. Dieser lebt heutzutage in Pairs, ist sehr westlich orientiert und unterstützt mit seiner Stiftung viele wohltätige Projekte in der Region. So ist die Alphabetisierungsrate die höchste in ganz Pakistan, auch förderte er den Tourismus, welcher nach dem 11. September fast vollständig zum erliegen kam. So wurden Altit und Baltit Fort, resauriert und Besuchern zugänglich gemacht.

Die Ismaeliten sind selbst ein unglaublich offenes,herzliches und fröhliches Volk. So sind die Frauen oft bunt gekleidet und selten komplett verschleiert. Auch Unterhaltungen sind möglich. Männer tragen oft, das einfarbige Shalwar Kameez und eine spezielle Kopfbedeckung, den Pakol. Gerne kann man eine Einladung zum Tee oder Essen annehmen, man muss keine Hintergedanken fürchten.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal in Karimabad

Baltit Fort

Das Fort ist im 14. Jahrhundert etstanden. Infloge eines Streits zweier Brüder der Herrscherdynastie im 15. Jahrhundert  zog der Ältere in das Baltit Fort während der Jüngere im wesentlich älteren Atlit Fort verblieb. Mit dem Sieg des älteren über den Jüngeren wurde Baltit zum Hauptsitz. 1891 kam es wieder zum Showdown zischen zwei Brüdern des Herrscherhauses. Mit der Invasion der Briten musste Safardali Khan nach China fliehen und die Briten installierten seinen jüngeren Burder Muhammad Nazeem Khan als Marionettenherrscher. Er ließ den obersten Stock umbauen und sich ein prächtiges Zimmer im britischen Kolonialstil errichten. Bis 1945 wurde Fort bewohnt, danach verfiel es zunehmends, ehe es 1996 umfassend restauriert und Touristen heute als eine der Sehenswürdigkeiten im Hunzatal zugänglich gemacht wurde.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Das Fort wurde sehr gut restauriert und mit sehr schönen Exponaten ausgestattet. Die Besichtigung ist nur mit einem Führer möglich. Zu sehen ist eine sehr große Küche mit mehreren Öfen und ein Aufenthaltsraum mit Weinkeller.

Dann geht es hinauf auf eine Terasse mit einem Thron, von hier aus konnten die Herrscher und nun ich eine herrlichen Ausblick auf das Tal genießen. Die oberen Stockwerke widmen sich der jüngeren Baugeschichte. So kommt man in das prächtige Kolonialzimmer mit bunten Fenstergläsern, sowie eine weitere Küche und einem Schlafzimmer. Besonders schön sind die Schnitzarbeiten der Balken und Säulen.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Altit Fort

Das 400 Jahre ältere Fort hat einen schönen Garten, der zum Verweilen einlädt. Es wurde 2007 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist den älteren Räumen des Baltit Forts sehr ähnlich. Bietet jedoch nocheinmal eine andere Sicht auf das Tal und den Karakoram Highway.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Blick vom Altit Fort auf den Karakoram Highway

Ganish

Ganish gehört zu den Sehenswürdigkeiten im Hunzatal  am Fuße Karmiabads. Dort stehen mehrere historische Häuser und eine unscheinbare Moschee. Hier verlief einst die alte Seidenstraße.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Eagles Nest

Nirgends fühlt man sich dem Himmel so nah, wie auf dem Eagles Nest! Von diesem Aussichtspunkt hat man einen atemberaubenden Blick auf das Tal und die umliegenden Berge von denen der Rakaposhi und die Ladyfinger besonders herrausstechen. Übernachten kann man entweder im Hotel oder wie ich auf einen der Campingplätze. So hat man die Chance sich den noch viel beeindruckenderen Sonnenuntergang bzw. Sonnenaufgang anszuschauen, wenn die Berge in ein goldenes Licht getaucht werden.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Anfahrt: von Gilgit aus musste ich zunächst einen Minibus nach Aliabad nehmen. Von dort aus fahren Suzukis nach Karimabad. Man kann den Fahrer bitten an der Old Fort Road auszusteigen, welche etwas unterhalb des Baltit Forts liegt.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Aliabad

Übernachten: Es gibt zahlreiche Hotels (1500 – 2500 RS) und Campingplätze (300 – 500 RS) auf dem Eagles Nest. Auf letzteren ist es auch möglich ein Zelt anzumieten (1500 RS). Hinauf auf den Berg kann man nur zu Fuß oder mit etwas Glück per Anhalter kommen. Vor allem Abends und Morgens kommen sehr viele Touristen aus Punjab auf den Aussichtspunkt. Diese veranstalten, dann auch gerne kleine Partys und spielen gerne Ludo, eine pakistanische Variante des „Mensch ärgere dich nicht“. Auch in Karimabad selbst gibt es mehrere Unterkünfte.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Zelten auf dem Eagles Nest

Kaufen: Die sehr köstlichen getrockneten Aprikosen und ein Pakol (traditionelle Kopfbedeckung der Hunzakut) sind die typischen Devotionalien aus der Region.

Ultar Meadows: Sehr lohnenswert bei Sehenswürdigkeiten im Hunzatal sollten auch die Ultar Meadows sein. Leider ist es seit einer Explosion/ Erdrutsch im März nicht mehr möglich sie zu besuchen. Alle Agenten, die ich in Hunza befragt habe, bieten keine Touren mehr dorthin an, da der Aufstieg nun sehr gefährlich ist.

Attabad Lake

Der Attabad Lake liegt im Gojal Valley und ist mit 16 km sicherlich die Längste aller  Sehenswürdigkeiten im Hunzatal. Es ist ein riesiger wunderschöner blauer See. Der Ort sieht so friedlich und schön aus, dass man gar nicht vermuten möchte, dass seine Entstehung eine große Katastrophe für die Umliegenden Dörfer war. Am 4. Januar 2010 rutschten gewaltige Erdmassen ins Tal und stauten diesen gewaltigen langen Fluss auf. Viele Dörfer wurden dadurch überschwemmt und Menschen kamen ums Leben. Auch die erst kürzlich von China neu errichtete „Brücke der Freundschaft“ wurde überschwemmt. Die Verbindung nach China wurde seitdem mit Booten notdürftig aufrecherhalten. Ab September kommt man nun gleich fünf „Tunnel der Freundschaft“ nach Passu und in den Khunjerab Pass.

Sehenswürdigkeiten im HUNZATAL

Die Boote blieben jedoch als Touristenattraktion auch kann man mit Jet Skis über den See düsen. Im Hintergrund dieser großen Tragödie wirkt das zunächst makaber, aber es sorgt auch für ein erträgliches Einkommen der Bewohner, die damals alles verloren hatten.

Anreise: von Aliabad fahren Minibusse in Richtung Gulmit und Passu und umgekehrt. Man kann den Fahrer bitten dort anzuhalten.

Übernachtung: Attabad Lake ist maximal ein Tagesausflugsziel. Übernachtungen in Karimabad, Gulmit oder Passu sind viel bequemer.

Das Abenteuer ruft! Ich wünsche euch viel Spass bei der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten des Hunzatals 🙂

Im Hunzatal gibt es noch mehr zu entdecken als alte Burgen, in diesem Artikel findest du 3 abenteurliche Wanderungen durch das Hunzatal!

 

 

 

 

 

mein besuch bei den paschtunen

Peshawar & Swat – Mein Besuch bei den Paschtunen

Die Paschtunen sind ein Volk, das in Pakistan und Afghanistan lebt. Ihr ursprüngliches Stammesgebiet wurde durch die Briten (Durandlinie) geteilt. Die Paschtunen sind ein sehr traditionsbewusstes und stolzes Volk, aber ihre Herzlichkeit kennt keine Grenzen und Gastfreundschaft ist ihnen sehr wichtig. Mein Besuch bei den Paschtunen war definitiv eine der tollesten  Erfahrungen auf meiner Pakistanreise!

Peshawar

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich nach Peshawar der paschtunischen Provinz Khyber Pakthunkhwa. Gegründet wurde sie vor etwa 2000 Jahren im Gandahara-Reich, das bis heute zahlreiche Spuren in der Region hinterlassen hat. Namenhafte Herrscher wie Alexander der Große, Großmogul Babur, Ranjit Singh und schließlich die Briten herrschten über die Stadt.

mein besuch bei den paschtunen

Die Tour startet man am besten von der Mahabat-Khan-Moschee:

Mahabat-Khan-Moschee

Sie wurde im 17. Jahrhundert während der Mogulherrschaft von den Gouvaneur von Peshawar Mahabat Khan errichtet. Bestehend aus weißem Mamor ist sie eines der größten Wahrzeichen der Stadt. Unter der Sikh-Herrschaft dienten ihre Minarette als Galgen für wiederspenstige Rebellen. Es wurden angeblich fünf Menschen am Tag (zu jeder Gebetszeit) aufgehängt. Das Innere ist wunderschön. Nicht immer ist die Moschee geöffnet, dann muss man nachfragen, ob man eingelassen werden darf.

Peshawar & Swat: ein besuch bei den paschtunen

Entlang der Manz-Cinema Road nach Westen stehen uralte Häuser (genannt Havelis) aus der Mogul- und britischen Herrscherzeit.

An der Chowk Yadgar (Platz der Erinnerung) gibt es die Gelegenheit, das einzigartig leckere Faloodah-Eis zu kosten.

Auf dem großen Platz zum Gedenken an die Gefallenen in den Indienkriegen befinden sich ebenfalls viele Wechselstuben. Von der britischen bis in die heutige Zeit ist der Platz berühmt für die vielen Geldwäscher, die hier ansässig sind.

mein besuch bei den Paschtunen chowk yadgar

Weiter geht es die große Straße den Basar Kalan entlang. Hier wurde kürzlich eine Foodstreet eingerichtet. Nirgends sieht du deutlicher, wie sich die Stadt wandeln und dem Tourismus öffnen will. Überall wird gebaut und resturiert. In den Seitenstraßen schließen zahlreiche andere Basare an, die du dir unbedingt einmal anschauen solltest, da sie noch sehr ursprünglich sind!

 

Sir Cunningham Clocktower

Auf den nach den Britischen Verwalter der Provinz benannte Uhrturm aus 1900 befindet sich auch eine Gedenktafel, der im 1. Weltkrieg gefallenen Einwohner.

Man folgt weiter der Basar-Kalan-Straße vorbei an den Fischständen. Kurz vor der Satian Moschee biegt man links in die Sethial-Straße ein. Hier verstecken sich weitere wunderschöne Havelis. Die Besitzer dieser Häuser waren reiche Händler oder Adelige.

Sethi House

Eines dieser Häuser wurde in ein Museum umgewandelt. Die Sethi´s waren steinreiche Händler die ihre Güter bis nach China und Zentralasien verkauften. Sie gaben auch finanzielle Unterstützung für die Moschee der Islamischen Universität in Peshawar. Das Haus verfügt über einen riesigen Innenhof mit wunderschönen Schnitzarbeiten, sowie viele buntverglaste Fenster durch die das Licht mystisch hindurchstrahlt. Außerdem solltest du dir eine Führung durch die riesigen, labyrinthartigen Kellergewölbe nicht entgehen lassen. Dort befand sich eine Küche, eine große Schatzkammer und natürlich viel Platz zur Lagerung der Handelsgüter.

mein besuch bei den paschtunenmein besuch bei den paschtunenmein besuch bei den paschtunen

Thesil Park

Das letzte Stück des Basar Kalan führt in den Thesil Park. In dessen Zentrum befindet sich einer der wenigen in Peshawar übriggebliebenen Hindutempel. Da er immer noch von Gläubigen aufgesucht wird, steht er unter besonderen Schutz. Um Ärger mit der Zivilpolizei, die den Tempel sichert zu vermeiden, sollte man von einem Besuch in das Innere absehen. Außerdem befindet sich ein kleines Stadtmuseum im Park.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Hissar Fort

Errichtet unter den Durani Herrschern, wurde sie von den Sikhs und den Briten weiter ausgebaut. Nun befindet es sich in der Hand der Pakistanischen Armee und darf deshalb nicht fotografiert werden.

Islamia College University Peshawar

gegründet 1913 ist es eine der ältesten Universitäten Pakistans. An ihr wird Kunst, Sprache, Soziologie und moderne Wissenschaft gelehrt. Das Gebäude ist sogar auf der blauen 1000-Rupien-Note abgebildet.

mein besuch bei den paschtunen

Bab e-Khyber, das Tor zum Khyber – Pass

Der berühmte Khyber Pass ist die einzige mögliche Verbindungsweg zwischen Afghanistan und Pakistan. So begaben sich schon zahlreiche Menschen auf diesem Weg. Große Eroberer, Händler aus aller Welt und zuletzt den Hippies aus den 70er Jahren.

Das Bab e-Khyber markiert den Anfang dieses Passes, welches auf der 10-Rupien-Note abgebildet ist. Vor nicht allzulanger Zeit befanden sich hier noch die Basare der Schmuggler und Drogenhändler. Nun ist das Gebiet militärisch befriedigt.

mein besuch bei den paschtunen

Anreise:

Zug: Von Islamabad fährt der erste Zug um 7:00 Uhr nach Peshawar (350 Rupien)

Bus: Daewoo-Express von Islamabad und Lahore

Couchsurfing: Es ist wesentlich einfacher Peshawar zu erkunden, wenn man mit einem Einheimischen unterwegs ist. Peshawar hat eine stets wachsende Couchsurfing-Community, die sehr gut untereinander verbunden ist.

Swat

Das Swat-Tal ist als Schweiz Pakistans bekannt und ein wahres Meisterwerk der Natur. Jahrtausende herrschten hier die Buddhisten des alten Gandhara Königreichs, die viele Spuren in der Region hinterließen. Bis das Tal 11. Jahrhundert schließlich unter islamischer Herrschaft kam. Eine kurze Zeit hatte das Tal sogar einen eigenen König. Ende 2007 bis Mitte 2009 erlebte Swat eine dunkle Zeit, die Taliban nahmen das Gebiet in ihren Besitz und zerstörten nicht nur einige buddhistische Relikte, sondern auch jegliche touristische Struktur. Nun kommt der Tourismus langsam wieder zurück in die Region. Auch eine bis 2017 noch nötige Sondergenehmigung (NOC) wurde abgeschafft.

Mingora

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich zuerst nach Mingora. Die Stadt ist die Hauptstadt des Swat-Tals. Es gibt ein Museum das Artefakte der alten Gandharakultur zeigt. Außerdem befinden sich noch mehrer alte Stupas in der Stadt und dessen Umgebung. Ansonsten ist Mingora eine sehr laute und staubige Stadt und entsprach nicht meinen Erwartungen von einer Pakistanischen Schweiz.

Anreise: Daewoo-Express fährt von Islamabad nach Mignora

Sufid Mahal (White Palace)

16 km entfernt von Mingora befindet sich der kleine Ort Mazgahar. Hier ließ sich der erste König von Swat inmitten von Bergen einen weißen Palast aus dem gleichen Mamor erichten, aus dem das Tach Mahal besteht. Königin Elizabeth und Prinz Phillip waren hier 1961 zu Besuch. Auch heute kann man sich königlich fühlen. Der wunderschöne Garten ist für einen Getränkegutschein besuchbar und sogar übernachten kann man im Sufid Mahal (2500 Rupein pro Nacht).

mein besuch bei den paschtunen

Mount Illam (Elum Ghar)

Ist ein 2800 m hoher Berg, in der Nähe des weißen Palastes. Er besitzt über viele archäologische Ausgrabungsstätten, da für die Buddhisten der Berg heilig war. Später glaubte man der Berg wäre von Geistern bewohnt. Heutzutage ist er ein beliebtes Ausflugsziel. Mein Besuch bei den Paschtunen und den Mount Illam wurde hier leider etwas durchkreuzt. Ich vertrug das Pakistanische Essen noch nicht so gut. Geschwächt konnte ich leider nur ein paar Kilometer gehen und musste wieder umkehren.

mein besuch bei den paschtunen

Kalam

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich auch nach Kalam. Das Dorf ist umgeben von wunderschönen Kiefernwäldern, Flüssen und Bergseen. Es liegt am Swat-Fluss. Leider riss dieser vor einigen Jahren einen Großteil der Häuser am Fluss mit sich und zerstörte auch die Zufahrtstraße. So ist die Fahrt dorthin auf der neu in Bau befindlichen und nicht asphaltierten Straße sehr beschwerlich und dauert einen Tag ausgehend von Mingora.

mein besuch bei den paschtunen

Kalam Kiefernwälder

Westlich des New Honeymoon Hotels befindet sich ein sehr schöner und großer Kiefernwald in den wir uns spontan entschlossen zu campen. Wegen des nächtlichen Hundegebells war die Nacht jedoch nicht so idyllisch wie gedacht.

mein besuch bei den paschtunen

Anbauterassen

Interessant ist auch sich die kleinen Terassen anzuschauen, die an den Berghängen angelegt werden um Kartoffeln, Mais und Weizen anzubauen.

mein besuch bei den paschtunen

Mahodand Lake

Mein Besuch bei den Paschtunen wurde durch diesen unglaublich schönen See inmitten von hohen Bergen gekrönt! Um dorthin zu gelangen muss man einen Jeep (2500 – 3000 Rupien) mieten oder hoffen, dass man mitegenommen wird auf den langen, holprigen Weg zum See. So ist die Fahrt alleine schon ein Erlebnis.

Am See angekommen ist es möglich zu campen, zu Reiten oder mit dem Motorboot auf dem See zu fahren. Auch 3-tägige Wandertouren nach Chitral werden angeboten (5000 Rupien). Leider ist dieser Teil des Sees schon sehr touristisch und es gibt auch kein Konzept für die Entsorgung von Müll. Nur wenige Kilometer weiter zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Hier scheint selten jemand hinzukommen, es ist sauber und man hat ein komplett faszinierende Aussicht auf See und Berge für sich allein!

mein besuch bei den paschtunen