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Entdecke Tübingens Schlosssammlung

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen

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Das Schloss Hohentübingen bietet unglaubliche Superlative: das älteste Riesenfass der Welt, die ältesten Eiszeitfiguren, das älteste biochemische Labor und eine neu sannierte Schlosssternwarte. Das Schloss wurde erstmals 1078 während einer erfolglosen Belagerung durch Heinrich IV. erwähnt. 1342 musste die Burg an die Grafen von Württemberg verkauft werden. Zwischen 1816 und 1819 wurde das Schloss dann auf die bereits 1477 gegründete Universität Tübingen übertragen. Nach einer Umfassenden Sanierung können nun einige der Sammlungen der Universität  im Schloss bestaunt werden, dabei befinden sich viele bedeutende, seltene und interessante Ausstellungstücke darunter. Entdecke Tübingens Schlosssammlung! Es erwartet dich die älteste Flöte der Welt, oder eine komplette Grabkammer, die sich einst an den Füßen der Cheopspyramide befand und ein Regeagenzglas mit einer der ersten von Friedrich Mischer isolierten DNA´s! Los gehts!

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Aussicht vom Schloss

Wegbeschreibung zum Schloss

Läufst du vom Hauptbahnhof geradeaus in den Park gelangst du über eine kleine Brücke in eine gr0ße Plantanenallee auf der Neckarinsel Tübingens. Vor Allem im Herbst leuchtet sie in den schillernsten Farben. Am südwestlichen Ende der Allee befindet sich das Silcherdenkmal.

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Plantanenallee auf der Neckarinsel im Herbst

Silcher war der erste Musikdirektor der Eberhart-Karls-Universität in Tübingen und Komponist für volkstümliche Lieder und Choralgesänge. Er lebte von 1789 – 1860 und hatte mit den Nationalsozialisten eigentlich nichts zu tun. Trotzdem instrumentalisierten sie seine Kompositionen für ihre eigenen Zwecke und errichteten ihm ein Denkmal um den Krieg zu verherrlichen und als eine gute Sache darzustellen, wie zwei Soldaten im Rücken der Statue zeigen. Heute wirkt es wie ein Mahnmahl, das an eine verheerende Zeit in der Deutschen Geschichte und dem Missbrauch der Kunst erinnert.

Zum Schloss musst du die Alleebrücke überqueren und den Treppenstieg neben den kleinen Straßentunnel aufsteigen. An der Westseite des Schlosses führt rechts ein Weg durch einen schmalen, engen Tunnel in den Innenhof des Schlosses. Rechts neben dem Tunnel führt ein Treppengang hinauf zu einem kleinen Burggarten von dem man eine schöne Aussicht auf Stadt und Neckar hat.

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Innenhof des Schlosses

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: Schlosslabor

Rechts auf der Südseite des Innenhofes befand sich einst die Schlossküche. 1818 entschloss sich die Universität hier ein Labor für ein damals sehr junges Forschungsfeld einzurichten. Der „physiologischen Chemie“ oder heute einfach Biochemie genannt! So entdeckte der frühere Tübinger Professor Felix Hoppe-Seyler 1861 den roten Blutfarbstoff Hämoglobin.

Gewidmet ist die Ausstellung jedoch dem Entdecker der DNA, Friedrich Miescher! Er konnte mit dem Verdauungsenzym Pepsin, Eiterzellen so stark auflösen, dass er nur noch die Zellkerne mit der DNA vorliegen hatte. Die Funktion, der von ihm als „Nuclein“ (vom lateinischem Wort Nucleus für Kern) bezeichneten Säure als Träger der Erbinformation, konnte man jedoch damals noch nicht erahnen.

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Präparate aus dem Schlosslabor

Zu den Ausstellungsgegenständen gehören alte Chemische Laborgeräte, wie Spektrometer, Aräometer, Zentrifuge und Destille, an dessen Aussehen und Funktionsweise sich über die Jahre kaum etwas geändert hat. Desweiteren zu sehen sind sehr anschaulich aufgestellte biochemische Präparate einer Lehr- und Schausammlung (spätes 19. frühes 20. Jahrhundert) in dessen Zentrum eines der Reagenzgläsern mit der von Friedrich Miescher isolierten Nucleinsäure steht.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: Museum „Alte Kulturen“

Am anderen Ende der Südseite befindet sich die Sammlung „Alte Kulturen“, hier kannst du Ausgrabungen aus mehreren Themengebieten, wie Steinzeit, Münzen, griechischer und ägyptischer Kunst, bestaunen.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „ältere Urgeschichte“

Zum Highlight des Museums gehören sicherlich die Funde aus der Vogelherdhöhle. 1931 fand man hier die zurzeit ältesten von Menschen geschaffenen Kunstwerke! 16 kleine, originale Tierfiguren aus prähistorischen Mammutelfenbein verzauberten mich. Vor allem die Pferdefigur dessen anatomischer Aufbau unglaublich genau eingefangen wurde zeigt, die 40.000 jährige Faszination des Menschen zu diesen Tieren. Außerdem befindet sich eine ebenso alte Flöte aus Gänsegeierknochen und somit das älteste Musikinstrument der Welt im Museum.

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Pferdefigur aus der Vogelherdhöhle

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „jüngeren Urgeschichte“

Der jüngeren Urgeschichte und den Kelten widmet sich der nächste Raum. Die Sammlung umfasst Stücke aus den Ausgrabungen am Federsee, welche ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ ist. Darüberhinaus werden Stücke aus der Keltensiedlung Heuneburg und Heidengraben ausgestellt. Ein halbmondförmiger Gegenstand fällt besonders auf! Diente er kultischen Zwecken oder war seine Form jediglich der  Verwendung zum Ablegen von Fleischspießen über dem Feuer, geschuldet?

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Halbmondidol oder Grillgutablage?

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Pfahlbauten- und Keltensiedlungen

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Originalsammlung der klassischen Archäologie“

Die Sammlung „Der klassischen Archäologie“ umfasst Exponate der antiken Kunst. Allen voran aus dem Alten Griechenland, aber auch der Etrusker. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den kunstvollen Keramiken in deren Herstellung die Griechen wahre Meister waren! Sehr schön kannst du auch die Unterschiede im Stil der verschiedenen Epochen erkennen.

Die typisch, beige Farbe der korinthischen Keramik rührt daher, dass dieser Ton nur geringe Anteile an Eisenoxid enthält. Ganz im Gegensatz zum Attischen Ton. Bemalte man die Vasen zunächst noch mit „Schwarzen Figuren“ in denen man die feinen Konturen der Motive einritzte, änderte sich der Stil ab 530 v. Chr. Nun wurde der Hintergrund schwarz bemalt und die Konturen der Motive mit feinen Linien nachgezeichnet, sodass „Rote Figuren“ enstanden.

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Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Münzsammlung der klassischen Archäologie“

Auch Münzen aus allen Epochen kannst du im Museum wiederfinden. Beispielweise Entdecke Tübingens Schlosssammlungaus dem „Babarossaschatz“. Er wurde in Kleinasien an jener Stelle gefunden, an dem das Heer des berühmten, mittelalterlichen Deutschen Kaisers drei Wochen nach dessem tragischen Tod vorbeizog. Mit in der Sammlung befinden sich auch Münzen und Medaillien aus Tübingen. Reiche Silberfunde im Schwarzwald ermöglichten es den Tübinger Pfalzgrafen ihre eigene Prägungen herauszugeben.

Den großteil der Sammlung bildet jedoch die griechische und römische Epoche. Mit der berühmten athener Tetradrachme oder den Bildnissen großer, römischer Staatsmänner, wie Cäsar, Augustus und Nero.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Ägyptische Sammlung“

In der ägyptischen Sammlung gibt es Fundstücke von den frühen Anfängen bis zur christlichen Epoche und deckt somit eine Zeitspanne von insgesamt 6200 Jahren ab. Du kannst mühevoll aus Stein und Keramik gefertigte Gefäße, Amulette, Skulpturen und Uschebtis bewundern. Das Museum beherbergt außerdem eine der wenigen kompletten Grabkammern außerhalb Ägyptens.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Sarg des Flottenadmirals Idi auf dessen Sargdeckel sich eine selten überlieferte Sternenuhr befindet. Papyri mit magischen Sprüchen, sogenannte Totenbücher dienten dazu dem Verstorbenen den Weg ins Jenseits zu erleichtern. Uschebtis (kleine Tonfiguren) sollten mit Hilfe dieser Sprüche zum Leben erweckt werden und für den Verstorbenen Arbeit verrichten, damit dieser es nach seinem Tod so angenehm wie möglich hatte. Hin und wieder unterliefen jedoch Fehler, wie die falsche Beschriftung eines Sarges zeigt. Welche Folgen dieser Pfusch wohl für den Verstorbenen hatte?

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Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Abguss-Sammlung“

Den Abschluss bilden Gipsabgüsse berühmter antiker Figuren u.a. der Venus von Milo, dessen Orignial im Louvre in Paris steht. Dass diese Figuren auch ursprünglich bemalt sein konnten,  zeigten Farbreste, die man an den Statuen und Reliefs nachweisen konnte.

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Schlosssternwarte“

Verlässt du den Innenhof und durchquerst das Tor kommst du zu einem kleinen Bastion in dessen Mitte sich eine alte Sternwarte befindet. Der  Mathematiker und Astronom Gottlieb Friedrich Bohnenberger (1765 – 1831) fing hier 1818 mit der Vermessung des damaligen Königreichs Württemberg an. So orientieren sich noch heute die württembergischen Flurkarten nach diesem Punkt.

Schon davor nutzte er das Observatorium. 1814 wurde es für ein damals sehr modernes Winkelmessgerät, ein großer Wiederholungskreis der Firma Reichenbach & Ultzschneider aus München, gebaut. Heute existieren nur noch wenige dieser Istrumente mit denen man die Koordinaten von Himmelsobjekten bestimmen konnte. Nach dem Tod Bohnenbergers geriet die Sternenwarte in Vergessenheit. Erst 2002 wurde der Wiederholungskreis darin wiederentdeckt und kann seit diesem Jahr in der Burg bestaun werden.

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Oberes Tor

Entdecke Tübingens Schlosssammlungen: „Ethnologische Sammlung“

Zwischen oberem und unterem Tor befindet sich am Fünfecksturm die Ethnologische Sammlung des Museums mit dem Schwerpunkten Pazifik und Amazonasgebiet.

Von hier aus führt der Weg durch das untere Tor in die wunderschöne Altstadt mit seinen zahlreichen Fachwerkbauten!

Weitere Infos:

Ältestes Riesenweinfass: Das Älteste Riesenweinfass der Welt ist seit kurzem wieder zugänglich. Nämlich vom 03.11. bis 15.03.2019 wenn die Fledermäuse im Keller nicht gestört werden. Zugänglich ist es nur im Rahmen einer 45 minütigen Führung (Mo – Do 16 Uhr bzw. Fr-So 14 und 15 Uhr), die das Museum „Alte Kulturen“ mitbeinhaltet. (Erwachsene 8 €, Ermäßigt 6 € / Ticketreservierung auf der Website des Museums möglich)

Alles über die Öffnungszeiten und Eintrittspreise der einzelnen Sammlungen erfährst du auf der Website: www.unimuseum.de

Quelle: Infotafeln Schloss Tübingen / Schlossmuseum / Schlosslabor

Du interessierst dich für die Antike? Entdecke das einzigartige Keltenmuseum in Hochdorf!

 

 

 

 

 

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Den Himmel so nah – Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Das Hunzatal und deren Bewohner

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Das Hunzatal ist eine der schönsten Bergregionen von ganz Pakistans und befindet sich auf 2400 m. Auch hier wird auf Terassenfeldern Ackerbau betrieben, die mit einem aufwendigen Verteilungs- und Kanalsystem bewässert werden. Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten im Hunzatal gehören das Baltit- und das Altit Fort. Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten im Hunzatal sind aber natürlichen Ursprungs. Am Eagles Nest hat man einen wunderschönen Rundumblick auf die umgebenden Berge, davon sind die Eindrücklichsten der 7788 m hohen Rakaposhi und die Lady Fingers. In Gulmit kann man zuerst durch Aprikosenhaine, über einen Gletscher zum Borit Lake wandern. Von dort aus führt ein abenteuerlicher Weg über die Husseini Brücke nach Passu, oder für Geübte über den Passu Gletscher (Achtung Führer erforderlich!)

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Blick in Hunzatal frühmorgens

Legenden um die Hunzakut

Die Bewohner des Hunzatals werden Hunzakut genannt, viele Legenden ragen sich um sie. So sollen sie einstige Nachfahren, des Heeres von Alexander den Großen sein, die sich hier niederließen. Die blauen Augen mancher Bewohner sollen ein Beweis für ihre europäische Abstammung sein. Fast Tausend Jahre blieb das Hunzatal unabhängig, ehe 1892 die Briten kamen.

Die Hunzakut sprechen aufgrund der isolierten Täler viele verschiedene Sprachen und es ragen sich viele Legenden um sie. So sollen sie durch eine besondere Lebensweise in den hohen Bergen besonders langlebig sein. Die Hunzakuts behaupten selbst es liege am Hunzawasser. Damit kann sowohl, das fast schwarze Quellwasser als auch den selbstgebrannten Maulbeerschnaps gemeint sein.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Besonders schön ist es durch die zahlreichen Aprikosenhaine zu wandern und die Bewohner boten uns immer wieder an, die köstlichen Aprikosen zu probieren. Ein 80-jähriger immer noch sehr gesund wirkender Bauer verriet uns, dass auch diese eine wichtige Rolle bei der Ernährung spielen, so helfen sie z.B. Verstopfungen. Er knackte außerdem die Aprikosenkerne und gab uns das nussähnliche Innere, welches angeblich vorbeugend gegen Krebs wirke. Der Geschmack erinnerte uns stark an Mandeln.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Ein Beliebtes Mitbringsel getrocknete Aprikosen aus dem Hunzatal

Religion

Die Hunzakut sind Ismaeliten. Im Gegensatz zu den glauben nicht, dass die Linie Mohammads mit dem 12. Imam endete, sondern folgen dem Aga Khan. Dieser lebt heutzutage in Pairs, ist sehr westlich orientiert und unterstützt mit seiner Stiftung viele wohltätige Projekte in der Region. So ist die Alphabetisierungsrate die höchste in ganz Pakistan, auch förderte er den Tourismus, welcher nach dem 11. September fast vollständig zum erliegen kam. So wurden Altit und Baltit Fort, resauriert und Besuchern zugänglich gemacht.

Die Ismaeliten sind selbst ein unglaublich offenes,herzliches und fröhliches Volk. So sind die Frauen oft bunt gekleidet und selten komplett verschleiert. Auch Unterhaltungen sind möglich. Männer tragen oft, das einfarbige Shalwar Kameez und eine spezielle Kopfbedeckung, den Pakol. Gerne kann man eine Einladung zum Tee oder Essen annehmen, man muss keine Hintergedanken fürchten.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal in Karimabad

Baltit Fort

Das Fort ist im 14. Jahrhundert etstanden. Infloge eines Streits zweier Brüder der Herrscherdynastie im 15. Jahrhundert  zog der Ältere in das Baltit Fort während der Jüngere im wesentlich älteren Atlit Fort verblieb. Mit dem Sieg des älteren über den Jüngeren wurde Baltit zum Hauptsitz. 1891 kam es wieder zum Showdown zischen zwei Brüdern des Herrscherhauses. Mit der Invasion der Briten musste Safardali Khan nach China fliehen und die Briten installierten seinen jüngeren Burder Muhammad Nazeem Khan als Marionettenherrscher. Er ließ den obersten Stock umbauen und sich ein prächtiges Zimmer im britischen Kolonialstil errichten. Bis 1945 wurde Fort bewohnt, danach verfiel es zunehmends, ehe es 1996 umfassend restauriert und Touristen heute als eine der Sehenswürdigkeiten im Hunzatal zugänglich gemacht wurde.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Das Fort wurde sehr gut restauriert und mit sehr schönen Exponaten ausgestattet. Die Besichtigung ist nur mit einem Führer möglich. Zu sehen ist eine sehr große Küche mit mehreren Öfen und ein Aufenthaltsraum mit Weinkeller.

Dann geht es hinauf auf eine Terasse mit einem Thron, von hier aus konnten die Herrscher und nun ich eine herrlichen Ausblick auf das Tal genießen. Die oberen Stockwerke widmen sich der jüngeren Baugeschichte. So kommt man in das prächtige Kolonialzimmer mit bunten Fenstergläsern, sowie eine weitere Küche und einem Schlafzimmer. Besonders schön sind die Schnitzarbeiten der Balken und Säulen.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Altit Fort

Das 400 Jahre ältere Fort hat einen schönen Garten, der zum Verweilen einlädt. Es wurde 2007 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist den älteren Räumen des Baltit Forts sehr ähnlich. Bietet jedoch nocheinmal eine andere Sicht auf das Tal und den Karakoram Highway.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Blick vom Altit Fort auf den Karakoram Highway

Ganish

Ganish gehört zu den Sehenswürdigkeiten im Hunzatal  am Fuße Karmiabads. Dort stehen mehrere historische Häuser und eine unscheinbare Moschee. Hier verlief einst die alte Seidenstraße.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Eagles Nest

Nirgends fühlt man sich dem Himmel so nah, wie auf dem Eagles Nest! Von diesem Aussichtspunkt hat man einen atemberaubenden Blick auf das Tal und die umliegenden Berge von denen der Rakaposhi und die Ladyfinger besonders herrausstechen. Übernachten kann man entweder im Hotel oder wie ich auf einen der Campingplätze. So hat man die Chance sich den noch viel beeindruckenderen Sonnenuntergang bzw. Sonnenaufgang anszuschauen, wenn die Berge in ein goldenes Licht getaucht werden.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Anfahrt: von Gilgit aus musste ich zunächst einen Minibus nach Aliabad nehmen. Von dort aus fahren Suzukis nach Karimabad. Man kann den Fahrer bitten an der Old Fort Road auszusteigen, welche etwas unterhalb des Baltit Forts liegt.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Aliabad

Übernachten: Es gibt zahlreiche Hotels (1500 – 2500 RS) und Campingplätze (300 – 500 RS) auf dem Eagles Nest. Auf letzteren ist es auch möglich ein Zelt anzumieten (1500 RS). Hinauf auf den Berg kann man nur zu Fuß oder mit etwas Glück per Anhalter kommen. Vor allem Abends und Morgens kommen sehr viele Touristen aus Punjab auf den Aussichtspunkt. Diese veranstalten, dann auch gerne kleine Partys und spielen gerne Ludo, eine pakistanische Variante des „Mensch ärgere dich nicht“. Auch in Karimabad selbst gibt es mehrere Unterkünfte.

Sehenswürdigkeiten im Hunzatal

Zelten auf dem Eagles Nest

Kaufen: Die sehr köstlichen getrockneten Aprikosen und ein Pakol (traditionelle Kopfbedeckung der Hunzakut) sind die typischen Devotionalien aus der Region.

Ultar Meadows: Sehr lohnenswert bei Sehenswürdigkeiten im Hunzatal sollten auch die Ultar Meadows sein. Leider ist es seit einer Explosion/ Erdrutsch im März nicht mehr möglich sie zu besuchen. Alle Agenten, die ich in Hunza befragt habe, bieten keine Touren mehr dorthin an, da der Aufstieg nun sehr gefährlich ist.

Attabad Lake

Der Attabad Lake liegt im Gojal Valley und ist mit 16 km sicherlich die Längste aller  Sehenswürdigkeiten im Hunzatal. Es ist ein riesiger wunderschöner blauer See. Der Ort sieht so friedlich und schön aus, dass man gar nicht vermuten möchte, dass seine Entstehung eine große Katastrophe für die Umliegenden Dörfer war. Am 4. Januar 2010 rutschten gewaltige Erdmassen ins Tal und stauten diesen gewaltigen langen Fluss auf. Viele Dörfer wurden dadurch überschwemmt und Menschen kamen ums Leben. Auch die erst kürzlich von China neu errichtete „Brücke der Freundschaft“ wurde überschwemmt. Die Verbindung nach China wurde seitdem mit Booten notdürftig aufrecherhalten. Ab September kommt man nun gleich fünf „Tunnel der Freundschaft“ nach Passu und in den Khunjerab Pass.

Sehenswürdigkeiten im HUNZATAL

Die Boote blieben jedoch als Touristenattraktion auch kann man mit Jet Skis über den See düsen. Im Hintergrund dieser großen Tragödie wirkt das zunächst makaber, aber es sorgt auch für ein erträgliches Einkommen der Bewohner, die damals alles verloren hatten.

Anreise: von Aliabad fahren Minibusse in Richtung Gulmit und Passu und umgekehrt. Man kann den Fahrer bitten dort anzuhalten.

Übernachtung: Attabad Lake ist maximal ein Tagesausflugsziel. Übernachtungen in Karimabad, Gulmit oder Passu sind viel bequemer.

Das Abenteuer ruft! Ich wünsche euch viel Spass bei der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten des Hunzatals 🙂

Im Hunzatal gibt es noch mehr zu entdecken als alte Burgen, in diesem Artikel findest du 3 abenteurliche Wanderungen durch das Hunzatal!

 

 

 

 

 

mein besuch bei den paschtunen

Peshawar & Swat – Mein Besuch bei den Paschtunen

Die Paschtunen sind ein Volk, das in Pakistan und Afghanistan lebt. Ihr ursprüngliches Stammesgebiet wurde durch die Briten (Durandlinie) geteilt. Die Paschtunen sind ein sehr traditionsbewusstes und stolzes Volk, aber ihre Herzlichkeit kennt keine Grenzen und Gastfreundschaft ist ihnen sehr wichtig. Mein Besuch bei den Paschtunen war definitiv eine der tollesten  Erfahrungen auf meiner Pakistanreise!

Peshawar

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich nach Peshawar der paschtunischen Provinz Khyber Pakthunkhwa. Gegründet wurde sie vor etwa 2000 Jahren im Gandahara-Reich, das bis heute zahlreiche Spuren in der Region hinterlassen hat. Namenhafte Herrscher wie Alexander der Große, Großmogul Babur, Ranjit Singh und schließlich die Briten herrschten über die Stadt.

mein besuch bei den paschtunen

Die Tour startet man am besten von der Mahabat-Khan-Moschee:

Mahabat-Khan-Moschee

Sie wurde im 17. Jahrhundert während der Mogulherrschaft von den Gouvaneur von Peshawar Mahabat Khan errichtet. Bestehend aus weißem Mamor ist sie eines der größten Wahrzeichen der Stadt. Unter der Sikh-Herrschaft dienten ihre Minarette als Galgen für wiederspenstige Rebellen. Es wurden angeblich fünf Menschen am Tag (zu jeder Gebetszeit) aufgehängt. Das Innere ist wunderschön. Nicht immer ist die Moschee geöffnet, dann muss man nachfragen, ob man eingelassen werden darf.

Peshawar & Swat: ein besuch bei den paschtunen

Entlang der Manz-Cinema Road nach Westen stehen uralte Häuser (genannt Havelis) aus der Mogul- und britischen Herrscherzeit.

An der Chowk Yadgar (Platz der Erinnerung) gibt es die Gelegenheit, das einzigartig leckere Faloodah-Eis zu kosten.

Auf dem großen Platz zum Gedenken an die Gefallenen in den Indienkriegen befinden sich ebenfalls viele Wechselstuben. Von der britischen bis in die heutige Zeit ist der Platz berühmt für die vielen Geldwäscher, die hier ansässig sind.

mein besuch bei den Paschtunen chowk yadgar

Weiter geht es die große Straße den Basar Kalan entlang. Hier wurde kürzlich eine Foodstreet eingerichtet. Nirgends sieht du deutlicher, wie sich die Stadt wandeln und dem Tourismus öffnen will. Überall wird gebaut und resturiert. In den Seitenstraßen schließen zahlreiche andere Basare an, die du dir unbedingt einmal anschauen solltest, da sie noch sehr ursprünglich sind!

 

Sir Cunningham Clocktower

Auf den nach den Britischen Verwalter der Provinz benannte Uhrturm aus 1900 befindet sich auch eine Gedenktafel, der im 1. Weltkrieg gefallenen Einwohner.

Man folgt weiter der Basar-Kalan-Straße vorbei an den Fischständen. Kurz vor der Satian Moschee biegt man links in die Sethial-Straße ein. Hier verstecken sich weitere wunderschöne Havelis. Die Besitzer dieser Häuser waren reiche Händler oder Adelige.

Sethi House

Eines dieser Häuser wurde in ein Museum umgewandelt. Die Sethi´s waren steinreiche Händler die ihre Güter bis nach China und Zentralasien verkauften. Sie gaben auch finanzielle Unterstützung für die Moschee der Islamischen Universität in Peshawar. Das Haus verfügt über einen riesigen Innenhof mit wunderschönen Schnitzarbeiten, sowie viele buntverglaste Fenster durch die das Licht mystisch hindurchstrahlt. Außerdem solltest du dir eine Führung durch die riesigen, labyrinthartigen Kellergewölbe nicht entgehen lassen. Dort befand sich eine Küche, eine große Schatzkammer und natürlich viel Platz zur Lagerung der Handelsgüter.

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Thesil Park

Das letzte Stück des Basar Kalan führt in den Thesil Park. In dessen Zentrum befindet sich einer der wenigen in Peshawar übriggebliebenen Hindutempel. Da er immer noch von Gläubigen aufgesucht wird, steht er unter besonderen Schutz. Um Ärger mit der Zivilpolizei, die den Tempel sichert zu vermeiden, sollte man von einem Besuch in das Innere absehen. Außerdem befindet sich ein kleines Stadtmuseum im Park.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Hissar Fort

Errichtet unter den Durani Herrschern, wurde sie von den Sikhs und den Briten weiter ausgebaut. Nun befindet es sich in der Hand der Pakistanischen Armee und darf deshalb nicht fotografiert werden.

Islamia College University Peshawar

gegründet 1913 ist es eine der ältesten Universitäten Pakistans. An ihr wird Kunst, Sprache, Soziologie und moderne Wissenschaft gelehrt. Das Gebäude ist sogar auf der blauen 1000-Rupien-Note abgebildet.

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Bab e-Khyber, das Tor zum Khyber – Pass

Der berühmte Khyber Pass ist die einzige mögliche Verbindungsweg zwischen Afghanistan und Pakistan. So begaben sich schon zahlreiche Menschen auf diesem Weg. Große Eroberer, Händler aus aller Welt und zuletzt den Hippies aus den 70er Jahren.

Das Bab e-Khyber markiert den Anfang dieses Passes, welches auf der 10-Rupien-Note abgebildet ist. Vor nicht allzulanger Zeit befanden sich hier noch die Basare der Schmuggler und Drogenhändler. Nun ist das Gebiet militärisch befriedigt.

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Anreise:

Zug: Von Islamabad fährt der erste Zug um 7:00 Uhr nach Peshawar (350 Rupien)

Bus: Daewoo-Express von Islamabad und Lahore

Couchsurfing: Es ist wesentlich einfacher Peshawar zu erkunden, wenn man mit einem Einheimischen unterwegs ist. Peshawar hat eine stets wachsende Couchsurfing-Community, die sehr gut untereinander verbunden ist.

Swat

Das Swat-Tal ist als Schweiz Pakistans bekannt und ein wahres Meisterwerk der Natur. Jahrtausende herrschten hier die Buddhisten des alten Gandhara Königreichs, die viele Spuren in der Region hinterließen. Bis das Tal 11. Jahrhundert schließlich unter islamischer Herrschaft kam. Eine kurze Zeit hatte das Tal sogar einen eigenen König. Ende 2007 bis Mitte 2009 erlebte Swat eine dunkle Zeit, die Taliban nahmen das Gebiet in ihren Besitz und zerstörten nicht nur einige buddhistische Relikte, sondern auch jegliche touristische Struktur. Nun kommt der Tourismus langsam wieder zurück in die Region. Auch eine bis 2017 noch nötige Sondergenehmigung (NOC) wurde abgeschafft.

Mingora

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich zuerst nach Mingora. Die Stadt ist die Hauptstadt des Swat-Tals. Es gibt ein Museum das Artefakte der alten Gandharakultur zeigt. Außerdem befinden sich noch mehrer alte Stupas in der Stadt und dessen Umgebung. Ansonsten ist Mingora eine sehr laute und staubige Stadt und entsprach nicht meinen Erwartungen von einer Pakistanischen Schweiz.

Anreise: Daewoo-Express fährt von Islamabad nach Mignora

Sufid Mahal (White Palace)

16 km entfernt von Mingora befindet sich der kleine Ort Mazgahar. Hier ließ sich der erste König von Swat inmitten von Bergen einen weißen Palast aus dem gleichen Mamor erichten, aus dem das Tach Mahal besteht. Königin Elizabeth und Prinz Phillip waren hier 1961 zu Besuch. Auch heute kann man sich königlich fühlen. Der wunderschöne Garten ist für einen Getränkegutschein besuchbar und sogar übernachten kann man im Sufid Mahal (2500 Rupein pro Nacht).

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Mount Illam (Elum Ghar)

Ist ein 2800 m hoher Berg, in der Nähe des weißen Palastes. Er besitzt über viele archäologische Ausgrabungsstätten, da für die Buddhisten der Berg heilig war. Später glaubte man der Berg wäre von Geistern bewohnt. Heutzutage ist er ein beliebtes Ausflugsziel. Mein Besuch bei den Paschtunen und den Mount Illam wurde hier leider etwas durchkreuzt. Ich vertrug das Pakistanische Essen noch nicht so gut. Geschwächt konnte ich leider nur ein paar Kilometer gehen und musste wieder umkehren.

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Kalam

Mein Besuch bei den Paschtunen führte mich auch nach Kalam. Das Dorf ist umgeben von wunderschönen Kiefernwäldern, Flüssen und Bergseen. Es liegt am Swat-Fluss. Leider riss dieser vor einigen Jahren einen Großteil der Häuser am Fluss mit sich und zerstörte auch die Zufahrtstraße. So ist die Fahrt dorthin auf der neu in Bau befindlichen und nicht asphaltierten Straße sehr beschwerlich und dauert einen Tag ausgehend von Mingora.

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Kalam Kiefernwälder

Westlich des New Honeymoon Hotels befindet sich ein sehr schöner und großer Kiefernwald in den wir uns spontan entschlossen zu campen. Wegen des nächtlichen Hundegebells war die Nacht jedoch nicht so idyllisch wie gedacht.

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Anbauterassen

Interessant ist auch sich die kleinen Terassen anzuschauen, die an den Berghängen angelegt werden um Kartoffeln, Mais und Weizen anzubauen.

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Mahodand Lake

Mein Besuch bei den Paschtunen wurde durch diesen unglaublich schönen See inmitten von hohen Bergen gekrönt! Um dorthin zu gelangen muss man einen Jeep (2500 – 3000 Rupien) mieten oder hoffen, dass man mitegenommen wird auf den langen, holprigen Weg zum See. So ist die Fahrt alleine schon ein Erlebnis.

Am See angekommen ist es möglich zu campen, zu Reiten oder mit dem Motorboot auf dem See zu fahren. Auch 3-tägige Wandertouren nach Chitral werden angeboten (5000 Rupien). Leider ist dieser Teil des Sees schon sehr touristisch und es gibt auch kein Konzept für die Entsorgung von Müll. Nur wenige Kilometer weiter zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Hier scheint selten jemand hinzukommen, es ist sauber und man hat ein komplett faszinierende Aussicht auf See und Berge für sich allein!

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in Islamabad

Independence Day – verrückte Tage in Islamabad!

Heute berichte ich euch von wirklich verrückten Tagen in Islamabad, denn es war Independence Day! Islamabad ist die Hauptstadt Pakistans. Da sich Lahore zu nahe an der inidschen Grenze befand  und die bisherige Haupstadt Karachi eine zu große Konzentration der Wirtschaft bedeutete, schuf man eine neue Stadt vom Reißbrett, nahe der bisherigen Kleinstadt Rawalpindi in den Marghalla Hills.

1959 erfolgte der erste Spatenstich, doch Geldnot sorgte dafür, dass man erst Anfang der 80er Jahre den Regierungsitz hierher verlegen konnte. In den folgenden Jahren wuchs die Stadt nur langsam. Im Gegensatz du den anderen Großstädten Pakistans fällt sofort auf, dass Islamabad viel sauberer und grüner ist. Man sieht keinen Müll in den Straßen, die Bäume spenden Schatten und verströmen einen angenehmen Duft!

in Islamabad

Fahnengeschmückter Wagen am Vorabend des 14.08.

14.08.2018    –   Independece Day – verrückte Tage in Islamabad

Die Freunde von Haris, meinem Couchsurfing-Host in Islamabad kommen herein. Wir kochen und Essen zusammen. Dann brechen wir auf in die Nacht. Auf der Hauptstraße knallt und raucht es! Es ist total verrückt! Die Pakistaner brennen einfach ein Feuerwerk ab, aber es gibt keine Sicherheitsregeln. Neben uns explodieren Böller und Leute starten unkontrolliert Rakete aus ihren Händen. Es geht weiter und schnell setzen wir uns wieder ins Auto rein.

Mit schwenkenden Fahnen und Plastiktröten sitzen die Pakistani auf ihren Fahrzeugen. Auch wir versuchen einmal in die Tröten zu blasen, doch bringen nur schwer einen anständigen Ton herraus. Die Pakistaner scheinen sehr stolz auf ihre Nation zu sein und dieses auch nach außen zu zeigen. Etwas was für mich als Deutscher befremdlich wirkt. Vielleicht ist es aber auch nur ein willkommener Anlass zur Ausgelassenheit in einer sonst so streng geregelten Islamischen Gesellschaft!

in Islamabad

Am nächsten Tag ist es noch nicht vorbei! Wir möchten die Faisal Moschee besuchen einer der größten auf der ganzen Welt. Doch ganz Islamabad ist auf den Straßen und es bleibt genauso verrückt wie gestern Abend. Die Autokorsos scheinen von Ort zu Ort zu pilgern immer mit den riesigen Nationalflaggen.

Hunderte von Leuten sind an der Moschee. Kinder toben auf dem ganzen Gelände herum, wie in einem großen Freizeitpark. Wieder eine neue Erfahrung. Vor der Moschee beten viele Leute, denn sie scheint (heute) nicht betretbar zu sein. Wir schauen auf die Berge im Hintergrund. Wir können es kaum erwarten in den Norden aufzubrechen!

in Islamabad

Die Faisal Moschee

Weiter geht es zu Damah ne Koo einen Aussichtpunkt in Islamabad. Doch die Anfahrt gestaltet sich etwas schwierig, denn immer mehr Fahrzeuge kommen auf die Straße und wir stehen im Stau. Der Taxifahrer ist begeistert von uns deutschen Besuchern und erzählt uns von den guten Beziehungen mit Pakistan. Angeblich gab die pakistanische Regierung den Deutschen eine größere Summe Geld für den Wideraufbau nach dem Krieg. Nun sei Deutschland reich und Pakistan arm. Immerhin mit pakistanischer Hilfe und das Geld wurde längst schon wieder zurückgezahlt.

in Islamabad

Oben angekommen steigt die große Unabhängigkeitsparty. Es wird getanzt, gesungen und gelacht die Aussicht ist einfach wunderbar. Aber alles ist so laut und wuselig, dass wir uns bald zur Umkehr entschließen. Wir entscheiden zu Fuss wieder runterzugehen. Mit dem Taxi würde es einfach viel zu lange Dauern. Von der Spitze bis zum Fuss stehen die Fahrer im Stau, machen sich durch lautes Hupen bemerkbar und haben Spass. Es ist als wäre dies der einzige Tag an dem man in Pakistan durchdrehen und ausgelassen Feiern kann! Alle Regeln scheinen ausser Kraft gesetzt.

in Islamabad

Nach einen kurzen Zoobesuch kehren wir zurück zu Haris und seinen Freunden. Sie wollten heute eigentlich die Flugshow in Islamabad ansehen, doch der erst vor 1 Monat gewählte Präsident Imran Khan hat sie abgesagt. Geld müsse gespart werden.

Independece Day 14.08.

Der Unabhängikeitstag ist in ganz Pakistan ein großer Feiertag. Besonders wird er aber in Islamabad gefeiert. Dann ist alles mit großen Landesflaggen gemückten Autos unterwegs und machen einen Mordslärm mit Hupen und Vuvuzelas. In den Parks wird Musik gemacht und ausgelassen getanzt! Es scheint als gebe es an diesem Tag keine Regeln!

Außerdem gibt es jedes Jahr eine große Flugschau in Islamabad, die leider 2018 abgesagt wurde, wohl aufgrund von Sparmaßnahmen des neuen Präsidenten Imran Khan.

Sehenswürdigkeiten in Islamabad

Golra Sharif

Golra Sharif hat seine ganz eigene und besondere Atmosphäre. Sie wirkt sehr ernst, aber auch friedvoll und mystisch. Die Menschen im Schrein sind sehr freundlich und gerne bereit dir etwas über den Ort zu erklären. Der Schrein in dem der Sufigelehrte Meher Ali Shah ruht, ist noch gar nicht so alt. Sie begann bald nach dem Tod Meher  Ali Shahs im Jahre 1937 und es wurde bester Marmor aus Jodhpur verwendet.

in Islamabad

Faisal Moschee

Noch größer als die Badshaih Moschee in Lahore ist die Faisal Moschee in den Marghalla Hills, die von dem Saudi-Arabischen Königshaus finanziert wurde. Sie ist ganz aus weißem Marmor und das Gelände einfach riesig! Die Moschee aber meistens geschlossen. Man kann durch die großen Fenster in das innere blicken.

Daman-e Koh

Dman-e Koh ist persisch und bedeutet soviel wie Fußhügel. Von hier aus hat man eine tolle Aussicht auf das sehr grüne Islamabad, die Regierungsgebäude und die Faisal Moschee. Ebenfalls sehr schön und erholsam (falls man nicht gerade, wie ich zum Unabhängigkeitstag kommt) ist der umliegende Park.

in Islamabad

Saidpur Village

Saidpur Village ist ein altes Hindudorf in Islamabad zu Füßen des Daman-e Koh, das für seine Töpferkunst bekannt  war. Nachdem die Hindus mit der Unabhängigkeit beider Länder verließen, verfiel das Dorf zunehmend. 2006 wurde man sich jedoch der Vergangenheit wieder bewusst und restaurierte die beiden Tempel. In einem der Tempel gibt es eine Fotoausstellung über die Entstehung Islamabads vom Reißbrett, die Planung fand von diesem Dorf ausgehend statt.

Das Dorf ist heute eine Touristenattraktion mit vielen guten, aber auch teuren Restaurants.

in Islamabad

in Islamabad

weitere Informationen

Verkehr vor Ort: Zu den meisten nennenswerten  Sehenswürdigkeiten in Islamabad gibt es keinen Öffentlichen Verkehr. Die Straßen sind jedoch breit und groß! So kommst du auch sehr schnell mit dem Taxi von Ort zu Ort. Mithilfe der „Careem App“ (pakistanische Version von Uber) kommt man zum Einheimischen Tarif günstig von A nach B.

Bus: Daewoo-Express fährt von Rawalpindi nach Lahore, Mingora, Peshawar und Gilgit.

Zug: von der Saddar Staion in Rawalpindi erreicht man alle größeren Städte, die an das Bahnnetz angeschlossen sind, wie Karachi, Peshawar, Lahore und Multan.

Sehenswürdigkeiten außerhalb von Islamabad

Taxila

War eine bedeutende Stadt der Gandhara-Kultur, die sich von hier bis zum Fluss Kabul in Afghanistan erstreckte. Taxila war die Haupstadt dieses Reiches und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Seit dem 6 Jahrundert v. Chr. sah die Stadt Jahrhunderte lang Eroberer kommen und gehen, ehe im Jahr 455 n. Chr. die weißen Hunnen die Stadt völlig zerstörten. Die Kultur hinterließ zahlreiche Buddhastatuen und Stupas in der Gegend.

Museum:Die Aufbereitung der Exponate ist sehr schön, wenn auch mit wenig Informationen über die Anlage. Man sieht wunderschöne Buddhastatuen (beeinflusst von griechischer Kunst), Alltagsgegenstände und Münzen.

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antike Spielzeuge im Museum Taxila

Ausgrabunsstätten: Besonders lohnenswert sind die Anlagen um die Dharmarajika Stupa und das Jaulian Kloster.Keine der Anlagen ist weiter als 6 km vom Museum entfernt. Um sie zu erreichen muss man ein TukTuk nehmen.

in Islamabad

Dharmarajika Stupa in Taxila

Tickets: Am Museum kann man ein Ticket für das Museum selbst und die Anlagen kaufen. Die Aufseher vor Ort wollen dir aber immer ein neues Ticket verkaufen, oder versuchen dein altes zu behalten. Dann musst du hartnäckig bleiben und es zurückfordern! Auch für eine Führung im schlechten Englisch bei dem man kaum wertvolle Informationen erhält werden 200 Rupien extra verlangt.

Anreise Taxila: Die Anreise ist am einfachsten und billigsten mit dem Zug (Saddar Railway Station in Rawalpindi) . Er fährt morgens um 7:00 Uhr und dann weiter nach Peshawar. Tickets sind erst eine halbe Stunde vor Abfahrt erhältlich. Preis ca. 120 Rupien.

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der Bahnhof von Taxila

 

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Villa Rusticae in Hechingen-Stein – historische Prunkbauten im Zollernalbkreis

In den folgenden Artikel möchte ich euch mit nach Hechingen nehmen. Du hast noch nie von diesem Ort gehört? Dann wird es höchste Zeit, denn es gab/gibt nahe des beschaulichen Städtchens gleich zwei riesige Prunkbauten im Zollernalbkreis, die von den damals Mächtigen in iherer Zeit errichtet wurden. Von Ersteren, eine antike Villa Rusticae in Hechingen-Stein, sind heutzutage leider nur noch die Grundmauern übrig, jedoch wurde ein Teil nach antiken Vorbild rekonstruiert. Die Zweite steht so fest wie eh und je auf dem Hohenzollern, der dem bedeutenden, deutschen Adelgeschlecht und der Burg ihren Namen verlieh.

In folgenden Artikel soll es um die teilweise rekonstruierte Villa Rusticae im Freilichtmuseum Hechingen-Stein gehen.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Die Villa Rusticae von Außen

Die Entdeckung der Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Die Villa befindet sich in der Gemeinde Stein und ist mit dem Bus leicht alle zwei Stunden zu erreichen. 1973 entdeckte sie der damalige Bürgermeister Gerd Schollian und nach weiteren Sondierungen des Areals begann das Landesdenkmalamt Tübingen 1978 mit den ersten Ausgrabungen. Man konnte die Villa Rusticae in Hechingen-Stein in die Regierungszeit des Kaiser Domitian (81 – 96 n. Chr.) zurückdatieren. Das Besondere an ihr war ihre enorme Größe, sowie ein nebenanliegender Tempelbezirk. Früh entstand auch Wunsch, die Anlage zum Teil als Freilichtmuseum wieder aufzubauen und sie dem Bürger zugänglich zu mache.

Wem mag die Villa Rusticae in Hechingen-Stein wohl einst gehört haben? Einem Reichen Bürger aus dem nahen Rottenburg oder war es gar ein Verwaltungssitz der Region? Es bleiben immer noch viele Fragen zu klären!

Anfahrt und Weg zur Villa Rusticae in Henchingen-Stein

Von der Bushaltestelle „Stein-römische Ausgrabungen“ sind es 15 Minuten Fußweg zum Museum. Du musst durch eine Brücke hindurch und folgst dann immer der Teerstraße bis man zum Eingang gelangt.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Die Mauern

Die Villa Rusticae in Hechingen-Stein ist von einer 2,40 m hohen Mauer mit je vier Ecktürmen umgeben. Sie diente vielmehr repräsentativen Zwecken und dem Schutz vor wilden Tieren als zur Verteidigung vor feindlichen Alemannen.

Die Bäder

Links neben dem Eingang zum Hauptgebäude liegt eines der vielen Bäder der Villa Rusticae in Hechingen-Stein. Die reste der Grundmauern und der Bodenheizung sind noch gut erkennbar. Selbst die Latrinen wurden rekonstruiert. Für uns heute unverständlich waren die Toiletten bei den Römern nicht abgetrennt, sondern beliebter Treffpunkt für die damaligen Dealmaker um ein neue Geschäftsquellen  zu erschließen. Geld stinkt ja bekanntlich nicht und wahrscheinlich kommt daher auch unser Ausdruck ein „Geschäft erledigen!“ für den Toilettengang.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

rekonstruierte römische Toiletten

Die Villa – Küche und Augrabungsgegenstände

Wieder zurück, gelangst du zum rekonstruierten Teil des Gebäudes. Wie groß die Villa Rusticae in Hechingen-Stein war kannst du dir vorstellen, wenn du dir vor Augen führst das jediglich ein Viertel des Gebäudes wideraufgebaut wurde. Durch einen langen Säulengang (Porticus) kommst du in einen von ursprünglich vier Eckrisaliten.

Darin befindet sich eine beispielhafte Küche aus römischer Zeit, eine sehr anschaulicher Nachbau eines antiken Türschlosses, sowie ein Raum mit Ausgrabungsgegenständen, wie Kessel, Töpfe, Schmuck und Münzen. Im oberen Stockwerk befinden sich ein Wohnraum, dessen Wandbemalung sich an den Ausgrabungsfunden (Schaukasten) orientiert.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Die antike Fußbodenheizung (Hyphokaust) ist an mehreren Stellen wiederzufinden

Die Villa – spätere Besiedelung und Esszimmer

Als nächstes  gelangst du in eine große Porticushalle. Von dort führt dich ein Durchgang zur Innenhalle. Im ersten Raum werden Steinskulpturen, sowie Funde aus einem späteren Holzbaus, der Alemannnen (Ende 3. Jahrhundert) ausgestellt. Wohl war ihnen der riesige Steinbau nicht ganz geheuer, so wurden dessen Zugänge vermauert und unheilabwehrende Symbole in das Mauerwerk geritzt. Dass auch diese späteren Bewohner sehr reich sein mussten, belegt eine smaragdgrüne Amulettglasperle, die aufgrund ihrer hohen Qualität aus Byzanz stammen musste.

Am Ende des Gangs befindet sich das Triclinium, das Esszimmer. Anders als wir heute aßen die Reichen Römer nicht im sitzten, sondern ruhten auf liegen und ließen sich allerlei ausgefallene Köstlichkeiten schmecken.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Esszimmer

Die Villa – Keller und Dachgebäude

Weiterhin führen dich Treppenstufen in die Kellerräume. Hingegen gelangst du über eine Holztreppe zu den Dachgebäuden. Viel eher dürften hier die leicht verderblichen Lebensmittel, wie Würste und geräuchertes Fleisch gelagert worden sein, da sie dort vor Nässe, Mäusen und anderen Nagern geschützt aufgehangen werden konnten. Die Räume davor geben einen interessanten Einblick in das Schulwesen der Römer, sowie dem Leben eines Sklaven.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Dachgebäude

Die Villa – römisches Bauwesen und Präfurnium

In einem weiterem Raum am Ende der Rekonstruktion befinden sich Ausstellungsstücke zum römischen Bauwesen, so fand man einen antiken  Mühlestein, welcher später als Feuerstelle weiterverwendet wurde, sowie noch erhaltene Wasserrohre aus Holz.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Mühlstein und Wasserrohr

Im hinteren Raum befindet sich das Präfurnium. Hier mussten Sklaven aufpassen, dass das Feuer im Ofen für die Beheizung der Räume nicht ausging. Die erwärmte Luft wurde durch Holzziegel an den Wänden entlanggeleitet und beheizte somit beipielsweise das Bad. Der Boden stand ebenfalls auf Steinsäulen an denen die warme Luft vorbeizirkulierte.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Präfurnium

Teile dieser Bodenheizung (Hypokaustheizung) kannst du ebenfalls wiederfinden, wenn du das Gebäude verlässt. Vielleicht wirst du dich fragen, warum diese römische Villa Rusticae in Hechingen-Stein im Vergleich zu den vielen Vorbildern aus den Spielfilmen und Asterix-Comics keinen freien Innenhof hatte. Ganz einfach. Es wäre in unseren Breitengraden einfach viel zu kalt gewesen, deshalb schloss man den Innenhof kurzerhand mit einem riesigen Dach, das von Weitem sehr imposant gewirkt haben muss.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Der Innenhof der römischen Villen war im kalten Germanien überdacht

Weitere Besucherpunkte

Auf dem Hof sticht eine hohe Jupitergedenksäule  ins Auge, dem höchsten Gott der Römer.

Weitere Ausstellungspunkte sind eine rekonstruierte Schmiede und die Grundmauern der Getreidemühle in der sich auch eine Stelle zum Bierbrauen  befand. Bier war eigentlich bei den Römern als Getränk der Babaren verpönt, man bevorzugte es Wein zu trinken. Doch nach und nach mussten sie wohl doch Gefallen an dem Gebräu unserer Vorfahren gefunden haben.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

rekonstruierte Reisekutsche in der Schmiede

Der anliegende Tempelbezirk befindet sich noch im Aufbau. Erste Teile sind schon rekonstruiert.

Auch für das leibliche Wohl ist  am Kassenhäuschen gesorgt, dort befindet sich ein kleiner Kiosk. Außerdem können Kinder in einem gr0ßen Sandkasten spielen.

Weitere Informationen

 

Anfahrt:

Von Stuttgart aus fährt ein Intercityregioexpress (IRE) nach Aulendorf/ Sigmaringen und macht Halt in Hechingen

Vom Bahnhof Hechingen fährt man mit der Linie 305 in ca. 7 Minuten zur Bushaltestelle „Stein-römische Ausgrabungen“ Von dort wandert man nochmals 15 Minuten bis zum Freilichtmuseum. Der frühste Bus fährt ab 9:37 Uhr.

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

Hier fährt die Linie 305

Rückfahrt:

ab 12:27 Uhr fährt alle 2 Stunden ein Bus zurück zum Hechinger Hauptbahnhof.

Öffnungszeiten:

Von 31. März – 31. Mai: Dienstag – Sonntag von 10:00 – 17:00 Uhr

Von 01. Juni – 31. August: täglich geöffnet

Von 01. September – 01. November: Dienstag – Sonntag von 10:00 – 17:00 Uhr

im Winter ist das Freilichtmuseum geschlossen.

Eintritt:

Erwachsene 5,50 €, Studenten 4,00 €

Weitere Infos zum Freilichtmuseum Hechingen Stein unter http://www.villa-rustica.de/index.php/de/

Weiter gehts!

Vom Eckturm des Freilichtmuseums kann man schon von weitem die Burg Hohenzollern sehen, sie ist die Verkörperung einer romantischen Ritterburg schlechthin und wurde im 19. Jahrhundert errichtet. In den Sommermonaten fährt die Linie 300 zum Parkplatz der Burg.

Quelle: Infotafeln im Freilichtmuseum Hechingen-Stein und Internetseite des Freilichtmuseums (Texte: Walter-Neidhart-Keuler / http://www.villa-rustica.de/index.php/de/ /11.11.2018)

Noch nicht genug von römischer Baukunst? Unter dem Artikel: „Eintauchen in das römische Mainz“ habe ich eine ganze Wanderung über die römischen Relikte der Stadt erstellt! Viel Spass beim Lesen 🙂

 

 

 

 

 

 

kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan

Auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan

Pakistans Küche ist genauso vielfältig, wie seine Bewohner! Auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan lernte ich eine Vielzahl an tollen Gerichten kennen! Sie startete im Lahore, die Stadt ist weltweit bekannt für gutes Essen! Weiter ging es in den Norden. Isst man im dort kaum scharf so verbrannte ich mir im Süden glatt den Mund 😉 . Vom Nationalgericht den Biryani gibt es unzählige verschiedene Varianten, dass es schwer fällt zu sagen welches das Originalrezept war. Vermutlich hatt jedes Restaurant mittlerweile sein eigenes Rezept. Auch wurde sie über die Jahrhunderte auch immer wieder von den Ländern  Pakistans beeinflusst. So stammt das Falooda ursprünglich aus Persien und wurde weiterentwickelt. Nihari wurde ursprünglich in Dehli erfunden und nahm seinen Weg nach Pakistan mit den Auswanderen Mitte des 20. Jahrhunderts und ist heute in Karachi weit verbreitet.

Worauf wartest du? Folge mir auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan!

Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan

Speisen werden mit großen Eisblöcken gekühlt

Frühstück

Auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan lernte ich verschiedene Brote kennen:

Naan ist allgegenwärtig in Pakistan. Teigfladen die man an die Wände geheizter Öfen geklebt, bis sie gar sind. Da die Pakistaner traditionell nicht mit Besteck essen, formen sie das Brot zu eine Art Löffelchen um Essen aufzunehmen.

Roti: Während Naan dicker ist sind Rotis sehr dünne Teigfladen

Chapati: Hingegen ist luftiger und sehr weit verbreitet in Pakistan

Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan

Chana Masala

Ist ein weit verbreitetes Dal aus Kichererbsen. Typischerweise ist es mittel- bis sehr scharf mit einem leichten Geschmack von Zitrone. Die Zubereitungsarten sind wiederum sehr unterschiedlich. Es gibt eine sehr ölreiche Variante, wie in diesem Bild und eine Variante in dem es mit Tomaten, Zwiebeln und verschiedenen Gewürzen (Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Nelken etc.) zusammen gekocht wird, wie weiter unten beim Poori. Kartoffeln fügt man gerne in Sindh hinzu.

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Poori

Poori  ist ein hauchdünnes fritiertes Brot. Traditionell wird es zum Frühstück zusammen mit Dal, Chana Masala oder einem sehr süßen Milchreis gegessen.

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ocra+dal masch

Ocra ist eine Gemüsepflanze die vor ca.3000 Jahren in Ägypten angebaut wurde. Sie stammte ursprünglich aus Äthopien und ist in ganz Südasien beliebt. Der Geschmack erinnerte mich an grüne Bohen und geberaten auch etwas an Kartoffeln.

Dazu isst man Dal Mash aus weißen Linsen zubereitet. Weitere Bestandteile des Gerichts sind Chilischoten, Zwiebeln und Roti (Brot). Unser Gericht schmeckte scharf und hatte außerdem eine leichte Zimtnote.

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Rabari

Ist gesüßte, eingedickte Milch. Oft mit Rosinen oder Mandeln verfeinert. Es ist sehr bekannt in Lakarna und Hyderabad und wird zum Frühstück gegessen.

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Mittagessen

Auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan lernte ich zwei wichtige Mittagessen kennen:

dahi baray

Ist ein Linsendaal, welches mit Naturjoghurt gemischt wird. In meinem Dahi Baray waren statt Linsen gekochte Bohnen und anderes Gemüse. Es hat einen erfrischenden Geschmack. Dahi Baray wird vor allem in Bahawalpur gegessen. Ein Imbiss befindet sich direkt auf dem Basar hinter dem Fareed Gate.

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Chicken / Mutton karahi

Der Karahi ist eine spezielle Form des Kochtopfs, welche wie ein kleiner Wok aussieht. Verbreitet ist er in ganz Südasien bis Afghanistan. Er kann entweder zum Fritieren von Fleisch oder Kartoffeln für Samosas verwendet werden oder für die Zubereitung der leckeren Karahi-Gerichte. Man kocht Hühchen- oder Lammfleisch 30 – 50 Minuten zusammen mit Tomaten, Knoblauch, Ingwer und scharfen Chilischoten zu eine Art Eintopf.

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Abendessen

Auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan lernte ich viele tolle und sehr aufwendige Gerichte für das Abendessen kennen:

biryani

Ist in ganz Süd- und Südostasien verbreitet und nach eigenen Aussagen das Nationalgericht Pakistans. Die Hauptzutaten sind Reis, Fleisch (meist Hühnchen oder Schaf) und verschiedene Gewürze.  Man brät den Reis zunächst  mit Ghee (Butterschmalz) an, was ihm sein spezielles Aroma verleiht. Anschließend kocht man den Reis , bis er zur Hälfte gar ist um schließlich in einen Topf mit mariniertem Fleisch geschichtet und fertig gegart zu werden. Es gibt innerhalb von Pakistan Unterschiede in der Art der Zubereitung oder der Zutaten. So wird Biryani aus der Provinz Sindh zusätzlich mit Kartoffeln zubreitet.

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Kebabkulinarischen entdeckerreise durch pakistan

Die auf glühenden Kohlen servierten Fleischspieße sind auch in Pakistan sehr beliebt. Wahlweise bekommt man Reis oder Naan dazu gereicht.

Nihari

Ist Fleisch (meist Lamm) welches langsam zusammen mit deren Fett und Knochenmark gekocht wird. Das Gericht stammte ursprünglich aus Dehli und Hyderabad in Indien im späten 18. Jahrhundert. Die ansäßigen Muslimen kochten es über Nacht und servierten es am nächsten Morgen. Später wanderten viele Muslime nach Pakistan und vor allem Karachi, dort ist es noch heute weit verbreitet. Es wird zusammen mit Zitrone, grüne Chili, Ingwerstreifen und Roti serviert. Es ist scharf gewürzt und schmeckt sehr gut.

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Gewürzmarkt in Lahore

Haleem

Bei diesem Gericht wird Getreide / Linsen und Fleisch (Lamm oder Hühnchen) erst für zwei Stunden in Salzwasser gekocht und mit einem großen Mixer zu Brei zerkleinert und weitere sechs Stunden weitergekocht, bis es schließlich serviert werden kann. Dazu wird oft geröstete Zwiebeln, Naan, Ingwerstreifen und Zitronen gereicht.

Das Originalrezept kann in das 10. Jahrhundert zurückdatiert werden. Durch arabische Soldaten kam das Gericht nach Hyderabad in Indien. Die Einwohner entwickelten das Gericht zur heutigen Form weiter und brachten es schließlich nach Karachi.

Traditionell wird es an hohen muslimischen Feiertagen, wie Ramadan oder Murharram serviert und ist ein typisches Straßenessen.

kulinarischen Entdeckerreise Pakistan

Nachtisch

Kheer

Kheer ist ein typischer Reispudding, der nicht ganz so süß ist und den man nahezu überall auf allen Straßen Pakistans bekommt.

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Falooda
Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan

Falooda in Larkana

Ist ein Eissorbet mit Vermicelli-Nudeln, das ich bereits letztes Jahr während meiner Iranreise kennenlernen durfte 🙂 . In der Mogulära kam es nach Indien und Pakistan. Faloodeh wurde sowohl in Iran als auch in Pakistan weiterentwickelt, so gibt es ganz unterschiedliche Varianten von Falooda. Man findet es oft in kleinen Straßencafes, aber auch in Restaurants.

Peshawar: Dort bekam ich in einem kleinen Laden an der Chowk Yadgar ein Falooda mit einem Eis, dessen Geschmack eine Mischung aus Vanille, Ei und Rosenwasser erinnert. Für mich das köstlichste Falooda!

Lakarna: Ebenso ein Eis bekam ich in Lakarna, jedoch ohne Eiswürfel und mit kleingeschnittenten Nudeln und mehr Eiscreme.

Bahawalpur: Dort bekam ich im Bazar am Fareed Gate ein Falooda mit Kheer und roten Sirup

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Falooda in Bahawalpur

Snacks

Snacks die ich auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan kennenlernte:

Pakora

Ein in Pakistan und Indien typischer Snack für Zwischendurch. Man taucht eine oder Zwei Zutaten, wie Kartoffeln, Auberginen, Panir-Käse etc. in Mehl und fritiert es dann. Achtung Pakoras sind sehr scharf.

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Eingedickte Milch ist eine Grundzutat für viele Süßspeisen in Pakistan

Samosa

Der Teig besteht aus Butter, Wasser, Salz, Mehl und Öl. Sie werden zu dreieckigen Taschen geformt und fritiert. Es werden verschiedenen Füllungen angeboten, wie beispielsweise Erbsen oder Kartoffeln.

Früchte:

Die Bananen und Mangos Pakistans gehören zu den saftigsten, süßesten und besten Früchten, die ich je gegessen habe!

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Süßigkeiten

Auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan kam auch kam auch die Naschkatze in mir nicht zu kurz:

Sohan halwa

Die Grundzutaten des Sohan Halwa sind Milch, Mehl, Weizenkörner, Zucker, grüner Kardamon und Butter. Zuerst werden die Weizenkörner grob gemahlen und mit dem übrigen Mehl vermengt und danach in heißer Milch gekocht, bis die Milch gerinnt. Weiterhin werden der Kardamon und der Butter dazugegeben. Schließlich trennt sich das Fett der Butter und schwimmt oben auf. Dieses wird dann entfernt und die restliche Masse kühl gestellt. In die dann zähe Masse werden oft noch andere Zutaten, wie Mandeln oder Haselnüsse miteingearbeitet. Multan ist berühmt für sein Sohan Halwa. Es gibt extra Süßwarenladen entlang der Baba Safra Road nahe des Shah Shams Tabrazi Schreins. Aber auch an den Schreinen in Bit Sharif und Sehwan kann man welches kaufen.

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Sohan-Halwar-Laden in der Nähe des Shams Tabrazi Schreins

Barfi

Die Hauptbestandteile dieser Süßigkeit sind Milch und Zucker. Die weiteren Zutaten können sehr Vielfältig sein. So werden Mangos, Kokosnussraspeln, Pistazien oder Cashews zugemengt. Barfis werden in den Konditoreien in Form von kleinen brauen Vierecken verkauft. Pakistaner essen sie gerne zu Hochzeiten.

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oben Barfi unten Gulab Jamun

Gulab Jamun

Gulab beudeutet im persischen „Rosenwasser“, welches in den aromatisierten Zuckersirup gegeben wird, die Teigbällchen werden danach fritiert. Jamun hingegen bezeichnet den Rosenapfel, denen die Teigbällchen in ihrem Aussehen ähneln. Die Teigbällchen bestehen aus eingekochter Milch und Mehl. Gulab Jamum ist in Pakistan und Indien sehr beliebt. Es schmeckt sehr süß und auch etwas nach Birne. Es ist in Bazaaren (z.B. in Multan) und Konfiserien erhältlich.

Getränke

Sharbat Gond Kateera

Die Grundzutat für dieses süße Getränk, welchens gesundheitsfördernde Wirkung haben soll, stammt von einem dornigen Busch, namens Astragalus Gummifer. Er ist in ganz Westasien, Kurdistan und Irak heimisch ist. Verletzt man die Rinde des Busches sondert er zum Schutz eine geleeartige Masse ab. Diese  bewahrt den Baum vor Austrocknung und Infektionen. Getrocknet ist es wie ein Pulver, in Kontakt mit Wasser beginnt es sofort zu quellen. Es ist in der Lebensmittelindustrie auch unter den Namen E413 als Verdicker z. B. für Salatdressings bekannt.

Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan

Wie überall in Pakistan gibt es auch bei Sharbat Gond Kateera kein Patentrezept, sondern viele verschiedene Varianten.

Auf den Basaren Peshawars bekam ich eine Schale mit diesen kleinen Geleebällchen angeboten, dazu noch viele andere Zutaten, wie Mandeln, Sesam, Cashews, Eiswürfel und Kokosnussraspeln, die wir aus einer Schale löffelten.

Angeblich hilft Kateera das Immunssystem anzuregen und wirkt vorbeugend gegen Krebs. Auf jeden Fall ist es sehr erfrischend und genau das Richtige an einem heißen Sommertag!

Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan

Lassi

Lassi ist ein Mix aus Joghurt, Wasser und verschiedene Gewürze: Es gibt eine traditionelle salzige Variante, die in der pakistanischen Provinz Punjab weit verbreitet ist und eine süße Variante. Eine Variante mit Mango ist nicht nur in Pakistan, sondern weltweit sehr beliebt.

Tee

Tee darf in Pakistan bei keiner Mahlzeit fehlen. Üblicherweise ist es Schwarzer Tee mit einem Schuss Milch, wie er in England üblich ist. Eine Einladung zum Tee darf gerne angenommen werden, er ist Ausdruck der Gastfreundschaft der Pakistaner.

Im Norden trinkt man gerne Grünen Tee. In den Teestuben Peshawars gibt es eine besondere Variante, den man aus Schalen trinkt. Dieser schmeckt erstaunlicherweise zuerst sehr süß und wird nach einer Weile immer herber. Die Zubereitung ist selbst manchen Einheimischen ein Rätsel.

kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan

Lust auf Süßes? Hier erfährst du alles über die Welt der iranischen Süßigkeiten 😉

Kulturhauptstadt lahore

Kulturhauptstadt Lahore

 

Die erste Stadt in die ich nach der Überquerung der Grenze besuchte ist die 11 Millionen Einwohnerstadt Lahore! Sie liegt nur wenige Kilometer von Wagha entfernt und hat den Ruf die heimliche Kulturhauptstadt Pakistans zu sein.

Kulturhauptstadt Lahore

Geschichte

Tatsächlich kann die Kulturhauptstadt Lahore auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Vermutlich wurde die Stadt als erstes von dem chinesischen Pilger Xuanxang 630 n. Chr. erwähnt. Im 11. Jahrhundert wurde sie schließlich vom Sultan Mahmud von Gazhni erobert und  zu einem geistigen Zentrum des Islams in Südindien.

Schließlich blieb auch die Kulturhauptstadt Lahore nicht vom großen Mongolensturm verschont und nach mehreren Herscherwechseln etablierten sich letztendlich die Mogulen unter Babur, der die Stadt 1524 eroberte. Es war Großmogul Akbar der 1584 Lahore zur Haupstadt seines Reiches machte und ein erstes Fort errichtete. Infolgedessen wurde Lahore unermesslich reich und prachtvoll. Doch die größten Spuren hinterließ sicherlich Shah Jahan der zahlreiche Bauwerke, wie die Wazir Kahn Moschee, das Shahi Hammam und die Shalimar Gardens errichten ließ.

Kulturhauptstadt Lahore

1799 übernahmen die Sikhs die Herrschaft über die Stadt. Ranjit Singh gab der Stadt seine einstige Bedeutung zurück, welche im Zuge des Niedergangs des alten Mogulreiches schwand. Leider wurden auch viele kostbare Architekturschätze aus der Mogulära nach Amritsar abtransportiert. Beispielsweise fand der kostbare Mamor aus den Shalimar Gardens und dem Fort in Tempeln und Palästen Amritsars Verwendung.Trotzdem waren beide Städte zu dieser Zeit eng miteinander verbunden, war Amritsar die spirituelle Hauptstadt, so befand sich in Lahore hauptsächlich die Verwaltung des Reiches!

Nach zwei erschöpfenden Kriegen mit den Briten gelang die Stadt im Jahr 1846 unter deren Herrschaft. Während dieser Zeit lebten Muslime und Hindus friedlich nebeneinander. Doch die Spannungen stiegen mit der Unabhängigkeitsbewegung aus der zwei getrennte Staaten hervorgehen sollten. Ein muslimischer Staat genannt Pakistan und ein Hinduistischer genannt Indien. Ali Jinnah der Gründer Pakistan konnte die Briten davon überzeugen, dass die Kulturhauptstadt Lahore überlebenswichtig für Pakistan werden würde. Bereits vor der Unabhängigkeit im August wurden die Häuser der Hindus angegriffen und diese vertrieben. Dieses Trauma schlägt sich noch heute in der Feindschaft der beiden Länder nieder!

Schließlich wurden die Städte Lahore und Amritsar mit der Unabhängigkeit beider Länder am 14.08.1947 durch eine insgesamt 2900 km lange Grenze getrennt.

Shalimar Gardens

Die Shalimar Gardens entstanden 1641. Nach den damaligen Vorstellungen sollten sie ein Paradies auf Erden abbilden. Was ihnen auch gelang, denn die Gärten sind wunderschön. Nur hier und da sind die Mauern etwas renovierungsbedürftig. Insgesamt befinden sich darin unglaubliche 410 Springbrunnen, die sich in gr0ße Marmorbecken ergießen.

Kulturhauptstadt Lahore

Dehli Gate

Das Dehli Gate ist eines der historischen Tore Lahores, welches in die ehemals befestigte Altstadt führt und zum Dehli Gate Basar. Es wurde zur Zeit der Mogulherrscher errichtet.

Kulturhauptstadt Lahore

Shahi Hammam

Gleich links vom Dehli Gate fKulturhauptstadt Lahoreührt dich der Weg zum Shahi Hammam. Das 1635 unter der Regierungszeit von Shah Jahan im persischem Stil errichtete Hamman wurde erst 2015 restauriert und ist nun Besuchern zugängig.

Der persische Einfluss ist deutlich am Baustil zu erkennen, der das Licht durch den ganzen Raum leitet und ebenso für Luftzirkulation sorgt. Hingegen sind die Fresken typisch nach den Mogulstil. Auch die Art der Beheizung der Räume blieb mir nicht verborgen, wie schon bei den Alten Römern wurder die Luft des auf Säulen ruhenden Fußbodens mit einem großen Ofen aufgeheizt.

 

Wazir Khan Mosque

Folgt man weiter der Shahi Guzargah Straße, auf der früher die Mogulherrscher zum Fort gelangten, erreicht man nach 260 m die Wazir Khan Moschee. Ebenso wie das Shahi Hammam wurde es unter der Leitung des Architekten Wazir Kahn errichtet um dem Grab des Sufi-Heiligen Miran Badshah eine würdige letzte Ruhestätte zu bieten und dauerte sieben Jahre.

Kulturhauptstadt Lahore

Am Eingang befanden sich ursprünglich die Läden der Buchbinder und Schreiber. Am Ende des Ganges musst du deine Schuhe abgeben. Im Hof triffst du auf einen großen Wasserbassain, für die religiöse Waschung und links daneben führt ein Weg hinab in das Grab des Miran Badshah. Die Gebetshalle ist sehr reich mit Fresken aus der Mogulzeit ausgestattet, die Architektur ist typisch persisch.

Die vier Minarette sind je 32 Meter hoch. Mit Hilfe eines Schuhaufpassers am Eingang kannst du auf den rechten Turm bei der Gebetshalle hinaufsteigen. Von dort hast du einen einzigartigen Blick auf die Kulturhauptstadt Lahore. Der Preis ist Verhandlungssache.

Außerdem sehr empfehlenswert ist der Fruchtshake-Stand folgt man weiter der Shahi Guzargah Straße zwischen der Moschee und Chowk Kotwali. Welcher sehr gute und erfrischende Mango-Lassi´s anbietet.

Kulturhauptstadt Lahore

Blick vom Minarett der Wazhir Khan Mosche

Sunehri Masjid

Folgst du der Straße weiter geradeaus entlang des Kashmiri Basars, triffst du schließlich auf die Sunehri Masjid, oder zu deutsch die Goldene Moschee. Ihr Bau begann 1753 als sich das Mogulreich in der Kulturhauptstadt Lahore schon im Niedergang befand. Die Sikh-Herrscher wandelten die Moschee in eine Gurdwara um, ehe sie 1820 restauriert und den Muslimen wieder zurückgegeben wurde.

In der Gebetshalle befinden sich wieder wunderbare Fresken. Die Architektur weist deutliche Sikh-Elemente, wie sie beispielsweise in Amritsar zu finden sind, auf.

Vor der Moschee befindet sich ein Hof in der mitten in einer baumlosen Stadt eine uralte, wunderschöne Pappelfeige steht.

Kulturhauptstadt Lahore

Badshahi Moschee

Von dort musst du nur der Kali Beri Straße folgen um zur Badshahi Moschee zu gelangen! Sie ist eine der größten Moscheen der Welt und ab 1671 in nur 3 Jahren während der Herrschaft des Großmoguls Aurangzeb errichtet worden. Sie ist eines der bedeutendsten Bauwerke seiner Zeit!

Über 22 Treppestufen erreichtst du die Moschee. Nachdem du deine Schuhe abgibst gelangst du in den gr0ßen Hof, auf dem 100.000 Menschen Platz finden können.

Das Äußere der Gebethalle besteht aus rotem Sandstein faziert mit weißen Marmorelementen. Gekrönt wird sie von drei Marmorkuppeln. Es finden 10.000 Menschen Platz.

Kulturhauptstadt Lahore

Lahore Fort

Der heutige Bau stammt aus dem Jahre 1575. Die Regierung von Akbar I. schuf ihn um die Nordwestgrenze seines Reiches zu schützen und unter die nachfolgenden Herrscher bauten ihn immer weiter aus.

Der Naulakah Pavillion wurde beispielweise 1633 von Shah Jahan errichtet und besteht aus weißem Marmor. Es zeichnet sich durch das gebogene Dach aus, war ursprünglich mit Edelsteinen ausgekleidet und kostete damals schon die unglaubliche Summe von 900.000 Rupien.

Gleich im Norden befindet sich das Seesh Mahal. Mirza Ghiyas Begh ließ es 1632-1632 für sich bauen. Das innere besteht aus Marmor mit einer aufwändigen Glasarbeit vaziert, ayina kari genannt. Er war zuerst der königlichen Familie vorbehalten, später unter Ranjit Singh war es der Aufenthaltsort seines Harems.

Im Diwan-i-Khas wurden Staatsgäste empfangen.

kulturhauptstadt Lahore

Kulturhauptstadt Lahore

Minar-e-Pakistan

Nördlich vom Fort befindet sich ein weitläufiger Park überragt von einem großen Turm genannt Minar-e-Pakistan.

Transport:

Metrobus: Am westlichen Ende vom Park in der Azadi Chowk befindet sich eine Metrobusstation. Der Metrobus ist sehr günstig. Eine Fahrt kostet maximal 20 Rupien.

Für Überlandfahrten fahren Regionalbusse entweder von der Circular Road oder dem westlich davon befindlichen riesigen Busbahnhof. An dem es ohne fremde Hilfe fast unmöglich ist, den richtigen Bus zu finden.

Der Daewoo-Busterminal befindet sich außerhalb der Stadt in der

Zug: Von Lahore fahren Züge in Richtung Süden in Richtung Multan und Karachi und in Richtung Norden nach Jehlum, Rawalpindi und Peshawar.

Travelguide Pakistan alles was du wissen musst

Travelguide Pakistan: Alles was du wissen musst!

Travelguide Pakistan: Alles was du wissen musst! Ja du hast richtig gehört! Leider hört man in unserer Medienlandschaft nicht allzu viel Gutes über das Land. Armut, Korruption, Taliban und extreme Religiösität ich selbst dachte nie darin einmal nach Pakistan zu reisen. Doch auf meiner letztjährigen Tour durch den Iran, traf ich viele Backpacker die ein ganz anderes Bild über Pakistan zeichneten.

Extrem  gastfreundliche Menschen, die stets um unser Wohl und unsere Sicherheit besorgt waren. Erstaunlich hohe und beeindruckende Berge auf dem Karakoram Highway, dort fühlt man sich dem Himmel so nah wie nirgends und ein echtes Abenteuer!

Ich war nun selbst dort, habe das Land vom äußersten Norden bis nach Karachi im Süden durchquert und kann sagen es ist nichts gelogen und ich hatte unglaublich, einzigartige Erlebnisse in diesem Land.

Zugegeben das Umherreisen war oft schwieriger als bei all meinen anderen Trips zuvor. Damit ihr also nicht ganz unvorbereitet in dein Pakistan-Abenteuer stürtzt habe ich einen exklusiven Travelguide für euch geschrieben 😉

Was gibt es in Pakistan zu sehen?

Der Norden ist ein einziges Paradies für Bergsteiger und Naturliebhaber. Beeindruckende 8000er wie der Nanga Parbad, Rakaposhi und K2 warten auf dich! Wandern durch zahlreiche Aprikosenhaine, Gletscher, abenteuerliche Hängebrücken und wunderschöne Bergseen. Dazu wirst du höchstwahrscheinlich die Gelegenheit bekommen von den herzlichen Einheimischen zu einem Tee oder zum Essen eingeladen zu werden.

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Nanga Parbat

In den Provinzen Punjab und Sindh erwarten dich Megacitys, wie Lahore, Islamabad und Karachi. Hier pulsiert das Leben! Zahlreiche Basare mit köstlichen Essen und Megabauten, wie die Badhshai oder die Faisal Moschee. Dazu die Uralte Induskultur mit den archäologischen Stätten Mojen Dario und Taxila oder riesigen Festungsanlagen wie Rothas Fort, Ranikot Fort und Derwara Fort.

Rothas Fort

Rothas Fort

Visum

einen Artikel dazu habe ich hier für dich geschrieben

Flüge

Flüge von Frankfurt nach Karachi sind mit 320 Euro am günstigsten. Nach Islamabad sind mit 430 – 550 Euro wesentlich teurer. Aufgrund der Nähe zu Dehli (210-250 Euro pro Flug) wäre zu überlegen sich ein 3-Tage-Transfervisum für Indien zu besorgen, Pakistan über Wagha Border bei Lahore zu verlassen und über Amritsar nach Dehli zu reisen.

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Grenzübertritt von Indien

Der einzige Grenzübertritt von Indien nach Pakistan befindet sich bei Wagha zwischen Amritsar und Lahore. Auf indischer Seite werden zuerst deine Passdaten in ein Buch aufgenommen. Dann geht es durch eine Sicherheitskontrolle. Bei der Ausreise ist es bei dem E-Visum wichtig nochmals die ausgedruckte Visabewilligung vorzuzeigen. Dann heißst es Warten an der Gepäckkontrolle und auf den Bus.

Das Fotografieren ist während der ganzen Fahrt verboten. Vor der dem Übertreten der Grenze wird auf indischer Seite abermals der Pass kontrolliert.

Man überschreitet die Grenze zu Fuß und geht rechts in ein Gebäude. Dort werden von den Pakistanern Passdaten aufgenommen und man muss ein Formular ausfüllen. Dann bekommt man den Stempel.

Von den besorgten Behörden wurde ich dann nochmals über meine Reiseziele befragt. Falls man vorhat über Land nach Iran auszureisen, sollte man dies auf jeden Fall verschweigen. Auch wenn ihr privat bei Pakistanern (Couchsurfing/befreundet) übernachtet. Es hat zwar keine direkten Konsequenzen für euch, aber euer Gastgeber wird dann wohlmöglich einer längeren Befragung ausgesetzt sein.

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Unterkünfte:

Hostels: Es gibt keine Hostels in Pakistan mit Ausnahme vom Five Gigants Hostel in Gilgit  und einer sehr bescheiden Jugendherberge in Taxila (beide 1000 Rupies pro Nacht)

Hotels: Sind teurer als in Indien und bieten leider oft keinen besseren Standard. Die Einrichtung ist oft alt und die Betten nicht immer sauber, sodass man sich besser einen Schlafsack oder ein Inlay mitnehmen sollte. Die Preise bewegen sich zwischen 1000 und 2500 Rupien.

Zelten: Ist vor Allem im Norden Pakistans weit verbreitet. Dort gibt es zahlreiche Campinplätze. Man kann entweder ein bereits vorhandenes Zelt mieten (1500 Rupien) oder sein eigenes Zelt aufschlagen (300 – 500 Rupien). Zu Wildcamping ist eher unbekannt und in ärmeren Ländern, wie Pakistan auch weniger zu empfehlen. Wir hatten uns zwar zuvor bei den Einheimischen erkundigt das die Gegend sicher sei, aber trotzdem wegen häufigen Hundegebells eine mehr als Unruhige Nacht.

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Couchsurfing: Für mich persönlich auch in Pakistan die beste Alternative zum Hotel! Es ist im Gegensatz zum Iran nicht verboten und du musst die Polizeibehörden nicht anlügen, wenn sie dich fragen. Jedoch ist ihnen das Konzept unbekannt, weswegen es vielleicht besser ist zu sagen du übernachtest bei einem Freund oder du weisst noch nicht wo du schläfst. Couchsurfing kannst du vor allem in den großen Städten, wie Lahore, Islamabad, Peshawar, Bahawalpur, Lakarna, Hyderabad und Karachi nutzen. Wohingegen es in den kleineren Städten und im Norden eher unbekannt ist.

Couchsurfing wird oft von der reicheren Mittel- und Oberschicht betrieben oder Pakistanern die zuvor im Ausland studiert hatten. Es ist auf alle Fälle eine gute Gelegenheit einen Einblick in die verschiedenen Kulturen eines Landes mit vielen verschiedenen Volksstämmen zu und deren Traditonen zu bekommen. Nicht zu vergessen das köstliche Essen, dass sie dir anbieten werden.

Internet/Mobilfunk:

Leider ist es schwierig als ausländischer Tourist an eine pakistanische SIM-Karte zu kommen. Den zur Registrierung braucht man einen pakistanischen Personalausweis auf dem der Fingerabdruck gespeichert ist. Es gibt in größeren Städten, wie Lahore, Islamabad und Gilgit sogenannte Franchise Shops. Um diese zu finden ist man jedoch auf die Hilfe von Einheimischen angewiesen.

SIM-Karten Anbieter: Es gibt zahlreiche Anbieter. Jedoch ist deren Netzwerk oft regional beschränkt. So funktioniertdie Jazz-Karte  in Punjab aber nicht im Norden. Ich hatte eine SIM-Karte von Scom. Sie funktionierte im Norden. Im Süden funktionierte nur noch das Schreiben von SMS und schließlich konnte ich die Karte nicht mehr aufladen, da es keine geeigneten  Scom-Geschäfte mehr gab. Am besten wäre die Wahl einer Zong-SIM-Karte. Shops gibt es im ganzen Land und Netz ist angeblich auch überall verfügbar.

Geld

Die Währung Pakistans ist der pakistanische Rupie. Ein Euro waren zur Zeit meiner Reise 142 Rupien wert. Wobei der Wert der Rupie während meiner 44 tägigen Reise um 5 Rupien sank.

Schwierig gestaltet sich das Abheben von Geld per Kreditkarte, denn nicht mit jeder Karte lässt sich Geld abheben, außerdem wird eine Gebühr von 500 Rupien fällig! Allied Bank hingegen verlangt keine Abhebegebühren. Im Norden schließlich ist die Kreditkarte wertlos und es gibt auch keine Geldwechsler. So sollte man sich vorher mit pakistanischen Rupien eindecken.

Geldwechsler: Befinden sich in allen größeren Städten an den Bazaaren. Der Wechselkurs ist günstiger als beim Geldabheben. Einheimische können weiterhelfen.

Sicherheit:

Hört man unsere Medienberichte scheint Pakistan ein wirklich sehr gefährliches Land zu sein, das aus den Unruhen nicht herauskommt. Das Gegenteil ist tatsächlich der Fall.  Während meiner Pakistanreise fühlte ich mich zu keiner Zeit unsicher. Die Menschen sind sehr freundlich und stets bereit weiterzuhelfen. Du wirst merken, dass sie viel mehr um deine Sicherheit bekümmert sind, als du selbst!

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Polizei:

Zunächst macht die Polizei einen guten Job in Pakistan und ist sehr besorgt um die Sicherheit von Touristen in ihrem Land. Teilweise nimmt dies meiner Meinung nach aber auch paranoide Züge an. So wurde an völlig sichereren Orten (siehe Dina) für mich nachts eine Hotelwache und eine Polizeiescorte am nächsten Tag abgestellt. In manchen Orten wiederum ist es nur in bestimmten Hotels erlaubt zu übernachten. In anderen wiederum gar nicht. (Nähres dazu schreibe ich demnächst)

Ein großes Ärgernis waren für uns auch eine Vielzahl an Checkpionts zwischen Mingora und Gilgit. Mit dem privaten Taxi wurden wir auf der Hinreise an jedem Checkpoint aufgehalten. Mit dem lokalen Bus auf der Rückreise jedoch nicht. Eine Kopie des Reisepasses wurde nur noch in Gilgit benötigt.

Obwohl keine Struktur in den Sicherheitsbestimmungen zu erkennen  und auch wenn das Risiko minimal ist, sollte man stets freundlich und geduldig sein. Jeder verunglückte Tourist (selbst- oder fremdverschuldet) landet später in den Schlagzeilen und schadet dem Ansehen des Landes.

Verhaltensregeln

Man sollte bedenken, dass Pakistan ein sehr konservatives Land ist und die Religion eine größere Rolle spielt als bei uns. Die Menschen  sind außerdem vor allem in kleineren Städten nicht besonders an den Anblick von ausländischen Touristen gewöhnt. Regional bestehen Unterschiede.

Moscheebesuche: Moscheen uns Schreine können besucht werden. Dabei sollte man sich die Schuhe vor dem Betreten ausziehen.

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Badhshai Moschee in Lahore

Frauen: Während in der Gegend um Hunza nur wenige Frauen verschleiert sind und eine Unterhaltung mit diesen als Mann in der Regel kein Problem ist, sind die Menschen weiter südlich und in  Khyber Pathunkhwa konservativer und die Frauen mehr verhüllt.

Kleidung: Als Tourist sollte man lange Hosen tragen. Als Frau sind zusätzlich langärmelige Oberteile besser. Das tragen eines Kopftuchs ist hingegen nicht notwendig.

Tischsitten:

Zuhause wird überwiegend auf den Boden gegessen.

In Restaurants gibt es auch Besteck. In Imbissen und Zuhause wird oft mit der Hand gegesssen. Man nimmt dann ein Stück Brot (Roti) zur Hilfe, das man wie ein Löffelchen formt.

In islamischen Ländern ist es verpöhnt mit der linken Hand zu essen. Ich bin selbst Linkshänder, zwar haben sich nur wenige Pakistaner daran gestört, aber ratsam ist es zu Gast bei konservativen Familien aus Rücksicht mit der rechten Hand zu essen.

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Fotografieren

Das Fotografieren von mitlitärischen Einrichtungen, sowie strategisch wichtigen Punkten, wie Bahnhöfen und Brücken sollte dringend unterlassen werden. Auch beim überqueren der Grenze ist es nicht erlaubt zu fotografieren.

Beim Fotografieren von Menschen sollte man immer erst eine Erlaubnis einholen. Während sich Männer fotografieren lassen, sollte man aus religiösen Gründen darauf verzichten Frauen ohne Erlaubnis deren männlicher Begleitung zu fotografieren.

Alkohol

Für Pakistaner ist der Genuss von Alkohol verboten, kurioserweise gibt es in Islamabad eine eigene Bauerei, genannt Murree Brewery. Sie stellt Bier und Spirituosen extra für die ausländischen Besucher des Landes her. Alkoholische Getränke bekommt man jedoch nur in den größeren Städten, wie Islamabad, Lahore und Karachi in lizensierten Shops und Touristenbars. Trotzdem scheinen auch Pakistaner  an Alkohol zu kommen…

Mariuhuna

Die Marihuanapflanze wächst tatsächlich wild überall in ganz Pakistan und wird häufig konsumiert. Der Besitzt ist aber nicht weniger strafbar. So ist es ratsam darauf zu verzichten, oder sich der guten Absicht der Menschen, die dir etwas anbieten sicher zu sein.

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Transport

Es gibt verschiedene Arten von Bussen

Minibusse/ Minivans: Sind vor allem im Norden Pakistans stark verbreitet. Man versucht soviele Menschen wie möglich darin unterzubrigen und sind sicher am unbequemsten. Sie fahren erst ab, wenn sie voll sind oft wird alles Mögliche während der Fahrt auf und abgeladen, was sehr zeitraubend ist. Mir ist es auch drei mal passiert, das der Wagen zwecks Reparatur anhalten musste. Ist der Bus schon voll und möchte trotzdem mit, muss man auf dem Gepäckdach platz nehmen. Minibusse fahren meist nur zur nächstgrößeren Stadt und selten länger als drei Stunden. (50-300 Rupien je nach Fahrtdauer)

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Regionale Überlandbusse: Sind oft bunt bemalt und verbinden Nachbarstädte miteinander. Sie ersetzen im Süden die Minibusse, brauchen aber weniger lang um voll zu werden. Es gibt in den alten und langsamen Bussen keine Klimaanlage, allerdings gibt es auch keine Fenster. (Kosten: 50 – 300 Rupien: je nach Fahrtdauer)

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Daewoo-Express: Für lange Fahrten ist Daewoo sicherlich die beste Möglichkeit der Fortbewegung. Das pakistanische Busunternehmen bietet eigene Busterminals, Getränkeservice, die Busse sind sauber und vor allem pünktlich. Es werden auch Übernachtfahrten angeboten, so lässt sich eine Nacht im Hotel sparen. (Kosten: 1000-15000 Rupien für 5-8 Stunden Fahrt/ die teuere Luxusvariante kostet ca. 2500 Rupien)

Stadtbusse: Das Stadtbussystem ist mehr als unübersichtlich. Es gibt weder Haltestellen noch Fahrpläne. Eine Ausnahme bildet der Metrobus in Lahore, welcher günstig und schnell ist, sowie die wichtigsten Stadtteile verbindet. Weitere Metrobuslinien sind in Peshawar, Multan und Karachi geplant.

Taxi: Man ist öfter auf das Taxi angewiesen. Careem ist die pakistanische Variante von Uber und wird nach Zeit statt nach Strecke berechnet. Eine einfache Stadtfahrt kostet somit meist zwischen 100 und 200 Rupien. Der Preis für einen Tag kostens zwischen 2500 – 3500 Rupien.

TukTuk: Sind in ganz Südasien bekannt und sollten zwischen 50 und 150 Rupien für kurze Stadtstrecken liegen. Quinges sind Motorräder mit Fahrerkabine und billiger. Manche von ihnen Fahren zwischen zwei Orten mit mehreren Passagieren hin und her und verlangen einen günstigen Festpreis.

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Züge: Alle größeren Städte sind mit dem pakistanischen Bahnnetz verbunden. Züge sind das günstigste Fortbewegungsmittel. Die Strecke Taxila – Peshawhar kostete mich 350 Rupien. Züge sind langsam und haben oft Verspätung, dafür kommt man aber sehr leicht mit den mitreisenden Pakistanern ins Gespräch.

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Hitchhikking: Ist als Tourist sehr einfach. Die Pakistaner nehmen einen gerne mit. Gewöhnen muss man sich dennoch an den ungewöhnlichen Fahrstil und daran das man oft auch noch zum Essen eingeladen wird.

Land & Leute

Wie auch im Iran ist man in Pakistan sehr interessiert an einem Gespräch mit ausländischen Touristen mit denen man nicht jeden Tag Bekanntschaft macht. Begeistert werden Selfies gemacht und Einladungen verteilt! „Wie denkst du über unser Land?“ , „Warum hast du dich für Pakistan entschieden?“ und „Gefällt dir Indien oder Pakistan besser?“, sind die häufigsten Fragen. Sie sind Ausdruck dessen, wie traurig die Pakistaner über ihr schlechtes Image in der Welt sind und wie fröhlich dir das Gegenteil beweisen zu können.

In kleineren, von Touristen kaum besuchten Orten kann es mitunter passieren, dass man von  den Menschen in Bus und Restaurant regelrecht angestarrt wird. Es dauert dann oft eine Weile bis der erste mutig genung ist ein Gespräch zu beginnen. Wenn man sich in dieser Situation unwohl fühlt ist es ratsam entweder selbst das Eis zu brechen oder aber das Shalwar Kamiz zu tragen. Es ein weit verbreitetes, traditionelles Kleidungsstück in dem du garantiert nicht als Tourist auffällst.

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Amritsar an eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Amritsar und eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Nach einem kurzen Besuch am Tach Mahal bin ich über Dehli nach Amritsar gereist um am nächsten Tag die Grenze in Richtung Pakistan zu überschreiten. In Amritsar besuchte ich den Goldenen Tempel, dem wichtigsten Heiligtum der Sikhs und ein unheimlich beeidruckender und friedlicher Ort nicht weit weg von einer der gefährlichsten Grenzen der Welt!

 

Von Dehli nach Amritsar

Mit dem Nachtbus ging es von Dehli nach Amritsar. Zuvor war ich im Bazaar vor dem roten Fort. Tausende von Menschen wimmeln durch die engen Gassen, bieten ihre Waren feil und transportieren große Pakete von A nach B. Auf Basaren bekommt man nicht nur immer das günstigste sondern auch das besten Essen. Ein Händler bietet ein großes balonartiges Schmalzgebäck an das mich an „Hasenohren“ aus meiner Heimat erinnert. Dazu einen zwar nur wenig scharfen aber leckeren Linseneintopf. Man kann soviel Eintopf nachbestellen wie man will (40 Rupien).

An einem dritten Stand gibt es einen Fruchtcocktail aus frisch gepresseten Graipfruits. Die Presse dafür hat der Verkäufer in liebevoller Arbeit selbst gebaut 80 Rupien

Amritsar

Am nächsten Morgen in Amritsar angekommen. Mach ich mich mit dem Tuktuk auf dem Weg zum Goldenen Tempel. Der Fahrer der mich hinbringen soll, möchte mich liebend gerene in ein Hotel einquatieren um eine Vermittlungsgebühr kassieren zu können. Ich habe mich aber schon zuvor über den Ort informiert und weiß das es wohl eine große Herberge in der Nähe des Tempels gibt in dem auch Touristen die Möglichkeit haben kostenlos zu übernachten. Bloß wo dieser ist gilt es noch herauszufinden.

Zielgerichtet gehe ich auf den Haupteingang zu ohne mir sicher  zu sein ob die Herberge im Tempelinnnerern ist und ich mein Gepäck mitnehmen darf oder nicht. Ich entschließe mich erstmal das Gepäck bei einer Gaderobe abzugeben. Ein freundlicher Sikh aus Dehli der ebenfalls in der Schlange steht macht mich darauf aufmersam, dass es doch eine Herberge gibt, ganz gratis! Ob er mich den hinführen könnte frage ich. Aber gerne meint er.

Amritsar und eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Altstadt von Amritsar

Die Sikhs

Er erklärt mir einiges über seine Religion. Jeder Mensch ist ein Student und sollte vom anderen lernen. Die Sikhs glauben nur an einen Gott. Das Kastensystem spielt für sie keine Rolle jeder vor dem anderen Gleich und Gemeinschaft ist ihnen sehr wichtig.

Schon sind wir angekommen.  Eine unglaubliche Menge an Pilgern und Wallfahrern gehen ein und aus, viele von ihnen haben ein provisorisches Nachtlager in dem großen Hof aufgeschlagen, bestehend aus einer einzelnen Matte. Die Herberge befindet sich unscheinbar an einem Seiteneingang ohne Hilfe hätte ich ihn wohl nicht gefunden. Ein strenger Sikh nimmt meine Reisepassdaten in ein großes Buch auf. Ihr Erkennungsmerkmal ist ein kräftiger Vollbart und ein Turban auf den Kopf. Manche wenige von ihnen tragen sogar einen kleinen Krummsäbel am Gürtel. Das Zimmer teile ich mir mit einem Koreaner und Stefan aus Österreich, der über Nacht mit dem Zug von Dehli nach Amritsar gekommen ist.

Amritsar und eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Herberge beim Goldenen Tempel

Amritsar an eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Bauarbeiten an der Tempelküche vor der Herberge

Der Goldene Tempel

Wunderschön strahlt der goldene Tempel schon von Weitem im Sonnenlicht. Er steht mitten in einem riesiegen Wasserteich. Das Baden darin soll Glück bringen. Im Tempel ist jeder willkommen, ganz egal welcher Religion er angehört.

Wächter mit langen Speeren passen auf, dass sich jeder den Regeln entsprechend verhält und die Stätte respektiert. Vom langen umherstreifen auf dem weitem Areal werden wir hungrig. Auch etwas zum Essen soll es geben. Hunderte von Menschen versammeln sich in der Essenshalle. Wir bekommen zweirlei Linseneintöpfe mit Milchreis und Roti. Am Interessantesten finde ich den kleinen Wassertank, auf ein Fahrgestell montiert und einen Hebelzug versehen ganz automatisch den Wasserhahn öffnet und das kostbare Nass in die Trinkschalen laufen lässt. Und am Großartigsten, dass jeder soviel Nachschlag bekommt, wie er möchte.

Amritsar an einer der gefährlichsten Grenzen der Welt

Goldener Tempel von Amritsar

Amritsar an einer der gefährlichsten Grenzen der Welt

Satt und zufrieden verlassen wir wieder den Tempel. Stefan fragt mich ob ich mit ihm heute Abend zur Wagha Broder Zeremonie kommen möchte, vor der Herberge befindet sich ein kleiner Schalter an dem man sich Tickets für 120 Rupien pro Person kaufen kann. Der Preis ist so günstig, dass ich einschlage.

An einer der gefährlichsten Grenzen der Welt

Nach einem kleinen Nickerchen, die Nachtfahrt war für uns beide nicht erholsam. Starten wir zum Schalter. Ein Chinese will auch mitkommen, vielleicht ist es seine erste Reise in ein Land wie Indien in dem die Uhren etwas anders laufen, nämlich 20-30 Minuten nach, aber er ist sehr aufgreregt und erboßt, dass der Fahrer sich verspätet und wir dann auch noch erst zum Fahrzeug laufen müssen. Als er dann auch noch in den Kofferraum des Jeeps eingebauten und wenig bequemen Sitzbänken platz nehmen sollen, scheint er kurz vor der Explosion zu stehen. Uns amüsiert das nur, längst haben wir uns an die indische Zeit angepasst.

Amritsar und eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Nachts am Goldenen Tempel

Fünf Inder sind auch mitgekommen. Sie wollen einen Hindutempel besuchen. Wieder ist der Chinese wegen der Unterbrechung genervt. Bevor wir warten und schmollen folgen wir lieber den Indern und besuchen den völlig verrückten Tempel. Über wirren Gängen muss man durch Tunnel und Löwenmäuler krabbeln, was angeblich Glück bringen soll. Das ganze fühlt sich an wie im Phantasialand.

Die Fahrt geht weiter an einer der gefährlichsten und am strengsten bewachten Grenzen der Welt. Zwischen den beiden seit der Teilung von 1947 streng verfeindeten Ländern Indien und Pakistan gibt es angeblich immer wieder Kämpfe an den Grenzen. Wer über den Zaun klettert wird erschossen steht in großen Lettern auf der mit Stacheldraht gesicherten Mauer.

Die große Zeremonie

Amritsar und eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Vor der Indischen Tribüne

Am Eingang für die große Zeremonie warten bereits viele Inder. Der Chinese rennt völlig hektisch vor er will keinesfalls den Anfang verpassen. Stefan und ich lassen uns Zeit, hinter uns sind noch genügend Leute und bevor diese nicht ihre Sitzplätze eingenommen haben, wird die Zeremonie bestimmt nicht starten.

Am Securitycheck kurz vorm Eingang wird der Chinese zurückgewiesen. Ladegeräte sind nicht erlaubt, hätte er sich doch vorher nur die Zeit genommen die Hinweisschilder zu lesen.

Ausländer haben eigene VIP-Plätze von denen man eine gute Sicht auf die Zeremonie hat. Auf beiden Seiten der Grenze stehen große Tribünen auf denen man sich das Spektakel anschauen kann.

Mitten hinein wurden Bäume gepflanzt, sodass ja keiner der Inder auch nur erahnen kann, wieviele pakistanische Zuschauer sich auf der gegenüberliegenden Seite befinden.

Amritsar an einer der gefährlichsten Grenzen der Welt

Und los geht die Zeremonie

Die Indische Seite hat einen Art Einpeitscher! Er feiert ausgewählte indische Zuschauer die mit der Nationalflagge über den Platz laufen. Dann wird wild getanzt. Das Land in dem soviel Armut herrscht hochgelebt. Auch ausländische Touristen beteiligen sich, der indischen Militärs kann das wohl nur Recht sein.

Das was auf der pakistanischen Seite nicht verdeckt wird sind die an der Zeremonie beteiligten Soldaten, die völlig familiär mit den Pakistanern Fotos machen lassen und ein pakistanischer Junge der schon seit unglaublichen der zwei Stunden für die Menge tanzt. Beeindruckt über diese Leistung, wollen einzelne Inder Fotos machen. Ein aufmerksamer Wachmann pfeift sie zurück, sie sollen gefälligst das eigene Vorprogramm fotografieren und keine Videos vom Erzfeind machen.

Nun beginnt die eigentlichen Zeremonie. Männer mit langen Schnurbärten und kammartigen Kopfbedeckung, die sie wie stolze Gockel wirken lassen, duellieren sich. Es geht vor Allem darum wer beim Stechschritt seinen Fuß am höchsten bekommt. Das Ganze wirkt für mich sehr aggressiv und auch der Einpeitscher brüllt die pakistanischen Soldaten völlig nieder, sobald diese ihren Auftritt haben. Vollendet wird die Zeremonie indem die Flaggen beider Länder eingeholt und sicher verwahrt werden. Wenigstens ein Handschlag der beiden Zeremonienmeister lässt hoffen, dass vielleicht doch irgendwann ein Fünckchen Hoffnung für eine echte Verständigung besteht.

Amritsar und eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Abendliches Einholen der Fahnen

Wir gehen wieder zurück. Auch der Chinese hat die ganze Zeremonie mitverfolgen können und ist glücklich. Stefan und ich hingegen wissen nicht so recht was wir von der Zeremonie halten sollen.

Wissenswertes

Anfahrt:

  • von Dehli mit dem Bus am Roten Fort (teuer: 1200 Rupien) oder mit dem Zug (günstig aber unbequemer)

Herberge: 

  • In der Atta Mandi, Katra Ahluwalia Straße befindet sich die Herberge vor der Tempelküche und dem südöstlichen Eingang zum Tempel
  • Es gibt einen Schlaafsaal speziell für ausländische Touristen. Sie befindet sich direkt links am Eingangstor
  • offiziell ist dort ein Aufenthalt von 3 Tagen erlaubt. Die Regel wird aber nicht allzu streng genommen. Man hinterlässt seine Passdaten und sollte nicht vergessen bei Abreise sich nocheinmal austragen zu lassen

Wagha Border 

  • Vor der Herberge gibt es einen kleinen Schalter für Taxi- und Transferservices
  • Eine Fahrt zur Zeremonie kostet 120 Rupien, wenn das Taxi voll wird
  • Für eine Einzelperson kostet die Fahrt zur Grenze 800 Rupien
  • Der Eintritt zur Zeremonie ist kostenlos: Achtung Feuerzeuge und Ladegeräte sind nicht erlaubt

Du möchtest mehr über Pakistan erfahren! Hier geht es zu meinem Travelguide für das Land!

 

Rothas Fort

Rothas Fort

Hallo treue Leser! Leider gelang es mir in letzter Zeit nicht mehr neue Artikel für den Blog zu schreiben. Ich bin immer noch in Pakistan unterwegs und leider war es oft sehr schwierig online zu gehen. Pakistan gefällt mir sehr gut! Dort zu Reisen ist ein echtes Abenteuer und der Kulturschock ist erstmal sehr groß. Die Menschen, egal welcher Volksgruppe sie angehören, sind aber überaus herzlich und gastfreundlich, was es einem unglaublich leicht macht das Land besser kennenzulernen!

Als kleinen Vorgeschmack berichte ich euch heute von meiner Reise zum Rothas Fort, es ist eine uralte Festung die von Sher Shar 1541 errichtet wurde. Trotz seiner kurzen Herrschaftszeit ließ Sher Shar zahlreiche Straßen durch ganz Pakistan bauen.

Rothas Fort

Rohtas Fort – Ankunft in Dina

Am späten Nachmittag komme ich in Dina an. Ich habe Hunger und möchte etwas essen. Ich frage nach Biriyani das ich gestern kennengelernt hatte. Die Menschen sind so freundlich in dieser Stadt, dass sie mich auf ihren Motorrädern zum Kebabstand bringen. Ich bestelle 3 Spiesse. Der Mann der mir gegenüber sitzt hört plötzlich auf zu kauen und starrt mich an. Auch die anderen scheinen mich anzustarren! 10 Minuten geht das so, dann ist jemand mutig genug mich anzusprechen. Eine nette Konversation entsteht und auch andere wollen dazu kommen. Ob ich Hilfe brauche. Ich zeige ihnen eines der 3 hotels in meinem Reiseführer und werde wieder mit dem Motorrad dort hingebracht.

Dort werde ich gefragt ob ich in den nachbarort Jhelum will. Ich versteh erst gar nicht was sie wollen und sag dass ich nach Islamabad will. Der Manager ist zufrieden. Er muss mich an die Polizei melden. Er sagt es wäre nur zu meiner Sicherheit, ich glaube aber auch das es wegen an der großen Militärpräsenz, die ich in Jehlum gesehen habe, liegt. Seitdem die Amerikaner bei der Tötung Osama Bin Ladens die Souveränitätsrechte Pakistans verletzt haben und in Abottabad, einen sehr sensiblen Ort, gelandet sind, ist man vielleicht auf der Hut vor eventuellen Spitzeln.

Ich erkläre dem Manager, dass ich zum Rothas Fort möchte. Er meint ich solle das Hotel nachts nicht verlassen, da das zu gefährlich sei. Schwer vorstellbar bei den netten Menschen die ich zuvor getroffen hab.

Rothas Fort – nächtlicher Besuch

Später am Abend bekomme ich besuch von der Polizei. Der Hoteldiener ist auch dabei. Sie stellen wieder die gleichen Fragen wollen den Pass sehen, als hätte das Hotel die Daten nicht schon übermittelt. Sie denken, wenn sie besonders ernst und ruppig wirken kriegen sie mehr aus mir raus. Etwas verunsichert mich die Art schon, man fühlt sich verdächtigt etwas böses im Schilde zu führen. Aber ich will auch nicht von meinem Plan abrücken das Fort zu besuchen und zu Verbergen habe ich ja eh nichts. Also erkläre ich den Grund meines Besuches.

Langsam scheint der Officer netter zu werden. Was mich dazu gebracht hat nach Pakistan zu reisen. Ich erzähl es ihm und wie schön sein Land ist und wie toll seine Menschen und wende dabei übertriebene Ausdrucksweise im Taroof, das ich letztes Jahr im Iran gelernt habe an! Er möchte mir eine Polizeiescorte zur Verfügung stellen die mich an den Ort bringt und auch Nachts wird ein Polizist vor dem Hotel Wache halten. Falls ich noch etwas brauche soll ich mich an den Hotelmanager bringen. „Ein Wasser bräuchte ich noch“. „Versorgen sie den Mann mit einer Flasche Wasser!“ raunzt er den Hoteldiener an und geben sie ihm morgen auch nochmal zwei Flaschen mit.

Mit beiden Händen schüttle ich dem Offizier die Hand und bedanke mich nochmals überschwänglich für seine großen Mühen. Beide Polizisten lächeln zurück. Als er weg ist, kann ich mir meinerseits ein Lächeln kaum verkneifen. Was ich nach ein paar Tagen in diesem Land jetzt schon erlebt habe.

Nach einer Weile klopft es wieder an die Tür. Was ist jetzt schon wieder denke ich mir! Ich werde in einen Raum neben der Hotelküche geführt. Hoffentlich kein weiteres Verhör und bin überrascht als ich dort den Hotelmanager (Nasser) und seine Kameraden in dem Raum sehe. Sie möchten mich kennenlernen und wir haben viel Spass. Ob ich was Essen möchte! Nein ein Tee würde mir genügen!“ Der Ober bringt ihn mir, Zuckert ihn und rührt für mich auch noch um. Ich fühl mich wie ein britische Landlord. Ich will eigentlich die Gastfreundschaft nicht überbeanspruchen, aber irgendwie gefällt mir das auch ein bisschen. Und ich habe keinen Zweifel, dass ich auch das Essen nicht hätte zahlen müssen.

Wir reden über die jüngsten Ereignisse in Pakistan. Viele Menschen und auch Nasser setzen ihre Hoffnungen in den neu gewählten Präsidenten Imran Kahn. Er wird die Korruption bekämpfen und die alten Strukturen aufbrechen und natürlich den großen Nachbarn China. Wobei diesem mehr Skepsis gegenüber gebracht wird. Natürlich geschieht alles was China in Pakistan baut und bewegt auch aus eigenen Intresse und Nutzen!

Nach einer Weile verabschieden sich die Freunde. Zwei von ihnen begleiten wir noch eine Weile nach draußen. Kurz darauf gehen wir wieder zurück und ich seh den Typen mit der Kalaschnikow in einem weißen Plastikstuhl sitzen. Auch diesmal beschleicht mich das leichte Gefühl, mir zu zeigen dass sie es durchaus ernst meinen, falls ich tatsächlich ein Spion wäre.

Nasser redet mit mir noch eine Weile, dass alles nur für meine Sicherheit wäre. Wie auch immer! Wieder bedanke ich mich überschwänglich, bis er zufrieden ist.

Rothas Fort – nur zur Sicherheit

Am nächsten morgen gibt es Frühstück. Es ist geplant mit einem Tucktuck anzukommen. Alles dauert ewig lang, hinter meinem Rücken in der Ecke sitzt ein Polizist. Es wirkt wie in einem Spionagefilm. Ich möchte gehen. Der zweite Hotelmanager Mochta redet mit ihm. Es wird hin und her telefoniert. Der angebliche Tucktuckfahrer kommt, dann geht er wieder. Schließlich steht ein Polizei-Pick-up vor dem Hotel. Es daurert eine weitere halbe Stunde. Sie winken mich raus, dann soll ich mich doch wieder hinsetzten. Der rüstige Mochta (65) zeigt mir Bilder seiner Bodybuilderkarriere. Am Unabhängigkkeitstag in 2 Tagen hat er seinen großen Auftritt in Jehlum.

Dann werde ich wider rausgewunken. Ein dicker fast kahlköpfiger Polizeioberst frägt Wieder dieselben ruppigen Fragen. Wo ich hin will, Rothas Fort. Was ich da sehen will! Das Fort! Was ich da sehen will! Das Fort! Ok.

Ich steig hinten auf zu meinem ersten Bewacher gesellt sich an der Polizeisation ein weiterer. Alle versuchen ganz ernst zu wirken, ich soll wohl nicht denken, dass ich Freundschaft schließen könnte. Alles fühlt sich wie in einem Film an, aber es ist tatsächlich real!

Rothas Fort

Am Rothas Fort kommt ein weiterer Polizist dazu. Er kennt sich hier aus und erzählt etwas über das Fort, der dicke Polizeioffizier übersetzt für mich. Viele Straßen hat der Erbauer dieses Forts geschaffen. Ob er auch die für Pakistan so wichtige GT Road gebaut hat möchte ich wissen, aber er kann es mir nicht sagen.

Der Soldat der am Fort Wache hält möchte mir viele Plätze zeigen so recht hat der dicke Offizier aber keine Lust auf Sightseeing wir kehren bald wieder um. Wir setzten uns nochmal auf eine Art Feldlager mit einer Plane aufgespannt. Um uns herum stehen die Wachmänner. Einer schenkt mir und dem Offizier Fanta in einen kleinen Plastikbecher ein. Über die Gastfreundschaft der Pakistaner kann man auch bei der Polizei kein schlechtes Wort verlieren. Der Offizier möchte nur nochmal wissen warum ich nach Pakistan gekommen bin, all seine Jungs würden viel lieber das Land verlassen. Er scheint wohl wirklich nicht zu verstehen, was ein Tourist hier zu finden glaubt.

 

Mit all den Soldaten in ihren Uniformen um mich herum fühle ich mich wie unter den verwegenen Revolutionären um Fidel Castro vor ihrem letzten großen Coup, aber auch ein bisschen wie einer ihrer Gefangenen. Danach geht alles ganz schnell! Wir fahren zurück. Ich hohle noch mein Gepäck und man setzt mich in den nächsten Bus nach Islamabad. Ich soll wohl so bald wie möglich Diana verlassen und Bescheid sagen, wenn ich in Islamabad angekommen bin. Rothas Fort

Tatsächlich musste ich  keinen Eintritt für das Fort zahlen. Auch Führung und Hin-bzw. Rückfahrt waren völlig umsonst.

Busse nach Dina fahren ab Lahore vom Mainbusstand nördlich der Badaschi Moschee (ca. 3-4 Stunden)

Dina ist der beste Ausgangspunkt zum Fort. Jehlum ist ein No-Go-Area für Touristen.

Rothas Fort