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Sindh im Süden Pakistans

Sindh im Süden Pakistans

Die Einwohner des Sindh, im Süden Pakistans sind ein sehr lebensfrohes und fröhliches Volk. Sie sind stets zu scherzen aufgelegt und Lachen und Tanzen gerne. Kein Wunder, dass sich hier die Sufis gerne niederließen, die bedeutendsten Schreine befinden sich hier. Viel früher in der Menschheitgeschichte enstanden entlang der fruchtbaren Ebene des Indus zahlreiche antike Stätten und Burgen zeugen von diesen Jahrtausende alten Zivilisationen.

Larkana

Larkana befindet sich an den für Pakistan und Sindh  so lebensspendenden Fluss Indus. Zwei Sehenswürdigkeiten gibt es hier zu sehen. Den Buttho-Schrein, das riesige Mausoleum der Politikerdynastie und die antike Ausgrabungsstätte Mohenjo Dario.

Bhutto Schrein

Dies ist der Schrein der Anführer der sozialischtischen PPP (Peoples Party Pakistan), die besonders in den sehr ländlich geprägten und armen Sindh im Süden Pakistans ihre Stammwählerschaft mobilisieren können. Während der Jahrzehnte wechselten sich Bhuttos und Sharifs von der Muslimliga immer wieder ab. Zwischendurch übernahm hin und wieder der Armeechef die Regierungsgeschäfte. Letzteres wurde dem ersten Präsidenten, Zulfikar Ali Bhutto, zum Verhängnis. Er wurde von einem Militärputsch gestürzt und am 4. April 1979 erhängt.

Auch seinen Kindern, die mit ihm im Schrein beerdigt wurden, erging es nich besser – Murtaza Bhutto kam bei einer Schießerei durch die eigene Polizei ums Leben, die Sindhi hielten es für einen Auftragsmord. Shanawaz starb im französischen Exil, lange verdächtigte man seine eigene Frau ihn vergiftet zu haben. Seine Tochter Benazir Bhutto konnte sogar noch einmal die Wahlen für die Partei gewinnen. Wurde jedoch als sie 2008 aus dem Exil zurückkam um erneut zu den Wahlen anzutreten, durch ein Attentat ermordet.

Der gewaltige Schrein sieht aus, wie ein großer Maharadscha-Palast aus dem Disneyfilm „Aladdin“. Auf dem riesigen Platz finden wichtige Versammlungen und Kundgebungen der Partei statt.

Sindh im Süden Pakistans

Mohenjo Dario

Hier hast du die einziartige Gelegenheit auf den Spuren der sagenumwobenen Induszivilisation des Sindh im Süden Pakistans zu wandern. Neben Ägypten und Mesopotamien ist sie eine der drei frühesten Zivilisationen der Menschheit. Mohenjo Dario, im Jahre 1911 wiederentdeckt, entstand ca. 1800 – 2500 v. Chr. und war vermutlich einer der ersten Städte die nach einem Plan angelegt wurde, da sich keine Spuren früherer Siedlungen dort befinden.

Sindh im Süden Pakistans

Das Heiligtum im Zentrum der Stadt

So kann man gepflasterte Straßen, oberirdische Abwasserkanäle, Waschräume und sogar ein Bad, welches 12 m lang und 7 m breit war besichtigen. Das Bad hatte einen eigenen Zulaufkanal und auch einen Abfluss. Archäologen vermuten, dass das es über einen Brunnen gefüllt wurde und rituellen Zwecken diente. Im Zentrum des ganzen steht ein großes, rundes Heiligtum.

Zur Ausgrabungsstätte gibt es auch ein Museum in dem Fundstücke aus den archäologischen Grabungen zu sehen sind. Sie umfassen Tongefäße, Werkzeuge, Armreife, interessante Tonspielzeuge und Skulpturen. Dabei ist das „Dancing Girl“ ein besonders herausragendes Beispiel frühzeitlicher Induskunst. Es ist jedoch nur die Replik zu sehen, denn das Original befindet sich im Nationalmuseum Neu-Dehli´s. Ein kunstvolles Abbild eines als „Priesterkönig“ bekannten Idols ist hingegen in der Hafenstadt Karachi zu finden.

Sindh im Süden Pakistans

Das große Bad

Sehwan Sharif

Sehwan Sharif ist ein sehr bedeutender Ort. Jährlich kommen tausende Pilger, Sufi wie auch Hindus, in die Stadt um das Grab eines ihrer wichtigsten Heiligen zu besuchen! Die Rede ist von Lal Shabaz Qalander!

Der „Rote Sufi“ wie er auch genannt wird stammte ursprünglich aus dem heutigen Afghanistan, bereiste die gesamte damalige islamische Welt und ließ sich vermutlich 1251 in Sehwan nieder. Insbesondere setzte er sich für Toleranz zwischen Hindus und Muslimen ein, was in einer Zeit in der Christen und Muslimen im „Heiligen Land“ blutige Kreuzzüge gegeneinander führten, sehr beachtlich war.

Sindh im Süden Pakistans

Der Schrein

Mit einem Taxi fuhren wir mit meinem Couchsurfing-Hosts Nabeel und Humdu zum Schrein des Heiligen. Im Jahre 1356 errichteten die Sindhi ihm zu Ehren einen Schrein. Schon von weitem konnten wir die riesige Goldene Kuppel erkennen. Viele Herrscher wollten sich mit dem Roten Sufi nach seinem Tod schmücken und spendeten für den Schrein, so wurde er im lauf der Jahre immer größer und prächtiger.

Eine prunkvollen goldenen Türen vor dem Haupteingang aufgestellt, stiftete der letzten Schah von Persien, Reza Pahlavi, in den 70er Jahren. 1994 geschah ein Unglück und die Kuppel stürzte ein. Die prächtige, innere Wandfassade der neuen Kuppel wurde mit tausenden von weißen und farbigen Spiegeln verkleidet. Laut Nabeel wurde sie auch von Iraks grausamen Diktator Saddam Hussein mitfinanziert. Was Lal Shabaz wohl dazu gesagt hätte?

Sindh im Süden PakistansSindh im Süden Pakistans
Am Grab des Heiligen

In der Mitte der Kuppel steht der riesige Schrein des Heiligen mit dessem Sarg. Eine den raumfüllende mystische Aura umgibt ihn, die mich und die anderen Besucher des Schreins andächtig werden ließ. Selbst meinen Taxifahrer und ich dachte immer denen wäre nichts heilig… Neben den Schrein befindet sich ein Rohr und ein silberner Behälter den die Gläubigen hochdrücken müssen, um segenspendendes heiliges Wasser zu erhalten als Belohnung für die lange Pilgerfahrt. Hier wagen es nicht einmal die Schreinwächter in agressiver Weise eine Geldspende zu verlangen, wie es in Multan der Fall war. Jeder möchte diesen großartigen, weisen Mann die Ehre erweisen und kommt mit völlig friedlichen Absichten.

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Der Schrein in dem sich das Grab des Roten Sufis befindet

Dennoch hatte sich hier erst 2017 ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Nabeel zeigt mir die Stelle am rechten Ausgang in Richtung des großen Platzes an dem jeden Donnerstag die Damal stattfindet. 88 Menschen kamen dabei ums leben. Seitdem verbesserten sich die Sicherheitsvorkehrungen erhelblich und vor dem Schrein werden die Besucher wie im Fußballstadion kontrolliert. Auch mich beäugten die Polizisten zunächst kritisch, nachdem alles geklärt ist, wurde ich aber sehr freundlich willkommen geheißen. Den Andrang am Schrein hat der Anschlag glücklicherweise keinen Abbruch getan, was ich sehr wichtig finde und auch wir Reisende sollten uns nicht von den verblendeten Fanatikern und Hetzern einschüchtern lassen, sondern uns weiter für den Frieden und die Völkerverständigung in unseren Ländern einsetzen. Wie es einst Lal Shabaz Qalander tat!

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Ranikot Fort

Auch zum Ranikot Fort brauchst du ein Taxi, denn es gibt dorthin keinen öffentlichen Transport. Es liegt 90 km enftfernt von der Stadt Hyderabad inmitten einer baumlosen Steinwüste umringt von kahlen Bergen. Vor dem eigentlichen Fort befindet sich ein großer Wall, der zwar nicht so lang wie die chinesiche Mauer ist, dafür hast du sie aber ganz für dich alleine!

Sindh im Süden Pakistans

Beide Seiten können bestiegen werden und du kommst in den Genuss einer wunderschönen Aussicht über die unwirtliche Gegend. Doch Vorsicht, nimm unbedingt genügend Wasser zu trinken mit und steige langsam die Treppenstufen hinauf, denn selbst Ende September herrschen noch unglaublich hohe Temperaturen. Die Funktion des Forts ist höchst rätselhaft, jüngste Forschungen ergaben, dass das Fort erst im 17. Jahrhundert und somit viel später enstand als ursprünglich gedacht.

Sindh im Süden Pakistans

Die Große Mauer und der Ausblick auf Tal

Weiter den Weg folgend gelangst du an ein viereckiges Fort. Hier sollte auch ein Restaurant entstehen, doch das Geld ging wieder einmal aus, so nehmen wir in einem halb fertigen Gebäude mit dem alten Aufseher platz und genießen einen Tee. Weiter oben auf einer Bergkuppe befindet sich ein weiteres Fort, doch mit unseren Taxi können wir nicht hinauffahren und der Aufstieg zu Fuß wäre reiner Selbstmord. So begnüge ich, Hamdu und Nabeel uns damit den Blick auf das Fort von der Ferne zu genießen.

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Bit Sharif

Shah Abdul Latif Bhittai geboren 1690 nahe der heutigen nach ihm benannten Stadt, ist einer der wichtigsten und beliebtesten Dichter und Sufi-Heiligen in der Provinz Sindh im Süden Pakistans. Sein wichtigstes Werk ist das Shah Jo Risalo. In den „Qualitäten“ der sieben Königinnen des Sindh besingt er die Geschichte des Sindh im Süden Pakistans mit ihren wechselnden Herrschern, das traurige Los der Armen und die Gier der Reichen. An Akutalität haben die Ferse bis heute nichts eingebüßt.

Ihm zu ehren wurde ein wunderschöner Schrein mit blau-weißen Kachelarbeiten errichtet.

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Schrein in Bit Sharif

Du möchtest noch mehr über Sufismus und andere Schreine in Pakistan erfahren, dann klick auf meinen Artikel über Multan, die Stadt der Schreine!

Bundesfestung Ulm

Bundesfestung Ulm: Fort „Oberer Kuhberg“


Zum Dreikönigstag war ich in einem Teil der ehemaligen Bundesfestung Ulm zu Gast. Genauer gesagt auf dem oberen Kuhberg. In dem gleichnamigen Fort findet jeden ersten Sonntag im Monat eine Führung des Förderkreises Bundesfestung Ulm e.V. statt, der sich den Erhalt der zahlreichen Festungsanlagen in und um Ulm auf die Fahnen geschrieben hat.

Wie kam es zum Bau der Bundesfestung Ulm?

Wir schreiben das Jahr 1814. Europa erholt sich gerade von den Wirren der Kriege unter dem französichen Feldherrn Napoleon, der erst im Frühjahr nach seiner Rückkehr von der Insel Elba bei der Schlacht von Waterloo entgültig gestürzt und nach St. Helena verbannt werden konnte.

Bundesfestung Ulm

Auf dem Wiener Kongress beraten die Großmächte über die Neuordnung Europas und die Zukunft Deutschlands. Die einzelnen Staaten darin gründeten den „Deutsche Bund“, der ihre Souveränität, im Falle eines Angriffs durch einen äußeren Feind, gewährleisten sollte. Das Hauptaugenmerk richtete man damals auf Frankreich, das erst kurz zuvor durch Deutschland gewütet war.

So entstanden entlang der Grenze in den Städten Mainz, Luxemburg, Landau, Rastatt und Ulm sogenannten „Bundesfestungen“. Ulm war dabei die größte Festung der damaligen Zeit und galt als uneinnehmbar, was uns der Führer des Forts Oberer Kuhberg, Uli Dewein bald bewusst machte.

Reduit letzter Rückzugsort

Die Führung beginnt links neben dem Reduit, eigentlich dem letzten Rückzugsort der Besatzung des Forts. Heute befindet sich darin eine Ausstellung über die Verfolgung unter dem NS-Regime, welche das Fort für kurze Zeit als ein Konzentrationslager nutzten.

Bundesfestung Ulm
Das Reduit war der letzte Rückzugsort heute befindet sich darin ein Dokumentationszentrum zum ehemaligen Konzentrationslager Ulm

Kasemattenkorps

Es geht weiter zu den Kasemattenkorps, dort erklärte uns Herr Dewein einiges über den Bau der Bundesfestung Ulm. Man erwartete dass der Feind in den Tälern der Flüsse, wie der Donau auftauchen würde, so eine Kanone ist schließlich sehr schwer und unmöglich über die Berge zu transportieren und so viel die Wahl auf Ulm. Ein solches Fort war eigentlich immer veraltet, da sich die Kriegstechnik in der damaligen Zeit so rasch entwickelte und vor allem die Kanonen immer größere Reichweiten erzielen konnten. So brach man alsbald die zwei großen und nun ein sehr gutens Ziel abgebenden Flankentürme des Forts kurzerhand wieder auf ein Stockwerk herunter. „Da modernisierte man etwas indem man es wieder einreißt!“, so Dewein.

Bundesfestung Ulm
Im Kasemattenkorps wartete die Besatzung auf ihren Einsatzbefehl

Ob die Ulmer nicht Angst hatten, wenn mitten in iher beschaulichen Stadt eine Militärfestung entstand, möchte eine Besucherin wissen. Im Gegenteil! Die Ulmer waren sehr froh, schließlich entstanden durch der Bau der Bundesfestung Ulm viele Arbeitsplätze und auch Gastarbeiter kamen von außerhalb, die Abends ihr Geld in die Wirtschaften trugen. Auf bayrischer Seite entstand schließlich eine ganze Stadt, nämlich Neu-Ulm durch den Bau der Festung.

Der Förderkreis möchte das Fort auch erlebbar machen. So wurden teilweise nach Origninalstücken oder -plänen Einrichtungsgegenstände oder Kanonen von den Mitgliedern rekonstruiert. Im Kasemattenkorps zeigt uns Uli Dewein den Ort an dem die Sodaten aneinander gedrängt auf engen Sitzbänken ihren Einsatz warten.

Bundesfestung Ulm
Von hier aus ging es unterirdischen zu den verschiedenen Gefechtsstellungen

Grabenmauer

Von hier aus ging es durch einen unterirdischen Gang zur Grabenmauer. Kam der Feind angerückt, so musste er diesen erst überwinden, um dort auf der anderen Mauerseite zu gelangen. Dort wurde er aber bereits von der Besatzung erwartet, die ihn von beiden Seiten unter Beschuss nahmen. Der Soldat musste Tag und Nacht in den feuchten, kalten und zugigen Gängen ausharren, das wird mir besonders jetzt im Winter deutlich und eine kleine Nische als Feuerstelle gab es nur alle drei Kasematten.

Bundesfestung Ulm
Blick aus den Kasemattengewölbe auf die gegenüberliegende Grabenseite

linker Flankenturm

Weiter führt uns Uli Dewein in den linken Flankenturm, dort hat der Förderkreis liebevoll eine Festungskanone mit Geschützaufzug nach Originalplänen rekonstruiert. Er zeigt uns wie die Kanone auf ihre Position gebracht und geladen wurde. Vier Mann bedienten eine Kanone. Innerhalb des Forts wurden keine schweren Eisenkugeln verschossen, schließlich wollte man nicht das gegenüberliegende Festungswerk zerstören. Vielmehr kamen Kartuschen mit vielen etwa murmelgroßen Eisenkugeln zum Einsatz. Die Kartusche barst beim Abfeuern der Kanone und verschoss die Kugeln als Eisenschrot in alle Richtungen! „Eine ganz schön blutige Angelegenheit!“ meint Dewein.

Bundesfestung Ulm
Im Flankentrum befindet sich eine anhand von Originalplänen nachgebaute Kanone samt Schusstand

Mörserstellung

Die neueste Attraktion sind drei rekonstruierte Mörsern. Ein Möser schließt in einem viel höheren Bogen als die Kanone. Der Schütze sah in den Stellungen eigentlich gar nicht wo er hin schoss und musste blind auf Anweisung vertrauen.

obere Geschützstellungen

Nun geht es hinauf in die oberen Geschützstellungen, dort befanden sich ebenfalls Kanonen, die über den Graben schossen und den Feind schon beim Anrücken aufhalten sollten. Das Fort war so angelegt, dass man Graben und Mauern von weitem gar nicht erkennen konnte. Hatte der Angreifer erst den erste Steigung überwunden, stand er plötzlich vor einem riesigen Graben und einer unüberwindbaren Mauer. So wurde der Feind breits zu Beginn des Angriffs demoralisiert.

Von hier aus hatten wir auch eine schöne Aussicht auf die Stadt Ulm und unser Führer zeigt uns die Punkte an dem sich die nächsten Forts der Bundesfestung Ulm befanden. Herr Dewein geht davon aus, dass sie mit Hilfe von Flaggen- oder Lichtzeichen miteinander kommunizierten.

Bundesfestung Ulm
Vom Geschützstand hat man ein wunderbare Aussicht auf Ulm

Blockhaus

Für Ausfälle gab es noch ein Blockhaus das vor den Forts lag. Am Standort oberer Kuhberg wurde dies abgerissen, zurzeit aber wird es vom Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. nachgebaut. Entlang der Rampen für die Kanonen und vorbei an den Erdtraversen gehen wir wieder zurück zum Reduit.

Wallpulvermagazin

Uli Dewein möchte uns noch die Modelle im ehemaligen Wallpulvermagazin zeigen. Modell 1 zeigt das Fort selbst. Modell 2 die Festungsmauer der Stadt. Man hatte immer so gebaut, dass möglichst wenige Soldaten einen langen Abschnitt verteidigen konnten. Modell 3 zeigt sichließlich den oberen Eselberg, spätere Festungen gingen zum Schutz vor Kanonen mit immer mehr Sprengkraft zunehmend in die Erde.

Bundesfestung Ulm
Modell des Fort „Oberer Kuhberg“

Fazit

Es ist unglaublich was der Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. hier im Fort auf die Beine gestellt hat. Nicht nur wird das Fort Oberer Kuhberg vom Verein gepflegt und für die Nachwelt erhalten. Er macht die Bundesfestung Ulm auch erlebbar! Mit zahlreichen liebevollen Rekonstruktionen und einem begeisterten Führer, der alle Kniffe und Details der Festungsbaumeister kennt, bekommt man einen einzigartigen Blick auf die damalige Zeit.

Doch nicht nur an diesem Fort ist der Verein tätig. Es gibt noch zahlreiche Festungsanlagen in Ulm um dies sich der Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. kümmert. So gibt es in einem anderen Fort, der Wilhelmsburg jeden dritten Sonntag im Monat eine Führung. Weitere Festungswerke sind im Rahmen einer buchbaren Gruppenführung möglich.

So bin ich mir sicher, dass ich bald wieder nach Ulm zurückkommen werde um euch auch von den anderen Festungsbauten zu berichten!

Bundesfestung Ulm
Erdtraverse

Weitere Informationen zum Festungsmuseum „Fort Oberer Kuhberg“

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:

  • Vom Ulmer Hauptbahnhof mit der Stadtbahn Linie 1 Richtung „Söflingen“
  • Haltestelle „Ehinger Tor“ aussteigen und weiter mit Stadtbahn Linie 4 Richtung „Hochsträß“
  • Haltestelle „Schulzentrum“ oder „Grimmelfelder Weg“ aussteigen

Führungen: Finden jeden 1. Sonntag im Montag um 14:00 Uhr statt

Kosten: Die Führungen sind kostenlos, um eine Spende für den Erhalt der Festungswerke wird gebeten

Parkplätze: vorhanden

Weitere Ratschläge:

  • Es empfhielt sich warme Kleidung gutes, sicheres Schuhwerk für den Besuch des Forts mitzubringen. Vor allem im Winter kann es sehr kalt und die Rampen, die auf die oberen Geschützstellungen führen können unter Umständen etwas rutschig werden.
  • Auch eine Taschenlampe kann beim Gang durch die Kasematten nützlich sein

Alle weiteren Termine und Infos erfährst du auf der Website des Förderkreises Bundesfestung Ulm e.V.

Website des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg über die NS-Zeit: www.dzok-ulm.de

Bundesfestung Ulm
von unten sind die Mauern und Gräben der Festung gar nicht zu erkennen

Quellen: Website www.bundesfestung Ulm e.V. / Autor: Matthias Burger/ 17. / Führung und Informationstafeln im Fort/ Stand 17.01.2019

So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise

So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise

Eine Weltreise ist sicherlich der Traum eines jeden Backpacker und Weltenbummlers. Einmal  im Leben alles hinter sich lassen und ins Abenteuer stürzen. Aber das ist doch unglaublich teuer denkst du dir?

Tatsächlich muss eine Weltreise nicht besonders teuer sein! Mit meinen 10 Tipps „So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise“ zeige ich dir, wie du auch mit einem kleinen Budget möglichst lange reisen kannst.

Reise Überland

Du träumst vom fernen Ländern wie China oder Nepal ein Flug für  über 500 Euro ist dir aber einfach zu teuer? Versuche die Route deiner Weltreise so zu planen, dass du kostengünstig dein Traumland erreichst. So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise. Schau dir dazu auch die Flugpreise in den Nachbarländern an. Gibt es viel günstigere Flüge in eines dieser Länder und lässt es sich sinvoll mit deinem Reiseziel verknüpfen?

So buchte ich mir 2017 einen Flug nach Georgien für 55 Euro und reiste Überland über Armenien bis in mein eigentliches Zielland den Iran. 2018 reiste ich nach Pakistan, da Flüge nach Dehli im Nachbarland Indien viel günstiger sind, buchte ich Hin- und Rückflug von dort aus. Außerdem hat der Grenzübertritt in ein neues Land ganz oft einen besonderen Charme!

Wichtig: Beachte auch die neben den Flug anfallenden Kosten. Benötigst du ein zusätzliches Visum in den angrenzenden Ländern. Was kostet der Transport zum Zielland?

Amritsar und eine der gefährlichsten Grenzen der Welt

Grenzübertritte haben oft ihren ganz eigenen Charme! Zwischen Indien und Pakistan gibt es sogar eine Grenzschließungszeremonie zu bestaunen

Behalte deine Ausgaben im Blick

Zugegeben diesen Rat einzuhalten fällt mir oft selbst am Schwersten, denn wenn ich im Urlaub bin möchte man nur ungern aufs Geld schauen müssen. Die schwer zu erreichenden Orte sind oft der Schönste, aber auch mit mehr Kosten verbunden. Der Besuch bekannter und beeindruckender Sehenswürdigkeiten, wie das Taj Mahal ist meistens doppelt so teuer, wie andere Bauwerke.

Blöd wenn du dann darauf verzichten musst, weil am Anfang deiner Reise zuviel Geld ausgegeben hast und du noch den Rückflug buchen musst.

Behalte also stets deine Ausgaben im Blick und schreibe dir deine ungefähren Ausgaben auf, so weißt du immer wieviel Geld du noch hast und sparst Geld auf deiner Backpackingreise. Setzte dir dabei ein Limit, wieviel Geld du am Tag ausgeben möchtest. Dieses musst du nicht pingelig genau einhalten. Es gibt Tage an denen du das Limit für eine tolle Sehenswürdigkeit überschreiten musst, frage dich dann, wo du die nächsten Tage noch Geld einsparen kannst um das Limit wieder zu unterschreiten (kostenlose Sehenswürdigkeiten, günstigere Transportalternativen, Übernachtungen etc.)

Oberstes Ziel ist es am Ende eine ausgelichene Bilanz ziehen zu können!

So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise

Noch 160 Pakistanische Rupien übrig = ca. 1 Euro

Lerne Einheimische kennen

Einer meiner wichtigsten Tipps für dich! Lerne Einheimische kennen!

Nicht nur dass du eine Menge über fremde Kulturen, Weltanschauungen und Traditionen lernen wirst, die dir eine neue Perspektive auf die Welt geben, kannst nebenbei sparst du Geld auf deiner Backpackingreise!

Die Einheimischen wissen oft am Besten, wo man günstig Essen und Übernachten kann. Einem freundlichen Gespräch mit einem ausländischen Gast sind oft die wenigsten abgeneigt. Dabei ist es mir oft schon passiert, dass ich sogar zum Essen eingeladen wurde oder die Nacht bei meinen Gastgebern verbringen durfte.

Ich habe schon oft in diesem Blog über Couchsurfing geschrieben. Dort bieten Einheimischen kostenlose Schlafmöglichkeiten an, selbst sollte man das Gleiche tun. So lernst du viel mehr von der Fremden Kultur, als wenn du dir Volkstänze in deinem Touristenhotel anschaust. Mit vielen meiner Gastgeber stehe ich immer noch in Kontakt und einige sind sehr gute Freunde geworden.

Wichtig: Um das Eis zu brechen ist es sehr praktisch ein paar Worte der Sprache deines Reiselandes zu beherrschen. Um so besser, desto leichter öffnen sich die Türen. Ein anderer Backpacker mit dem ich in Pakistan unterwegs war, konnte bei unseren Gastgebern stürmende Begeisterung auslösen, indem er ein pakistanisches Volkslied vortrug.

So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise

Reise abseits der ausgetretenen Pfade

Man kennt das, je beliebter ein Ort wird, desto rascher steigen die Preise! Versuch mal abseits der ausgetretenen Touristenpfade nach „noch nicht entdeckten Perlen zu fischen“, denn dort zahlst du noch den Einheimischenpreis und sparst Geld auf deiner Backpackingreise. Anstatt Abzocke erwartet dich jede Menge Hilfsbereitschaft!

Abgesehen davon hatte ich immer die schönsten Erlebnisse, wenn ich mich abseit der Touristenrouten aufhielt und die Reise war für mich abenteuerlicher, wenn ich nicht noch 20 anderen Backpackern hinterhergelaufen bin.

Was für Länder könnten dich interessieren? Einige Beispiele: Armenien hat eine atemberaubende Berglandschaft und viele jahrhunderte alte Klöster. Abgesehen von den Hostels der Hauptstadt Jehrevan findet man keine Touristen, der Tourismus hat dort noch gar nicht begonnen. Im Iran steckt der Tourismus noch in den Kinderschuhen, es gibt zwar eine häufig begangene Route entland der historischen Hauptstädte, aber abseits davon ist die Reise noch ein echtes Abenteuer! Pakistan hat einen schlechten Ruf und deshalb wenige Touristen, um so mehr sind die Einheimischen begeistern auf jemanden zu treffen, der sich für ihr Land interessiert und sie nicht abstempelt. So wurde ich oft eingeladen und man half mir günstig weiter zum nächsten Ort zu gelangen.

So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise

Armenien ist touristisch noch kaum erschlossen

Informiere dich über deine Reiseziele

Informiere dich über dein Reiseziel. Welche Sehenswürdigkeiten gibt es dort, wieviel kostet der Transport dorthin, was kostet der Eintritt? Welche Erfahrungen sammelten Backpacker? Gibt es kostengünstige bzw. kostenlose Alternativen anderswo? Gibt es Berichte (auf Blogs, Reisemagazinen etc.) Wie kann ich kostengünstig telefonieren?

Es muss nicht immer das Taj Mahal sein! Bei vielen religiösen Bauwerken, wie Kirchen, Klöster, Schreine und Moscheen ist der Eintritt kostenlos (Goldener Tempel von Amritsar/Indien, Zahntempel in Kandy / Sri Lanka). Manchmal auch in Museen, wie das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart oder der Louvre in Paris für unter 26-Jährige. Ebenso an bestimmten Tagen, beispielsweise die Museen im Castello Sforzesco in Mailand, die jeweils am 1. Sonntag im Monat keinen Eintritt verlangen. Möchtest du sehr viele Sehenswürdigkeite in kurzer Zeit besuchen, sparst du Geld auf deiner Backpackingreise, idem du einen Städte- oder Museumspass kaufst.

So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise

Der Zahntempel in Kandy bewahrt angeblich einen Backenzahn Buddhas auf

Dabei handelt es sich um ein Gutscheinheft für vergünstigte Eintritte in die jeweiligen Museen und Sehenswürdigkeiten. Die Konditionen sind dabei ganz unterschiedlich. Die Gütlitgkeit kann von wenigen Tagen bis zu einem Jahr gehen oder auch das öffentliche Verkehrsnetz beinhalten (z. B. Linz-Card) . Ein Kombiticket beinhaltet meist den Besuch zweier naheliegendender Sehenswürdigkeiten (z.B. Saalburgmuseum und die Keltenwelt Glauberg)  Auch eine verlassene Burgruine, der Besuch von Wasserfällen oder Wandern (sofern nicht in einem Nationalpark) ist in der Regel kostenlos und du sparst Geld auf deiner Backpackingreise.

Zum Telefonieren lohnt sich oft der Kauf einer Einheimischen Sim-Card. Nicht nur der Zugang zum mobilen Internet ist preiswerter als in Deutschland auch das Telefonieren kostet nicht viel.

Amritsar an einer der gefährlichsten Grenzen der Welt

Der Besuch des „Goldenen Tempels von Amritsar“ kostet ebenfalls keinen Eintritt, sogar eine Herberge und Mahlzeit gibt es kostenlos

Suche Alternativen zum Hotel

Hotels sind einer der größten Kostenpunkte der Reise. Übernachtungen sind dort oft teuer. Überlege dir Alternativen. Auf Wanderungen kannst du zum Beispiel ein Zelt mitnehmen und in der freien Natur übernachten oder günstig auf Campingplätzen in dichter besiedelten Gegenden.

Ich war erstaunt, wie populär Camping im Iran ist. An jedem See bzw. Wasserfall gibt es auch freie Zeltplätze. Ebenso in städtischen Parks, wobei ich Letzteres Alleinreisenden und Anfängern weniger empfehlen möchte. Auch auf den bekannten Treks im Norden Pakistans gibt es zahlreiche Campingplätze.

In größeren Städten gibt es oft mehrere Einwohner die Couchsurfing anbieten. Hostels dagegen nur in bereits touristisch erschlossenen Gebieten.

Bleib mal länger an einem Ort

Nimm auch mal das Tempo raus und genieß es, wenn du einen schönen Ort gefunden hast. Vorteil: Dein Tagesbudget sinkt, wenn du an diesem Tag mal nicht noch eben ein Taxi, Bus bezahlen musst um in den nächsten Ort zu kommen. Lerne den Ort richtig kennen! Finde herraus, wo es das Beste / Günstigste Essen gibt, wo du preiswert übernachten kannst und nutzte dein Wissen um ein paar Tage am Strand zu entspannen. So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise und kannst dabei deine Akkus für das nächste Abenteuer wieder aufladen.

So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise

Bleib ruhig mal länger an einem Ort, wenn es dir dort gefällt

Vergiss deinen Zeitplan

Zeit ist Geld heißt es immer. Zeit kostet aber auch Geld, vorallem auf deiner Weltreise. Nämlich dann, wenn du deinen Reiseplan zu voll gepackt hast und du von Ort zu Ort hetzen musst. Hast du keine Zeit kannst du nicht eben mal auf den nächsten kostengünstigen Bus warten oder es mit Hitchhikking probieren und nimmst das teure Taxi, denn du musst ja schnell weiter.

Es ist kein Fehler einen vollgepackten Zeitplan mitzubringen, schließlich willst du dich ja auch nicht auf deiner Weltreise langweilen. Doch mir ist es noch nie gelungen alles anzusehen, was ich mir vorgenommen hatte! Plane also auch Zeitpuffer in deine Reise ein und wirf auch mal das ein oder andere nicht so wichtige Vorhaben über Bord.

So sparst du Geld auf deiner Backpackingreise

Heute noch in Kuba, morgen schon in Rotterdam? Nimm auch einmal das Tempo aus deiner Reiseplanung und plane Zeitpuffer ein, so bleibst du auch finanziell flexibel

Trau dich

Du hast Angst mit dem klapprigen, alten Bus zu fahren, weil du nicht weißt wo du aussteigen musst und ob er nicht während der Fahrt auseinanderfällt? Oder du füchrtest dich vom Streetfood zu probieren, weil du Magenprobleme bekommen könntest!

Trau dich mal! Zugegeben die Busbahnhöfe sind meistens unübersichtlich und mehr als chaotisch. Bestimmt bist du aber nicht der einzige Backpacker der im Bus sitzt, vielleicht hast du schon Reisende mit demselben Ziel am Vortag kennengelernt und ihr könnt euch zusammenschließen. So bist du nicht ganz allein unterwegs und sparst Geld auf deiner Backpackingreise, wenn ihr euch gegenseitig unterstützt. Und selbst wenn, ich schaffte es bisher immer den Busfahrer / Mitfahrern klarzumachen, wo ich hin möchte auch wenn ich dazu manchmal Hand und Fuß benutzen musste.

Pakistan Travel Guide Alles was du wissen musst

Auch solltest du keine Angst haben das Streetfood zu probieren. Es ist meistens nicht nur das Günstigste sondern auch das schmackhafteste Essen. Wenn eine besonders lange schlange von Einheimischen an einem Verkaufsstand steht oder im Imbiss sitzt ist das oft ein sehr gutes Zeichen. Natürlich kannst du auch hier wieder die Einheimischen nach einem Tipp fragen, denn die guten und günstigen Restaurants können oft ganz schön versteckt sein.

Da wo sich viele Einheimische tummeln, schmeckt es oft am Besten

Setzte dir selber keine Grenzen

Weniger ein Tipp als eine grundsätzliche Erfahrung, die ich auch all meinen Reisen machen durfte. Setzte dir keine Grenzen! Die Sehenswürdigkeit kostet einen astronomischen Preis, du willst sie aber unbedingt sehen, oder deinen Mitreisenden ist es zu teuer? Besuch sie trotzdem! Denn nichts macht unzufriedener als der Gedanke, eigentlich wäre ich ja da doch ganz gern hingegangen oder eigentlich wäre ich gern mal auf Weltreise gegangen, aber ich hatte nicht genug Geld.

Behalte dein großes Ziel im Auge und suche nach Möglichkeiten soviel Geld zu sparen um dir  deinen Traum zu ermöglichen. Eine Weltreise muss nicht teuer sein, die Grenzen hatte ich mir  leider nur allzuoft selbst im Kopf gesetzt! Mach also nicht denselben Fehler 😉

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan ist eng mit den Abbasi´s verknüpft. Die Stadt wurde von dieser Herrscherdynastie im 18. Jahrhundert gegründet und von 1835 bis zur Unabhängigkeit Pakistans, war sie sogar Haupstadt eines eigenen Staates. Ich hatte das große Glück einen Nachfahren der Abbasi´s zu treffen. Den Bericht und alles was ihr sonst noch zur Stadt wissen müsst, findet ihr in diesem Artikel!

Derwara Fort

Mit Freunden meines Hosts fahren wir um Derwara Fort und ein Familienmitglied der Abbas Familie zu besuchen. Sie führen ihren Stammbaum auf einen Onkel des Propheten Mohammeds zurück: Abbas ibn Abd-al Muttalib. Sie kamen einst von Ägypten nach Sindh und gründeten dort den unabhängigen Staat Bahawalpur. Es gibt tausende Geschichten, die den Reichtum der Abbas-Familie schildern.

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Unermesslicher Reichtum

So soll Schah Abbas so reich gewesen sein, dass er das eine Mal die Straßen mit Reis reinigen ließ. Ein anderes Mal ließ er das Dach einer Luxuslimousine der damals ganz neuen Autos abschneiden, um füllte es mit Gras um seine Pferde zu füttern. Auch soll er ganze 70 Frauen in seinem Leben geliebt haben!!!

Und auch bei der Staatsgründung Pakistan half er mit, idem er den jungen, bettelarmen Staat Milliarden aus seiner Privatschatulle zur Verfügung stellte, damit diese eine Armee und eine eigene Nationalbank aufbauen konnten.

Die stummen Zeugen des einstigen Glanzes

Von den unermesslichen Reichtum zeugen heute noch die vielen Paläste, wie das Nur Mahal in Bahawalpur, welches sich nun in Staatsbesitz befindet und zu einem luxuriösen Hotel umgebaut wurde. In der Wüste Cholistan, wo die Abbasis heute ihre Länder haben, konnte ich nur noch wenig von diesem Reichtum spüren.

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Wir begrüßen den Prinzen in seinem einstigen Palast, das neben dem Derwara Fort liegt und überreichen ihn die Geschenke. Weniges an ihm lässt auf einen Mann mit Blauem Blut schließen, er ist zwar groß gewachsen und trägt einen feinen, sauberen Spitzbart, aber gekleidet ist er in T-Shirt und Jogginghose.

Der Palast selbst befindet sich in einen bemitleidenswerten Zustand. Außen bröckelt der Putz ab und die Ziegelsteine kommen hervor, sie ruhen auf Säulen, dessen Holz in all der Zeit kaum gealtert und immer noch erstaunlich hart ist. Im Inneren befinden sich Schmuckvolle Wand- und Deckenvazierungen. Auch an ihnen nagt der Zahn der Zeit und sie drohen zu verschwinden.

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Keine Unterstützung

„Wir bekommen leider keine Unterstützung von der Regierung diese alten Kulturgüter zu erhalten, obwohl unsere Vorfahren dem Staat einst finanziell unter die Arme gegriffen haben! Ich bin ein Prinz der über eine verdammte Wüste herrscht und die Regierung kümmert sich nicht um uns!“

Wieder die Korruption. Nur wer den Regierungsbeamten in Islamabad nahe steht, bekommt etwas vom großen Kuchen. Hier in der fernen Wüste Cholistan an der Grenze zu Indien kommt nichts mehr an. Dabei gäbe es hier ein großes touristisches Potential bei diesen Jahrhunderte alten Bauwerken.

Nur ein weiterer Tag

Das Derwara Fort besitzt 40 große, runde Bastionen, die ganze Festung scheint  fast ausschließlich aus den 30 m hohen Türmen zu bestehen. Von Außen sieht das Fort sehr gewaltig und beeindruckend aus. Doch im Inneren dasselbe traurige Bild.

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Tausende Ziegelsteine, wie kleine Grabsteine ragen aus dem Boden, jeder hat einen Namen. Viele Gebäude sind teilweise oder ganz eingestürtzt. Wie Grabsteine, welch eine Ironie denke ich mir. Vom der Pracht des Fürstensitzes im Palast kann man kaum noch etwas erahnen. Wenigstens eine Sicherung der noch nicht zerstörten Gebäudeteile, wäre dringend nötig! Verliert ein Land seine Kultur, verliert es auch seine Identität und die Besinnung auf eine gemeinsame uralte Kultur wäre das Einzige, was Pakistan noch zusammenschweißen könnte. Die Sonne geht unter, wieder ein Tag an dem nichts passiert, sie taucht die Türme mit einem kunstvollen Fischgrätenmuster in ein goldenes Licht.

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Infos zum Derwara Fort:

Anreise: mit dem Taxi möglich (Tagesmiete: 3500 Rupien) / das Innere des Forts ist üblicherweise nur in Begleitung der Polizei aus Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan zu besichtigen. Um das Fort befindet sich eine große Moschee namens Abbasi Mosque (besuchbar), welche aus demselben Marmor, wie die große Prophetenmoschee in Medina besteht.

Auch die prächtigen Gräber der Abbasis auf der gegenüberliegenden Seite kannst du dir aus der Ferne ansehen, da sie ebenfalls nicht zugänglich sind.

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Die Abbasi Moschee vom Derwara Fort aus gesehen. Dahinter befinden sich die Gräber der Abbasiherrscher

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan:

Der Basar von Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan umfasst nahezu die ganze Altstadt. Hier findest du alles Mögliche: Fahrende Händler, Texitverkäufer- und Färber, Goldschmiede und vieles mehr.  Er eignet sich besonders gut um zu Fotografieren. Doch Vorsicht! Frage immer erst um Erlaubnis! Während sich die Männer gerne von mir Fotografieren ließen, sollte es vermieden werden Frauen abzulichten.

Bahawalpur nahe der Wüste CholistanBahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Am Fareed Gate kannst du besonders viele für Bahawalpur bekannte speisen kosten. Faloodah mit Kheer, Poori und Dahi Baray. Mehr dazu findest du auch auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan.

Bahawalpur Museum

Das Museum zur Geschichte Bahawalpurs befindet sich südwestlich in der Medical Colonny Avenue. Es befasst sich mit der Geschichte und den Traditionen der Region. Daneben befindet sich die große Bibliothek, ein sehr beeidruckendes Gebäude. Du solltest dir unbedingt das Innere ansehen. Zusätzlich führt die Bibliothek auch einige wenige Bücher auf Englisch.

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Das Museum von Bahawalpur

Zoo

Im Norden des Tores findest du den Zoo. Leider ist er in keinem guten Zustand. Er wird von vielen Familien und Mädchen ausgesucht und wird von den jungen, pakistanischen Männern  gerne aufgesucht für ein Verhalten, dass sie als Pundi, „Frauen anschauen“ bezeichnen.

Noor Mahal

Der gewaltige Noor Mahal wurde von Nawab Adnam Abbasi IV im Neoklassizistischen Stil errichtet und ist der größte, der vielen Paläste Bahawalpurs. Er gehört nun der Armee und dient als Hotel für hohe Staatsgäste. Sofern sich letztere nicht zufällig gerade dort aufhalten (wie zurzeit meines Besuches) kann der Palast angeblich auch besichtigt werden. Das Noor Mahal findest du, wenn du der Noor-Mahal-Road  2 km südlich vom Ahmadpuri Gate folgst.

Gulzar Mahal, Dabar Mahal, Nishat Mahal, Farrukh Mahal

Das größere Gulzar Mahal und die kleineren Paläste befinden sich alle in der Darbar Road 2 km nordwestlich vom Museum.

Das Dabar Mahal wurde 1904 unter dem Nachfolger Bahawal Nahab Khan V.  gebaut und dient ebenfalls als ein Hotel. Im Gegensatz zum Nur Mahal ist es nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Es soll aber angeglich möglich sein Besuchtermine mit dem Besitzer, der pakistanischen Armee, zu vereinbaren.

Weitere Informationen

Anreise nach Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Bus: Deawoo-Express bringt dich von allen größeren Städten, wie Lahore, Faisalabad und Multan nach Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan. Der Terminal befindet sich 4 km außerhalb des Stadtzentrums in der Ahmedpur-Road, die direkt zum Ahmadpuri-Gate führt.

Zug: Auch die Railway Road führt zum Ahmadpuri Gate (3 km)

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Das Ahmadpuri Gate ist eines der Tore zur Altstadt

Hotel in Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Fremden Touristen ist es aus Sicherheitsgründen in wenigen teuren Hotels der Stadt zu übernachten. Das wusste ich leider und mein Hotelmanager dummerweise ebenfalls nicht. Wenn ihr also nicht Nachts vom Polizeihauptmann, der den ganzen Tag auf mich wartete und dementsprechend schlecht gelaunt war, überrascht werden wollt, empfehle ich euch entweder gleich zur Polizeistation zu gehen oder einen Host auf Couchsurfing.com zu suchen.

Die Community ist zwar klein, aber sehr hilfsbereit und nimmt gerne Gäste auf!

Polizeieskorte & Sicherheit

Die Stadt Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan ist selbst vollkommen sicher. Die Menschen stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Für Ausflüge zu Derawar Fort wird die Polizei darauf bestehen dich zu begleiten, falls sie Wind bekommt, dass du in der Gegend bist. Von einer alleinigen Reise mit öffentlichen Verkehrsmittel zum Fort würde ich eher abraten. Busse fahren unregelmäßig, nicht sehr oft und auch nicht direkt zum Fort. Du möchtest bestimmt nicht alleine Abends an einer Straßenkreuzung in der Wüste stehen! Berate dich lieber mit der Couchsurfing-Community und buche einen vertrauenswürdigen Taxifahrer, der dich hinbringen kann, falls du der Polizei aus dem Weg gehen möchtest. Ich hatte großes Glück mit meinem Host, da seine Freunde ein Familienmitglied der Abbasi´s kannten, der mir alles erklärte und selbst die sonst geschlossenen Mausoleen seiner Vorfahren für mich öffnete.

Bahawalpur nahe der Wüste Cholistan

Der Sonnenuntergang am Derwara Fort ist sehr schön.

Multan, die Stadt der Schreine

Multan, die Stadt der Schreine

Multan, die Stadt der Schreine

Schon immer musste derjenige der von Afghanistan nach Indien wollte auch Multan, die Stadt der Schreine queren. So verwundert es kaum, dass Alexander der Große die Stadt auf seinem Feldzug eroberte und nach ihm kamen viele weitere Herrscher der Araber, Mongolen, Mogulen, Sikhs und schließlich die Briten.

Multan, die Stadt der Schreine ist vor Allem für zwei Dinge bekannt! Zum Einen befinden sich hier unglaublich viele Gräber (Man könnte den Eindruck haben in der Stadt befinden sich beinahe genausoviele Gräber, wie Menschen auf der Straße!). Zum Anderen für ihre große Hitze, welche im ganzen Land niergends so hoch ist wie in Multan, die Stadt der Schreine. Laut einem alten Sprichwort hat Multan Gräber, Bettler, Staub und Hitze im Überfluss!

Warum also überhaupt hierherkommen? In Multan haben viele Sufi-Heilige gewirkt, deren kunstvolle Schreine sich über die ganze Stadt verteilen. Die wichtigsten  davon sind die Schreine von Rukn-i Alam, Shah Shams Tabrizi und Baha’uddin Zakariya. Außerdem ist der Bazar von Multan, ein wahres Gourmetparadies in dem du allerlei pakistanische Köstlichkeiten findest, wie köstliche Samosas, süße Galub e-Jamun und herrlich erfrischenden Granatapfelsaft. Denn viele wärmeliebende Früchte gedeihen in der warmen Region vorzüglich!

Multan, die Stadt der Schreine

Eischub: Was ist Sufismus?

Ehrlich gesagt bin ich selbst nach Pakistan gereist und besuchte die Heiligen Schreine, um eine Antwort auf diese Frage zu finden, aber sie ist nicht leicht in 1-2 Sätzen zu beantworten. Zum ersten Mal kam ich mit dem Sufismus im Iran in Kontakt, als ich zufällig zwei Iraner traf und eine ganze Woche mit ihnen in ihrem Zelt durch Lorestan, sowie Kurdistan gereist bin.  (Einen Bericht über diese Reise findest du hier)

Einer von ihnen beschäftigte sich viel mit Sufismus. Die Ruhigkeit, Ausgeglichenheit und Geduld dieses jungen Iraners, der im selben Alter war wie ich, hatte mich schwer beeindruckt. So etwas hatte ich zuvor noch nicht erlebt und so begann er mir einiges davon zu erzählen.

Liebe zu Gott

Sufismus ist vielmehr eine Philosophie, als eine Glaubensströmung. So steht sie eigentlich allen Religionen offen, auch wenn das immer wieder von streng gläubigen Muslimen bestritten wird. Im Zentrum der Lehre steht die „Liebe“ zu Gott, aber auch zu dessen Geschöpfen, wie Mitmenschen und Tieren und auch der Schöpfung insgesamt. 

Meditation

Ein wichtiges Hilfsmittel um Gott näher zu kommen sind Meditationsübungen (Dhikir). Ein Pakistaner aus Larkana zeigte eine Übung. Ich sollte mich auf meinen Herzschlag konzentrieren und innerlich dazu Gott, Gott, Gott… sagen. Wenn ich diese Übungen oft genug wiederholen würde, würde Gott mir irgendwann begegnen und ich könnte eins mit ihm und seiner Schöpfung werden. Es steckt also auch viel Mystik in dieser Philosophie.

Musik & Tanz

Auch Musik und Tanz (Damal) spielt eine wichtige Rolle im Sufismus. So soll das Schlagen großer Trommeln den Herzschlag nachempfinden und beim Meditieren helfen. Auch tanzt man sich regelrecht in Trance. Die Drehungen der Derwische (Türkei) ist ein gutes Beispiel dafür. 

Kritik am Sufismus von streng, gläubigen Muslimen

In Pakistan verdrängt leider die strenge Auslegung des Islams, wie sie zum Beispiel in Saudi-Arabien vorherrschend ist zunehmend den Sufismus. Von den orthodoxen Muslimen wird die Suche nach Gott und die Einswerdung mit diesen als Gotteslästerung angesehen, das Aufsuchen der Sufischreine als Götzendienst und Musik wie Tanz ist iher Meinung generell unislamisch. Auch ich hatte den Eindruck, dass ich des öfteren Pakistaner traf, die sich als Sufis bezeichneten, dabei aber mehr einen strengen Islam lebten und viele Werte des Sufismus sogar verleugneten.

Natürlich traf ich auch noch auf echte Sufis. Der Austausch mit diesen war eine tolle Erfahrung und ich werde gewiss einiger ihrer Meditationsübungen in meinen zukünftigen Lebensalltag integrieren.

Bohar Gate & Shah-Gardezi-Schrein

Kommt du vom Minibusstand in der Hassan Parwana Road erreichtst du automatisch das Bohar Gate. In der Nähe befindet sich der Shah Gardezi Schrein, welcher im 11. Jahrhundert nach Afghanistan kam und hier Wunder gewirkt haben soll. Es ist ein eher unbedeutender Schrein, liegt aber auf dem Weg zu den großen Schreinen und hat eine ganz schöne Kachelvazierung. Jedoch musste ich meine Kamera beim Besuch abgeben.

Shah-Rukn-i-Alam-Schrein

Am nördlichen Ende der Altstadt befindet sich das Lohari Gate und der Ghanta Ghar Clocktower, welcher aus der britischen Zeit stammte.

Multan, die Stadt der Schreine

Von hier aus siehtst du auch schon den ersten Schrein, der auf dem Hügel trohnt. Es ist der Schrein des Sufi-Heiligen Shah Rukn-i Alam, was so viel wie „Säule der Erde“ bedeutet. Er lebte von 1250 – 1335 und war der Enkel Baha’uddin Zakariya´s dessen Lehren er weiter verbreitete.

Der Schrein ist ein Vertreter der Architektur in der frühen Tughluq-Dynastie, welche 1320 – 1413 über einen Großteil Indiens und Pakistans herrschte.

Der Schrein ist als ein Oktagon aufgebaut, welches von einem zweiten mit niedrigeren Türmen umschlossen ist. Die Fassade ist geschmückt mit Blumen- und Rankenmotiven auf einem azzurblauen Hintergrund, welcher im Kontrast zu den roten Ziegelsteinen steht.

Im Inneren befindet sich sein Grab zusammen mit 72 weiteren Gräbern seiner Verwandten, angelehnt an die 72 Krieger, die mit Imam Hussein in der Schlacht bei Kerbala den Tod fanden.

Das große Quasim-Tor, das du auf dem Weg zum Schrein durchquerst ist Teil eines alten Forts. Gegenüber des Schreins befindet sich ein Park und ein kleines Kunstmuseum. An den Hängen des Parks hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt.

Multan, die Stadt der Schreine

Bah´uddin-Zakariya-Schrein

Baha’uddin Zakariya wurde in einem kleinen Ort nahe Multan geboren und reiste 15 Jahre durch das Land um den Islam zu verbreiten und kehrte 1222 nach Multan zurück.

Ihm wurde der Baha´uddin Zakariya-Schrein gewidmet, den du nach dem Rukn-i Alam-Schrein der linken Straße weiterfolgst. Das Gründgerüst des Schreins bildet wieder ein Oktagon, welches von einem viereckigen Bau umschlossen ist an dem sich ein weiterer rechteckiger Vorbau befindet. Die noch verhaltenen Blauen Zierelemente an Vorbau und Kuppel zeigen den Einfluss der zentralasiatischen Kunst, welche im 13. Jahrhundert immer mehr nach Pakistan herüberschwappte.

Multan, die Stadt der Schreine

Shams Tabrezi-Schrein

Sechzehn Minuten Fußweg sind es zum Schrein Shams Tabrezis (manchmal auch Shamsuddi Sabzwari)

Dies ist einer von drei Orten, der für sich reklamiert die sterblichen Überreste des berühmten Sufi und Mentor von Rumi zu beherbergen. Niemand ist sich sicher was mit Shams Tabrizi wirklich geschah, er musste von seinen Feinden fliehen und war eines Tages verschwunden. Keiner weiß, ob ihm die Flucht tatsächlich gelang es gibt deshalb unzählige Legenden, dass er an verschiedenen Orten, wie hier in Multan wieder auftauchte und bis an sein Lebensende in Frieden predigen konnte.

 Einer dieser Erzählung nach bat er die Einwohner Multans bei seiner Ankunft um Essen. Als ein Multaner Bürger schließlich erbarmen mit ihm hatte, bat er um Feuer, damit er das Essen kochen konnte. Keiner gab ihm Feuer. Shams Tabrezi war daraufin so verägert, dass er Gott bat die Sonne näher an die Erde zurücken. Tabrezi konnte schließlich sein Essen kochen, doch seit diesem Ereignis sind alle Sommer in Multan kochendheiß. Sein Schrein ist der jüngste und schönste Schrein. 1330 ließ ihn einer seiner Enkel bauen. Vorherrschend sind blaue Kachel- und Reliefvazierungen, selbst die Zieglemauern besitzen schöne Blumenmuster und die Kuppel ist mit hellgrünen Kacheln verkleidet.

Multan, die Stadt der Schreine

Basar in der Altstadt

Sorgen in Multan zu verhungern braucht man sich heutzutage nicht mehr machen. Rund um den Schrein Tabrezis befinden sich Läden mit einer ganz besonderen Köstlichkeit Sohan Halwa! Es ist eine süße, teigige Masse mit weiteren Zutaten wie Mandeln, Kardamon und anderen Gewürzen versehen. Nach den Besuch der Schreine solltest du dir noch Zeit nehmen durch den Basar in der Altstadt zu streifen. Multan, die Stadt der Schreine ist auch berühmt für seine Textilien (vor allem Hochzeitskleider und -schuhe).  In jeder Straßenecke duftet eine neue kulinarische Leckerei, wie Gulab Jamun, Samosas und köstliche, frisch gepresste Säfte. Also immer der Nase lang!

In meinem Artikel: Auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan  habe ich diese Köstlichkeiten nochmals ausführlicher beschrieben. Außerdem findest du dort noch viel mehr Spezialitäten aus den anderen Teilen des Landes.

Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan
Sohan-Halwar-Laden in der Nähe des Shams Tabrazi Schreins

chiniot und seine Havelis

Chiniot und seine Havelis

Chiniot und seine Havelis

chiniot und seine Havelis

Der alte Hindutempel Chiniots ist nun eine Schule

Chiniot ist berühmt für seine Holzmöbel und das herrausragende Schnitzhandwerk. Die Stadt hat eine sehr altes Altstadtzentrum mit vielen Havelis an der man diese Holzkunst bestaunen kann. Die Villen wurden einst von den reichen Händlern Chiniots errichten. Früher lebten dort überwiegend Hindus und der Berghügel „Affenfelsen“ war ihnen heilig. Auch ein ehemaliger Hindutempel ist noch von außen zu bestaunen. Doch mit der Teilung des Landes in Indien und Pakistan mussten die Hindus fliehen und so zogen Muslimische Flüchtlinge ihrerseits aus Indien kommend in die verlassenen Häuser ein und der Hindutempel wurde kurzerhand in eine Schule umfunktioniert.

Havelis

chiniot und seine Havelis

Kinder winken aus dem Fenster

Der Zustand der Häuser in Chiniot ist nicht zu vergleichen mit den so schön restaurierten Bauwerken aus Jaidphur  oder Jodphur im indischen Teil Punjabs. Dennoch entwickelt die Stadt seinen ganz eigenen Scharm. Durch dem Verfall nahen Zustand entwickelt sich eine Art Lost-Places-Charakter. Gleichzeitig wohnen immer noch viele Menschen in den Gebäuden, man fragt sich wie angesichts der offensichtlichen Baufälligkeit und die Gebäude sind mit Leben gefüllt. Kinder winken aus den Fenster und lächelnde Menschen begegenten mir auf der Straße.

Omar-Hayat-Palast – ein chiniot und seine HavelisLost Place?

Das beeidruckenste dieser Havelis mit Lost-Place-Charakter ist sicher der Omar-Hayat-Palast. Sheik Omar Hayat wurde dereinst von seiner Familie verstoßen, weil er gegen ihren Willen heiratete. So versuchte er sein Glück in Kalkutta und brachte es dort zu großen Wohlstand. Mit der Geburt seines ersten Sohnes, entschloss er sich 1920 schließlich nach Chiniot und seine Havelis zurückzukommen.

So entstand in den Folgejahren dieser Prachtbau! Doch das Gebäude verfiel in den zunehmenst. Teilweise scheint es restauriert worden zu sein, doch die obersten Stockwerke und der Balkon sind noch immer in einen mehr als schlechten Zustand, das Geld ging wohl wie so oft aus oder versickerte an undurchsichtigen Stellen.

chiniot und seine Havelis

Der Omar-Hayat-Palast

Besichtigung:

chiniot und seine Havelis

Der Pfauenbalkon in seiner ganzen Pracht

Man möchte kaum glauben, dass sich im Gebäude noch eine Bilbiothek befindet. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was mit den Büchern passieren würde, sollte das Gebäude  einstürzen. Mutige können auch die Shopbesitzer fragen, diese kennen die Telefonnummer des Bibliothekars und er führt dich dann durch das Gebäude.

Das Innere ist nämlich nicht weniger prächtig. Bunte Glasfenster lassen das Licht in den verschiedensten Farben hereinstrahlen. Jeder Raum folgt einem ganz eigenen Muster, mit eigenen Farben, Deckenvazierungen und Kachelwänden.

Die höheren Stockwerke

Der große Pfauenbalkon und die fasziniernde Schnitzkunst lässt sich nur im 1. Stock so richtig in seiner ganzen Schönheit betrachten. Der Bibliothekar erweist sich dabei als guter Führer, der die vielzähligen Details und die besten Orte für ein Foto zeigen kann.

chiniot und seine Havelis

Die Strahlende Schnitzkunst Chiniots im inneren des Palastes

In den obersten Stockwerken hast du eine wunderbare Aussicht auf die Stadt, sei aber vorsichtig. Es gibt keine Absperrungen, großen Abstand solltest du vom Balkon halten, der ist schon halb am einstürzen. Dafür kann man tolle Fotos machen!

chiniot und seine Havelischiniot und seine Havelis

weiter gehts?

Der Bibliothekar wollte mir noch weitere Orte in Chiniot und seine Havelis chiniot und seine Haveliszeigen und erwies sich als wahrer Türöffner zu versteckten Plätzen,  die du selber nicht so einfach finden und betreten solltest, da sie noch bewohnt sind. Außerdem kam noch einer seiner Freunde hinzu, er ist Historiker, hat ein Buch über den Ort geschrieben und konnte mir viele wertvolle Informationen liefern. Am Ende wird der Bibliothekar 1000 Rupien als Dank für seine Mühen verlangen, was wirklich nicht viel ist für einen ganzen Tag mit Verpflegung eingeschlossen. Aber du solltest dir dessen bewusst sein, falls du mit ihm kommen möchtest.

Der „Affenfelsen“

chiniot und seine Havelis

Der Berghügel ist einer von vielen die sich um die Stadt Chiniot und seine Havelis, sowie am Fluss Chenab. Zum „Affenfelsen“ macht ihn, das mit etwas Fantasie gut erkennbare Affengesicht, das sich in einem der Felsvorsprünge abzeichnet. Auch die ehemaligen Hindus erkannten die Tierfigur auf ihren Felsen und nahmen dies zum Anlass einen heiligen Bezirk zu errichten und sich dort zu religiösen Zeremonien einzufinden. Wanderst du über den Felsen wirst du zahlreiche Tonscherben finden, die von der einstigen Bedeutung des Ortes erzählen.

chiniot und seine Havelis

erkennst du das Affengesicht?

An einer anderen Stelle malten sie die Namen ihrer Götter auf die Felsen. An einer angeblich sogar den Namen Mohammeds. Die Stelle ist grün eingekreist, erkennen konnte ich jedoch nichts.

Am Fuße des Berges befindet sich ein Schrein gerade in Restauration. Dort an der Felswand wurde ein uralter und  sehr tiefer Brunnen in den Fels geschlagen.

chiniot und seine Havelis

Ich und der Saeen Sukh Schrein im Hintergrund

Saeen-Sukh-Schrein

Ein anderer wunderschöner Schrein neueren Ursprungs inimitten von Chiniot und seinen Havelis ist der Schrein Saeen-Sukh (gestorben 1987). Er befindet sich teilweise immer noch im Bau. Faszinierend ist die bunte Bemalung und die vielen kleinen Spiegelchen, die an die Decken der Schreine angebracht sind und golden Strahlen.

chiniot und seine Havelischiniot und seine Havelis

Chenab Hills & Aldin-Bu-Qalander-Schrein

Nahe den Chenab Hills, die eine große Insel im gleichnamigen Fluss bilden, befindet sich der Schrein eines wichtigen Sufiheiligen, welcher auf die Hügel ging um in Einsamkeit zu leben und zu meditieren. Er wurde Aldin Bu Qalander genannt. Viele Menschen besuchen täglich den Schrein und die Hügel, von denen du ebenfalls eine schöne Aussicht auf die Umgebung hast.

chiniot und seine Havelischiniot und seine Havelis

Denkmal am Fluss Chenab

Eine ältere, kleinere Brücke unter der auch die Eisenbahn fährt wurde für den Verkehr gesperrt, der nun gleich daneben auf einer neuen Brücke entlangfährt. Folgst du der alten Brücke nach Westen gelangst du an ein kleinens Monument mit wehender Pakistanischen Flagge. Im Krieg mit Indien sollte einst ein Bomber die alte Eisenbahnbrücke zerstören, wurde jedoch zuvor abgeschossen. An diesen Sieg soll das kleine Denkmal in Form einer Fliegerbombe erinnern. Noch heute ist es aus diesem Grund verboten die Brücke zu fotografieren.

Shai-Moschee & Bukhari-Schrein

Weitere sehenswerte Schreine aus der Mogul-Ära sind die Shahi-Moschee (Link) und der Bukhari-Schrein die beide um 1650 errichtet wurden. Leider konnte ich diese aus zeitgründen nicht mehr besichtigen, sie seinen aber vollständigkeitshalber genannt.

Faisalabad

In Faisalabad gibt es bis auf den großen Uhrturm nicht viel zu sehen. Trotzdem sollte man sich

chiniot und seine Havelis

Clock Tower in Faisalabad

die Zeit nehmen durch die umliegenden Basaren die sternförmig um den Uhrturm liegen hindurchzuschlendern. Faisalabad wird auch als Manchester Pakistans bezeichnet und nirgendwo wird dies deutlicher! Geschäftig wühlen sich Händler durch die Basare und feilschen was das Zeug hält. Von Elektrogeräten bis auf die für Faisalabad so berühmten Textilien es gibt nichts was man hier nicht findet.

Faisalabad ist ein guter Ausgangspunkt für einen Tagesausflug  nach Chiniot oder Nankarna. Denn in Chiniot ist es Ausländern nur in wenigen Hotels erlaubt zu übernachten und in Nankarna in gar keinem.

An-/ Abfahrtchiniot und seine Havelis

Minibusse halten an der Kreuzung zwischen Lahore Road und Sargodha-Faisalabad-Road. Erfreulicherweise sind die Busse immer schnell voll und abfahrbereit.

Übernachtung:

In Chiniot kannst du als Ausländer nur in wenigen Hotels übernachten (Polizeianweisung). Herauszufinden welche das sind kann eine sehr schwierige Aufgabe werden, darum ist es besser von Faisalabad zu kommen.

mittelalterliches Cadolzburg

Das mittelalterliche Cadolzburg

Das mittealterliche Cadolzburg

Mein letzter Trip im Jahr 2018 ging in das mittelalterliche Cadolzburg. Die Stadt hat viele schöne Fachwerkhäuser und eine große Burg, die sogar den Hohenzollern als Residenz diente, ehe sie Markgrafen von Brandenburg und später sogar Könige von Preußen wurden. Über die Burg und was es sonst noch in Cadolzburg zu entdecken gibt, verrate ich dir in diesem Artikel.

Der Name des Ortes geht vermutlich auf einen fränkischen Grundherrn namens Kadold zurück. Er gründete auch das Kloster Herrieden an der Altmühl und sein Gebiet erstreckte sich zwischen Enns und Wiener Wald.

Mittelalter

In einer Urkunde wird erstmals 1157 das mittelalterliche Cadolzburg mit einem gewissen Helmericus de Kadoldesburc in Verbindung gebracht, der als Vogt diente. Nach Thronstreitigkeiten in den Jahren 1245/1246 konnten sich die Hohenzollern als Parteigänger der Staufer und Burggrafen von Nürnberg hier dauerhaft entablieren.

Friedrich IV. von Cadolzburg legte hier einen Markt an, dem jedoch kein Glück beschienen war und im ersten Städtekrieg 1388 von den Nürnbergern in Brand  gesteckt wurde und bis zum 30-jährigen Krieg sollten die Bürger Cadolzburgs noch oft von gegnerischen Parteien überfallen werden.

mittelalterliches Cadolzburg

Stadtansicht vom Aussichtsturm „Bleistift“

Neuzeit

Bis in die napoleonische Zeit blieb das mittelalterliche Cadolzburg im Besitz der Hohenzollern und war somit Teil Preußen. Dann fielen deren von Napoleon eroberte, fränkische Besitzungen an das Verbündete Königreich Bayern und blieben fortan in dessen Besitz. Ab 1860 wurden Burgensandstein abgebaut und vermehrt Kirsch- und Erdbeerplantagen angelegt. Infolgedessen wurde das mittelalterliche Cadolzburg ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Erholungssuchende.

In sinnlosen Kampfhandlungen brannte 1945 die Burg von Cadolzburg ab. 1989 wurde mit deren Wiederaufbau begonnen. Seit Kurzem befindet sich in der Burg ein sehr sehenswertes Museum.

mittelalterliche Cadolzburg

An der Markgrafenkirche befinden sich deutliche Spuren der Kampfhandlungen

Bleistift

mittelalterliches Cadolzburg

Der sogenannte „Bleistift“

Mit der Verlängerung der Bahnstrecke Fürth – Zirndorf in das mittelalterliche Cadolzburg im Jahre 1892 wurde der Ort zu einem beliebten Ausflugsziel. Am Wochenende kamen zahlreiche „Großstädter“ um sich in den Erdbeer- und Obstplantagen des Ortes zu erholen. Die „Münchner Lokalbahn Aktiengesellschaft ließ einen Aussichtsturm bauen, um durch eine weitere Attraktion das erträgliche Geschäft weiter voranzutreiben. Den liebevollen Namen „Bleistift“ erhielt er von den Einwohnern aufgrund seiner schlanken Form.

Der Turm der damals noch völlig frei zwischen den Obstplantagen stand, kannst du gegen einen Obulus von 1 Euro besichtigen. Auch wenn er sich heute mitten im Wohngebiet befindet ist die Aussicht auf das mittelalterliche Cadolzburg immer noch den Besuch wert.

Brusela

Vor dem Marktplatz findest du ein mächtiges 1475 erbautes Tor, welches den ersten Burggraben ,der das mittelalterliche Cadolzburg schützte, markiert. Ihren Namen erhielt es durch seine einst ständig „bruselnde“ also rauschende Uhr.

mittelalterliche Cadolzburg

Das Brusela ist das Tor zum Markt

Der Marktplatz

Um den großen Marktplatz stehen viele schöne und alte Fachwerkhäuser. Im 30-jährigen-Krieg durch das in Zirndorf lagernde Söldnerheer des mächtigen General Wallenstein geplündert und niedergebrannt. Zwei Drittel der Gebäude von Cadolzburg wurden dabei zerstört und der Wiederaufbau ging in den Folgejahren nur schleppend voran, wie die Jahreszahlen zeigen.

Die Burg

Das Herzstück des Ortes ist zweifelsohne die Burg. 1250 errichtet von Konrad von Hohenzollern ist sie ist eng mit deren Geschichte verbunden, denn bevor sie das Kurfürstentum Brandenburg erhielten, waren sie die Burggrafen von Nürnberg. Nach Streitigkeiten mit den aufstregenden Bürgertum der Stadt, die ihre Unabhängigkeit anstrebten, verlegten sie ihren Residenzsitz hier in die Cadolzburg.

Durch ein zweites Tor gelangts du über den mittleren Burggraben. Es zeigt das Familienwappen der Burgbesitzer, namentlich Friedrich I. von Hohenzollern mit seiner Ehefrau Elisabeth von Bayern-Landshut und seinem Nachfolger Albrecht Achilles und dessen Frau Anna von Sachsen. Aber auch ein merkwürdiges Bild, das Männer an den Zitzen eines Schweines saugend zeigt. Mit der sogenannten „Judensau“ verspottete man bewusst die jüdischen Mitbürger, in deren Religion das Schwein als unrein gilt.

mittelalterliche Cadolzburg

Das Tor zum mittleren Burggraben

im Vorhof

Im Vorhof kannst du einen Burggarten in dem im Sommer Heilkräuter und historische Getreidesorten wachsen und eine alte Pferdeschwemme finden.

In der Kernburg befindet sich seit 2017 ein Museum, das sich mit den beiden zuvor genannten Burgbesitzern, den Haus Hohenzollern, sowie den Burgleben beschäftigt. Das Museumskonzept hat mir sehr gut gefallen. Durch Spiele, Rätsel wird der Besucher aktiv miteingebunden. Du kannst sehr viel zu entdecken, zum Beispiel kannst du ausprobieren ob dir die mittelalterliche Kleidung steht, oder erfahren, wie eingeschränkt das Sichtfeld  eines mittelalterlichen Ritters mit der sogenannten Hundsgugel (Helmtyp) war.

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im Museum

Das Innere des Schlosses teilt sich in einen Altbau, welcher aus dem 15. Jahrhundert stammt und einem neuem Residenzschloss das 1509 unter Gerog Friedrich erbaut wurde und auch die Küche mit dem mächtigen Ochsenschlot erweitern ließ

Auch den Unterschied zwischen den Bett eines Adeligen und eines Dieners kannst du nachfühlen, mittelaterliches Geschirr anfassen oder in der derzeitigen Sonderausstellung, die sich mit dem „ältesten Kochbuch Deutschlands“ beschäftigt, eine Kostprobe einer mittelalterlichen Süßigkeit probieren. „Kandierter Kümmel“

Das neue Residenzschloss ist jediglich äußerlich renoviert im Inneren befindet es sich noch immer im zerstörten Zustand. Im 2. Weltkrieg brannte die Burg im einem letzten sinnlosen Gefecht vollkommen ab. Dabei wurden auch die wunderschönen Holzvertäfelungen des Schlosses ein Opfer der Flammen. Bis 1989 fristete die Burgruine ein trauriges dasein, bis man schließlich mit dem Wiederaufbau begann. 2007 war dieser abgeschlossen. Zunächst diente die Burg als Veranstaltungsort, ehe man 2013 beschloss das Museum einzurichten.

In der Burg gibt es viele versteckte Wehrgänge und Bereiche, wie den Brunnenhof zu erkunden, du solltest dir  wirklich viel Zeit nehmen alles anzuschauen.

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Weitere Infos

Eintritt: Erwachsene: 7 Euro / Ermäßigt: 6 Euro (inklusive Audioguide)

Öffnungszeiten: April – September: 9:00 – 18:00 Uhr / Oktober – März: 10:00 – 16:00 Uhr

Sonderausstellung: Noch bis zum 17. Februar 2019 ist in der Cadolzburg, das älteste deutsche Kochbuch aus dem Jahre 1350 zu bewundern.

Tipp: Durch ein Kombiticket lässt sich der Besuch der Cadolzburg mit der Kaiserburg Nürnberg verbinden Erwachsene: 12 Euro / Ermäßigt: 10 Euro

Website: Internetpräsenz der Bayerischen Schlösser & Seenverwaltung

Historisches Museum

1486 errichtet diente es als Rathaus und Ort der Gerichtsbarkeit. Heute gibt es als Museum Einblick in die Ortsgeschichte, des hier geborenen Komponisten Georg Pisendel und schließlich des Hauses selbst als Beispiel mittelalterlicher Baukunst.

Eintritt: Erwachsene 3,50 Euro / Ermäßigt 2,50 Euro / bis 6 Jahre freier Eintritt

Öffnungszeiten: Mittwoch – Sonntag: 14:00 Uhr – 17:00 Uhr

Tipp: Auch für Burg- und historisches Museum gibt es ein günstigeres Kombiticket: Erwachsene: 8,50 Euro / Ermäßigt: 6,50 Euro

Website: www.museum-cadolzburg.de

Markgrafenkirche

Steigst du vom Historischen Museum hinab in den ehemaligen Burggraben triffst du auf die Marktgrafenkirche zu Füßen der Burg. 1751 wurde sie auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Sie besitzt eine umlaufende Empore, eine Orgel von 1911 und einer zusammengestellten spätgotischen Kreuzigungsgruppe.

Auch an der Kirche ist der Krieg nicht spurlos vorbeigegangen. Einschläge von Granaten am Seiteneingang der Kirche wurden bewusst belassen, um mahnend an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges zu erinnern.

mittelalterliche Cadolzburg

Das Innere der Markgrafenkirche

Seckendorfer Kapelle

Die Seckendorfer Kapelle liegt etwas außerhalb, ist jedoch ein lohnendes Ausflugsziel, da sich in ihr mittelalterliche Fresken aus 1460 bis heute erhalten haben. Obwohl sie zwischendurch als Scheune und Wohnhaus diente und die Fresken erst 1983 gesichert werden konnten.

Die Kapelle wird nach Vereinbarung geöffnet: Weitere Infos auf der Website der Stadt.

Anfahrt:

Anfahrt mit dem Öffentlichen Verkehr:

Von Nürnberg aus erreicht man Cadolzburg am bequemsten mit der Bahn.

  1. Vom Hauptbahnhof mit der S1 Richtung Bamberg zum Hauptbahnhof Fürth ca. 8 Minuten
  2. Von Fürth Hauptbahnhof mit der Regionalbahn zur Endhaltestelle Cadolzburg ca. 30 Minuten

Parkplätze: in der Nähe der Burg vorhanden.

Website: Internetpräsenz der Gemeinde Cadolzburg

mittelalterliche Cadolzburg

Quellen: Infotafeln der Gemeinde Cadolzburg, Internetseite der Bayerischen Schlösser & Seenverwaltung, Website der Gemeinde Cadolzburg / Stand 03.01.2019

Du liebst alte Burgen und Festungen? Die „mittelalterliche Burg Hohenneuffen“ in der schwäbischen Alb ist besonders im Mai zur Obstblüte sehr schön!

Mein Besuch der Gurdwara Nankana Shaib

Gurdwara Nankana Sahib

Heute gibt es für euch wieder einen Erlebnisbericht aus Pakistan. Diesmal von der Gurdwara Nankana Sahib in der Stadt Nankana zwischen Lahore und Faisalabad. Am 29. November 1469 wurde dort Guru Nanak geboren, der Begründer des Sikhismus, von dem ich euch schon in Amritsar berichtet habe. In seinem Geburtsort wurde ihm zu Ehren eine große Gurdwara errichtet. Ein mit Koranversen bestickter Umhang, ein Geschenk des Kalifen von Bagdad, ist das wichtigste Heiligtum, das in der Gurdwara Nankana Sahib aufbewahrt wird. Da ich noch am Vormittag eine Tour in Lahore hatte kam ich erst Abends im Ort an. Ich dachte es müsste kein Problem sein ein Hotel zu finden, doch was mir dann abenteuerliches wiederfuhr könnt ihr in meinem Bericht lesen. Tipps zum Besuch der Gurdwara Nankana Sahib findet ihr am Ende des Artikels.

Gurdwara Nankana Sahib

Im Regenbogenbus

Der regionale Bahnhof Lahors an der Circular Road ist wirklich riesig und man findet ohne jede Hilfe kaum den richtigen Bus. Lautes Hupen und Brüllen gehört hier zum Ton der guten Busfahrer. Die Geldeintreiber brüllen laut die Ziele der Busfahrten über den Platz, sie prasselten von allen Seiten auf mich ein. Wie stetige Hammerschläge auf meine Ohren!

Wohl nirgends auf der Welt gibt es so schöne Busse. Zwar sind sie voller tiefer Dellen, ohnen Klimaanlage und Fenster und Türen lassen sich nicht mehr schließen oder fehlen gar komplett. Aber dafür sind sie sehr aufwendig und bunt in den schillernsten Farben bemalt und strahlen wie Regenbogen! Manche mit Blumenmuster, andere mit Sprüchen aus dem Koran und wiederum andere mit heidnischen Symbolen, wie Augen, welche auch die alten Phönizier und Römer auf ihre Schiffe aufbrachten.

Als mein „Regenbogenbus“ losfährt fängt es zum ersten und einzigen Mal während meiner 44-Tägigen Pakistanreise zum regnen an. Dieser Sommer ist auch in Pakistan ungewöhnlich heiß und es gab mehrere Hitzetote.

Grünes Land, rauchende Schlote

Wir verlassen die schmutzigen Vororte der Stadt und bald schon wird es grün. Reisfelder soweit mein Auge reicht, Frauen und Männer verrichten die mühevolle Arbeit darauf. In den saftig, grünen Wiesen ist das Zebu-Rind das vorherrschende Nutztier, markant ist ihr großer Höcker.

Sehr ins Auge stechen auch riesige, rauchende Schlote. Sie ragen wie große Ungetüme aus den Feldern der Umgebung. Es sind Ziegelsteinbrennereien. Arbeiter wühlen mit der bloßen Hand in der lehmigen Tonerde und formen darauß viereckige Klumpen. Das ganze wird zunächst in der Sonne getrocknet, ehe sie im Ofen gebrannt werden. Die Arbeit ist unglaublich hart sein und obendrein auch noch schlecht bezahlt.

Wo bin Ich?

Eigentlich weiß ich nicht, wo ich genau aussteigen muss. Also frage einen meiner Mitfahrer.

Kein Problem er kann mich mit seinem Motorrad zur Gurdwara Nankana Sahib bringen. Doch die Wachmänner stoppen mich gleich. Mit Rucksack kann ich nicht da rein, ich solle erst in ein Hotel gehen, das hatte ich mir schon gedacht. Es gäbe nur ein einziges Hotel im Ort, doch das ist teuer.

Eine nette Begegnung

Also versuche ich ein günstigeres zu finden. Ein Polizist deutet in eine Richtung weiter die Straße hinauf, doch da wo es sein sollte finde ich nichts. Ich frage weiter an einem Elektronikshop. Natürlich wollen mich die Leute ersteinmal zum Tee einladen und sich mit mir über andere Dinge unterhalten. Der Verkäufer (ein 30 jähriger Mann mit vollem schwarzen Haar) bittet mich auf der Liege platz zu nehmen, am liebsten würde ich mich hinlegen und einschlafen.

Nach dem Smalltalk versuche ich ihm nochmal zu erklären, dass ich morgen die Gurdwara Nankana Sahib besuchen, ob das Ok wär. Er nickt sein Bruder könnte mich dorthin bringen. Auf die Frage ob es noch ein anderes Hotel gibt! Aber er kennt nur dieses eine in dem ich eben schon war.

Immer wieder lacht er. Ich weiß nicht ob aus Verlegenheit, Freude oder weil er mich nicht verstehlt. Vielleicht lacht er auch über meine Naivität hierherzukommen ohne Hotelbuchung. Er ist zwar sehr nett, aber irgendwie bringt mich das hier auch nicht weiter.

keine Fremden erwünscht

Mittlerweile ist auch schon die Sonne untergegangen und ich bin nicht mehr ganz so entspannt, wie heute Mittag. Hastig verabschiede ich mich. Ich werde wohl in den sauren Apfel beißen müssen und in das teure Hotel gehen. Doch angekommen der nächste Schock! Die Hotelbesitzerin will mir kein Zimmer geben.

„Für Ausländer sei es nicht erlaubt in Nankana im Hotel zu übernachten und darum kann sie mir das Zimmer nicht geben!“

Wieder einmal machen mir die Polizeivorschriften einen Strich druch die Rechnung. „Was soll ich denn jetzt machen, es ist Nacht und bestimmt fährt jetzt auch kein Bus mehr aus Nankana raus!“

„Sie meint ich solle zur Polizei vor der Guadwara gehen!“, die können mir weiterhelfen!“

„Na schön! Zurück zur Polizei die mich schon von weitem weg- und hierhergeschickt hat! Die soll mir jetzt helfen?“

Ich versuche vergeblich der Hotelbesitzerin zu erklären, das ich eben von jenem Ort hierhergeschickt wurde, doch so gut scheint ihr Englisch auch nicht zu sein, dass sie mich versteht.

Nach weiteren erfolglosen Erklärungsversuchen nehme ich schließlich wieder meinen Rucksack, verlasse das Hotel und stehe wieder am Anfang. Vielleicht wissen meine neuen Freunde vom Elektroshop einen Rat, doch gut dass ich zum Tee geblieben bin.

Gurdwara Nankana Sahib

Wieder am Anfang

Der Verkäufer von vorhin ist nicht mehr da, stattdessen ein alter weißhaariger Mann mit langem Bart und Gebetskappe. Neben in ein hagerer Mann in den 40ern.

Also noch einmal von ganz vorn. Ich erkläre was mir wiederfahren ist, zuerst wollen sie mir nicht glauben, aber ich bleibe beharrlich. Ich frage ob ich wenigsten hier schlafen könne.

Nein! Meint der Alte und greift zum Handy. Er verzieht keine Miene, so erkenne ich auch nicht, ob er mich wirklich verstanden hat. Weiß er nun ein anderes Hotel oder ruft er die Polizei und ich bekomme heute eine Einzelzelle? Egal. So müde wie ich bin könnte ich heute überall schlafen.

Dann schnappt sich der Alte ein Motorrad und fährt davon, der hagere Mann deutet ohne ein Lächeln an, dass ich hier warten soll.

Nun kommt der Verkäufer von vorhin zurück, er grinst mich nur schelmisch an! Ich lächle müde zurück. „Hotel! Hotel!“, bejaht er und deutet in die Richtung in die der Alte Mann verschwunden ist.

Hotel! Hotel!

Er kommt nach einer Weile mit einem Beifahrer. Es ist angeblich der jüngere Bruder des verschmitzt lächelnden, obwohl beide gar keine Ähnlichkeit haben, denn er ist viel kleiner und dürrer.

Sie deuten mir mit dem Bruder aufs Motorrad aufzuspringen. Rasch bedanke ich mich, überaus froh, dass sie mein dringliches Problem gelöst haben.

Wir fahren durch die Nacht und irgendwie dauert die Fahrt länger und länger. Wo soll dieses verdammte Hotel sein, irgenwo außerhalb der Stadt? Langsam beschleicht mich doch ein unwohler Gedanke. „Was wenn der mich irgendwo hinbringt! Mich ausraubt und dann kurzen Prozess macht! Allzu vertrauenswürdig sahen, die Leute im Shop ja nicht aus!“

Das Verhör im Hinterhof

Aber wir verlassen die Stadt nicht, stattdessen geht es in einen großen ummauerten, stockdunklen Hof. Fünf Leute sitzten dort im Dunkeln auf großen Liegen.

Ein kleiner dicker, ein weiterer großer mit Schirmmütze, ein dritter mit hervorstehenden Zähnen, der vierte hat starke Ähnlichkeit mit Gianluigi Buffon und ein fünfter gut Aussehender aber sehr ernst blickender Kerl. Alle von ihnen Schnauzbart. Ein Gangzeichen?

Der große mit der Schirmmütze weißt sich als Polizist aus, man entkommt der Pakistanischen Polizei einfach nicht auch wenn man unschuldig ist. Die übrige Fragerei geht wieder los: „Was ich hier will! Woher ich komme! Wo hin ich gehen will“ Der kleine Dicke scheint grundsätzlich sehr misstrauisch zu sein: „Ich kann mir nicht vorstellen, was man hier allein als Ausländer will!“

Aber das habe ich doch schon gesagt. Ich will die Gurdwara besuchen, die zu Ehren des Sikhbegründers hier errichtet wurde. Schließlich wurde er hier geboren und ist eine bedeutende Person der Geschichte und der Ort hier ist zwar klein aber kein Kuhkaff, brodelt es in mir.

„Und in Faisalabad gibt es auch nicht zu sehen! Irgendwie sagt das jeder“

Wo liegt Passu?

Ich treffe dort Freunde, die ich in Passu getroffen habe!“, „Passu, wo ist Passu?!“

Auf maps.me zeige ich den Leuten, die Stadt ganz oben im Norden! „Sie haben mich eingeladen!“ Ich hab das Gefühl, dass ich mich immer weiter in die Scheiße reite und die Herren mir immer weniger von meiner abenteuerlich klingenden Geschichte glauben. Dass man einen soweiten weg alleine ohne Begleiter zurücklegt ist für die mit ihren Familien so stark verbundenen Pakistanern völlig unverständlich.

Nun möchte der Polizist mein Visum sehen. „Ha, abgelaufen!“

„Nein. Noch 70 Tage gültig. Entscheidend ist der Einreisestempel nicht das Ausstellungsdatum!“

Ungläubig schaut er mich an. Schließlich bekommt er einen Anruf und interessiert sich nicht weiter für den Pass, nochmal Glück gehabt.

Der kleine Dicke nutzt die Zeit um übers geschäftliche zu reden. Er ruft astronomische 5000 Rupien für die Nacht auf. „Kannst du das bezahlen?!“ Ein Wucherpreis, aber was bleibt mir jetzt noch anderes übrig? Zum zweiten Mal scheine ich nach Swat in einen zwielichtigen, elitären Mafiakreis geraten zu sein.

Do you speak English?

Der Polizist mit der Schirmmützte kommt zurück. Der gut Aussehende, der bis jetzt noch gar nichts gesagt hat, hat wohl einen Bruder der zufällig Englischlehrer ist und für uns übersetzen soll. Die Geschichte wird immer merkwürdiger, denn wir haben eigentlich kein Verständigungsproblem, zumindest nicht was das Englisch angeht. Er würde schon im Hotel warten. Ok. Auf geht’s! Ne echte Wahl scheine ich ja eh nicht mehr zu haben.

Das Hotel ist diesmal nicht weit weg, es ist ehrer ein Ferienhaus. In einem großen Aufenthaltsraum warten wir auf den Englischlehrer, der doch noch nicht da ist. Schließlich kommt er dann doch noch. Der Englischlehrer setzt sich gleich neben mich und beginnt mir Fragen zu stellen. Sie unterscheiden sich auch nicht von denen der anderen.

Der Polizist mit den hervorstehenden Zähnen notiert alles Gesagte in eine Akte! Der Englischlehrer meint er käme extra von einem 40 km entfernten Dorf hierher um zu helfen. Doch von seinem Benehmen haben ich den Eindruck, dass er das höchste Tier in diesem Stall ist! Auch sind alle anderen ganz merkwürdig schweigsam.

ISI is watching you?

Seine wohlklingende Stimme und seine gewählte Art Fragen zu stellen, lässt mich leicht an die Filmfigur Hans Landa aus Inglorious Bastards erinnern!“ Der unweigerliche Gedanke schießt mir durch den Kopf: „Ist der Typ vielleicht der wahre Polizeichef, oder ist er gar von ISI, dem pakistanischen Geheimdienst höchstpersönlich?!“

Auch ihm berichte ich, dass ich morgen bei Fahrhad eingeladen bin und auch er kennt Passu nicht! Mit Nachdruck möchte er seine Telefonnummer überprüfen. So wähle ich die Nummer!

„Nur keine Sorge! Du hast nichts angestellt, deine Geschichte ist wahr, bis in kleinste Detail! Fahrhad wird mich aus dem Alptraum erlösen!“

Fahrhad geht ran! Yes!

Ich erzähl ihm die ganze Story und frage ihm, ob er einfach nochmal den Lehrer bestätigen kann, wie wir uns kennengelernt haben!“

So gebe ich mein Handy weiter und die beiden reden eine Weile auf Urdu.

Dann bekomme ich das Handy mit einem lächeln des Lehrers zurück. „Alles in Ordnung!“

Huuuhhh! Das wäre überstanden! Ein bisschen mulmig war mir schon.

Gurdwara Nankana Sahib

Loblied auf Pakistan

Ich erzähle dem Lehrer ein bisschen über meine bisherige Reise! Erzähl ihm von der Schönheit Pakistans und den tollen Menschen denen ich begegnet bin und drücke meine Bewunderung über Imran Khan aus, der überall in Pakistan sehr beliebt ist.

Der Lehrer ist sehr begeistert. Selten kommt es vor das sich ein Ausländer lobend über das Land äußert. Außerdem ist er erstaunt wieviel ich über Imran Kahn weiß.

Nun lachen alle und wollen plötzlich alle mit mir Facebook-Freunde werden. Der kleine dürre Bruder des Verkäufers grinst mich schelmisch an, als möchte er sagen: „Ich hab dir doch gesagt dir wird nichts passieren. Wir passen auf dich auf!“ Ihm dürfte wohl nicht entgangen sein, dass mir zwischenzeitlich das Herz ganz schön in die Hose gerutscht ist. Nach einer Weile veraschiedet sich der Englischleher wieder. Der Gutaussehende kann nicht besonders gut deutsch. Der kleine Dicke übersetzt für mich: Du musst hungrig sein, wir laden dich zum Essen ein und du kannst heute hier umsonst übernachten du bist unser Gast!

Meine neuen Facebook Freunde

Auf dem Motorrädern machen wir uns, je mit einem Hintermann auf dem Weg. Essen in einen der Garküchen Chana Masala mit Brot und haben Spass! Obwohl ich schon satt bin bestellt man mir noch eine zweite Portion, ich soll nicht hungrig gehen. Ein Tee am Shop daneben rundet das ganze ab!

„Wir sind eine kleine Stadt!“ , meint der kleine, Dicke, „Wir haben kein großes Nachtleben, das ist unser Nachtleben. Wir trinken einen Tee und tauschen die neuesten Nachrichten aus!“ Er sei ein einfacher Mechaniker, der Gutaussehende ein Goldschmied und eine Art Bürgermeister der Stadt. Ihm gehöre auch das Haus in denene er lokale Politiker empfange und die große Halle in der wir zuvor waren. Dort werden oft Hochzeiten gefeiert!

Ginanluigi Buffon ist einer Fischer und die restlichen zwei Polizisten.

Als wir gehen fragt mich der Polizist mit den hervorstehenden Zähnen nochmals warum ich hier bin! Als hätte er vom ganzen Abend nichts mitbekommen.

Ich antworte ihm und er klappt das Protokoll laut vor meinen Augen zu. Die Akte ist nun wohl endlich geschlossen! Vielleicht wird sie eines Tages noch hervorgeholt, wenn sich die Polizisten an den komischen Typen erinnnern wollen, der alleine durch Pakistan reiste und einst auch ihre Stadt besuchte.

Am Ziel meiner Träume!

Am nächsten Tag bekomme ich von dem Goldschmied ein leckeres Frühstück mit süßem Lassi. Dann fahren wir mit dem Motorrad zur Gurdwara. Meine Kamera muss ich abgeben, aber mit dem Handy darf man Fotos machen, was für mich keinen rechten Sinn ergibt.

Und dann darf ich endlich dieses wichtige Heiligtum, dessen Besuch mich so viele Mühen gekostet hat besuchen. Im Gegensatzt zu Amritsar halten sich dort kaum Leute auf. Es gibt einfach zu wenige Sikhs in Pakistan und diejenigen die in Indien leben dürfen nur zu besonderen Feiertagen kommen. So ist die Gurdwara Nankana Sahib und auch die Herbergen nahezu verlassen. Nur einige neugierige Pakistaner machen Selfies.

Ein großer Wasserbassain dient der rituellen Reinigung. Im Hauptbereich geht es durch einen langen prunkvollen Gang zum Heiligtum. Dort steht eine Touristengruppe denen wir eine Weile zu hören. Mehr gibt es nicht mehr zu sehen. „Any problem any need?“ , fragt mich der Goldschmied. Nein! Alles ist perfekt! Danke für alles und dass du mir diesen wunderschönen Ort gezeigt hast!“

Ich blicke noch eine Weile nachdenklich auf die Gurdwara Nankana Sahib! Was für ein friedlicher Ort! Dann bringt mich der Goldschmied zum Busbahnhof.

Gurdwara Nankana Sahib

Endlich da!

Wie du deinen Besuch in der Gurdwara Nankana Sahib planen solltest!

Lasst euch nach dem Bericht nun bitte nicht von einer Pakistanreise abschrecken! Im nachhinein gesehen, muss ich sagen, dass es etwas naiv zu glauben, in einem so sensiblen Gebiet mit erhöhten Sicherheitsbestimmungen problemlos ein Hotel zu bekommen.

Sozusagen ist der Bericht eine Anleitung, wie du deinen Besuch der Gurdwara Nankana Sahib nicht planen solltest und hier kommt, was wir darauß lernen können 😀 !

Plane deinen Besuch als Tagesausflug von einer anderen Stadt aus!

Lahore ist 70 km entfernt, Faisalabad ca. 40 km in beiden Städten kannst du problemlos übernachten und Busse können dich nach Nankana und wieder zurückbringen!

Bring kein Gepäck und Kameras mit!

Ja leider nervig! Aber so sind leider die Sicherheitsbestimmungen. Also lass dein Gepäck und deine Kamera lieber im Hotel! Zu guter letzt bleibt dir immer noch das Handy. Mit dem ist fotografieren merkwürdigerweise erlaubt!

Allgemeine Besuchsvorschriften der Gurdwara Nankana Sahib

beim Besuch müssen wie gewohnt die Schuhe, Socken ausgezogen und zusätzlich das Haupt bedeckt werden. Kopftücher  dafür befinden sich am Eingang.

Fazit:

Die Gurdwara Nankana Sahib ist ein fantastisch, mystischer Ort mit einer tollen Architektur. Auch wenn sie nicht ganz mit der Atmosphäre Amritsars mithalten  kann, ist sie dennoch für alle Reisenden, die sich für Religionen interessieren, einen Besuch wert!

Gurdwara Nankana Sahib

Backpacking-Highlights 2018

Backpacking-Highlights 2018

Hallo lieber Leser! Wieder ist das Jahr rum und in den Kanälen der Fernsehrlandschaft wird wieder zurückgeblickt. Was haben wir nicht alles erlebt?  Grund genug für mich Resüme auf ein aufregendes Reisejahr und meine Backpacking-Highlights 2018 zu ziehen.

März

Zum einen war, da meine Trip zu Fuß auf dem Limeswanderweg von Idstein nach Aschaffenburg! Mitte März ging es los! Zunächst bei wunderschönen Wetter, dann kam plötzlich der Winter zurück und ich wanderte durch Schnee und Eis.

Pfingsten

Pfingsten besuchte ich die österreichische Stadt Linz und die nahegelegene Landesausstellung in Enns. Die Ausstellung war toll! Linz hatte mir sehr gut gefallen, die Stadt hat einen einzigartigen österreichischen Charme bewahrt. Vor allem auf dem Flohmarkt trifft man noch viele Originale und die Linzer Torte schmeckt nirgends so gut wie in der Konditorei Jindrak!

August & September

Das Größte meiner Backpacking-Highlights 2018 war sicherlich meine 44-tägige Reise durch Pakistan. Zunächst landete ich in Dehli, sah mir das Taj Mahal und den sehr beeindruckenden Goldenen Tempel von Amritsar an. Dann ging es abenteuerlich über die Grenze, wo ich erstmal zu meinen Reisezielen befragt wurde und dies sollte beispielhaft für den Umgang der Polizeibehörden mit fremden Alleinreisenden werden.

Doch der wahre Schatz, die Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Pakistaner, waren diese Mühen auf alle Fälle Wert. Dann die riesigen Berge des Nordens, die mich einfach nur zum Staunen brachten! Unbekanntes, köstliches Essen in den Basaren, beeindruckende Städte und Burgen aus längst vergangenen Zeiten und schließlich durfte ich auch viel über Sufismus, einer in Pakistan beliebten Glaubensphilosophie des Islams lernen!

Schmuckste Stadt

 

Idstein

Anfang März startete ich meine Wanderung auf dem Limesweg von dieser wunderschönen, mittelalterlichen Stadt im Herzen Hessens. Das bunt bemalte Killinghaus aus dem 17. Jahrhundert, ein schiefes Haus und einen mächtigen Hexenturm lassen Idstein wie ein Märchendorf wirken und die Stadt in meiner Backpacking-Highlights 2018 Liste erscheinen!

Im Killinghaus befindet sich ein kleines Museum zur Geschichte der Stadt. Dort kannst du dir auch den Schlüssel holen, der dir die Tür zum Hexenturm öffnet. An dessen Spitze hast du eine einzigartige Aussicht.

Mehr über Idstein und den Limesweg erfährst du hier!

idstein

Beeindruckendste Burg

 

Burg Hohenneuffen

Im Mai wanderte ich zur Obstbaumblüte durch die schwäbische Alb und besuchte unter anderem die Burg Hohenneuffen.

Die Burg,eines meiner Backpacking-Highlights 2018 wurde vermutlich unter den Stauferkönig Konrad gegründet. Später wechselten die Besitzer häufig, zuletzt diente sie als Staatsgefängnis. Einen letzten Höhepunkt erlebte die Burg 1948 bei der Dreiländerkonferenz, aus der das heutige Bundesland Baden-Württemberg hervorging.

Auf der Burg führt Wolfgang Weller im Sommer seine Greifvögel vor. Neben der sehr beeindruckenden Vorführung lernte ich vor Allem etwas über das Verhalten der stolzen Vögel kennen zu denen Falken, Adler und Eulen gehören. Auch die schwäbische Spezialität Saitenwürste mit Alblinsen sind auf der Burg zu finden. Diese konnte ich mir bei einer wunderschönen Aussicht schmecken lassen.

Zur und von der Burg Weg führt der Gustav-Strömfeld-Wanderweg der immer wieder mit tollen Aussichten überrascht und auf dem ich einiges über die seltenen Tier- und Pflanzenarten der schwäbischen Alb erfahren durfte.

Du möchtes mehr über die Burg Hohenneuffen erfahren klicke hier!

Burg Hohenneuffen

aufregendstes Abenteuer

 

Besuch des Nanga-Parbat-Basecamps

Sicherlich das Aufregendste meiner Backpacking-Highlights 2018. Meine Reise durch Pakistan, indem sovieles anders läuft als gewohnt. An der Ranikot Bridge wurde uns am eindrücklichsten bewusst, was die Pakistaner noch für eine befahrbare Straße halten. Auf einem schmalen Weg voller Schlaglöcher auf die man sich meiner Meinung gerade noch mit einem Esel hochwagen könnte, fuhren wir mit klapprigen alten Jeeps entlang einer metertiefen Schlucht.

Vom Ort Jehl wanderte ich dann zu den Fary Meadows. Einem Feriendorf in dem wir unser Zelt aufschlugen.

Am nächsten Tag ging es dann in einer dreistündigen Wanderung vorbei am Ranikot Gletscher auf eine wunderschöne, blühende Wiese mit dem einzigartigen Panorama des 8126 m hohen Nanga Parbats. Von hier aus fanden die ersten Expeditionen auf den Berg statt, doch heutzutage wagt von hier aus niemand mehr den Aufstieg, viel zu lang und schwierig ist die Route.

Mehr darüber hier!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Eindrücklichste Erfahrung

 

Gastfreundschaft der Pakistaner

Keinesfall könnte ich auch nur   ein schlechtes Wort über die Gastfreundschaft der Pakistaner verlieren. Das für mich beeidruckendste meiner Backpacking-Highlights 2018. Mir wurde stets gerne geholfen, falls ich mich verlaufen hatte oder nicht weiterwusste. Die Pakistaner sind sehr begeistert Fremde in ihrem Land zu sehen, das nach Außen doch so einen schlechten Ruf hat. Oft brachten mich die Einheimischen auf ihren Motorrädern gleich zum Ziel. Immer wieder wurde ich auch zum Tee oder Essen eingeladen. Auch Couchsurfen ist in den größeren Städten des Landes gut möglich.

Zu keiner Zeit war ich während meiner ganzen Reise beunruhigt. Dafür sorgten sich die Pakistaner oft mehr um meine Sicherheit als ich selbst.

Du hast Lust auf Pakistan bekommen. Vor Kurzem habe ich einen Travelguide über das Land geschrieben.

Pakistan - travelgouide: Alles was du wissen musst

beste Wanderung

 

Über Hängebrücken bis nach Passu

Ebenfalls unglaublich war meine Wanderung von Husseini nach Passu. In Husseini führt eine meterlange, schwankende Hängebrücke über den Hunzafluss. Auf der gegenüberliegendenseite musste ich über sehr abenteuerliche Treppenstufen aus Steinplatten den Felsen hinaufsteigen.

Meine Backpacking-Highlights 2018 Wanderung ging weiter denn Fluss entlang, immer wieder die schroffen Felsen des Passugebirges im Blick und vorbei an den Hütten der Talbewohner. Dort wurde ich von Hirten sogar zum Tee und einer Brotzeit eingeladen. Sicher führte mich einer von ihnen zur Brücke in Passu, die noch wackeliger als, die Brücke in Husseini aussieht. Danach wanderte ich weiter an der Schlucht am Fluss entlang bis ich schließlich im kleinen Ort Passu landete.

Mehr über Wanderungen im Hunzatal findest du in einem meiner Artikel!

Wanderungen in Hunza

 

Leckerstes Gericht

 

Byriani & Kheer

Eines meiner Backpacking-Highlights 2018, das durch den Magen geht. Byriani ist das Nationalgericht Pakistans. Hauptzutat sind Hühnchenfleisch und Reis, welcher zunächst angebraten und dann zusammen mit dem Hühnchen und verschiedenen Gewürzen weiter gekocht wird. Ich fand es nahezu in jeder kleinen Garküche im ganzen Land, jede hat dabei sein eigenens Rezepts, weshalb ich nie ein Byriani probierte das dem anderen glich. Vor Allem in der Provinz Sindh gibt es ein sehr schmackhaftes Byriani, das mit Kartoffeln zubereitet wird.

Als Nachspeise kann ich euch Kheer empfehlen, einen süßen Reispudding.

Byriani, Kheer und andere Köstlichkeiten findest du auf meiner kulinarischen Entdeckerreise durch Pakistan

Auf meiner kulinaischen Entdeckerreise durch Pakistan

schönstes Heiligtum

 

Goldener Tempel von Amritsar

Das beeidruckendste Heiligtum meiner Backpacking Highlights 2018 war für mich der Goldene Tempel von Amritsar in Indien. Es ist der wichtigste Tempel der Sikhs und steht jedem offen, egal welcher Religion er angehört.

Ganz golden strahlte der Tempel, der sich mitten in einem künstlich angelegten See befindet, in dessen heiligen Wasser die Pilger baden können. Tag und Nacht strömen die Menschen in den Tempel. Eine große Herberge steht Pilgern, wie Touristen offen.

Auch Essen kannst du im Tempel. Eine riesige Garküche versorgt täglich tausende von Pilgern, die sich in einer großen Halle versammeln und gemeinsam miteinander Essen und Trinken. Jeder bekommt soviel, wie er möchte, denn keiner soll hungrig gehen.

Hier gehts zu meinem Erlebnisbericht über Amritsar und den Goldenen Tempel

Amritsar an einer der gefährlichsten Grenzen der Welt

interessantestes Museum

 

Freilichtmuseum Hechingen-Stein

Das Freilichtmuseum Hechingen-Stein ist ein ganz besonderes Museum auf meiner Backpacking-Highlights 2018 Liste. Denn hier gibt es Geschichte zum Erleben und Anfassen. Über ihren Resten wurde ein Teil der römischen Gutsvilla wieder rekonstruiert. So kann man sich sehr gut vorstellen, wie einst die Römer in unseren Breitengraden lebten. Sehr wichtig waren ihnen im kalten Germanien beheizte Bäder, noch heute kannst du zahlreiche Stellen finden, an denen sich ein Ofen, sowie eine antike Fußbodenheizung befand. Auch ein überdachter Innenhof war der Kälte geschuldet.

Etwas ganz besonderes an diesem Fundort war der nur wenige Schritte von der Villa entfernte, angrenzende Tempelbezirk, welcher gerade rekonstruiert wird.

Mehr zum Freilichtmuseum erfährst du hier!

Villa Rusticae in Hechingen-Stein

 

 

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Auf zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen!

Heute nehme ich euch mit auf die Spuren der ersten Nanga-Parbat-Expeditionen!  Der Nanga Parbat ist ein sehr schwierig zu besteigender Berg und schon viele Abenteurer mussten hier ihr Leben lassen. In den 30er Jahren gab es ganze fünf gescheiterte Expeditionen und namenhafte Bergsteigerlegenden, wie Willy Merkel und Alfred Drexel ließen dort ihr Leben.

Danach versuchte man erst wieder 1953 über diese Route aufzusteigen und schließlich gelang es dem Tiroler Hermann Buhl in einem unglaublichen 42-stündigen Alleingang den Gipfel zu erstürmen und wieder lebend zurückzukommen.

Auch wir begaben uns auf ihre Spuren. Die insgesamt 66 verunglückten Bergsteiger und der Name „Killermountain“ waren uns jedoch eine deutliche Warnung und wir blieben lieber im Basecamp der ersten Naga Parbat Expeditionen, welches auf einer wunderschönen blühenden Wiese und vom beachtlichen Raikot-Gletscher und natürlich dem riesigen Bergmassiv selbst umrahmt wird!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

 

Vorweg

Die Tour zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen muss auf drei Tage verteilt werden. Am ersten Tag gelangst du von der Raikot Brücke zu den Fary Meadows. Dort kannst du eine Nacht im Zelt oder in einer Unterkunft dort verbringen. Am nächsten Tag wandert man mit einem Begleitschutz zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen. Falls du früh aufbrichts und gut zu Fuß bist, kannst du noch am selben Tag zurück (8-9 Stunden insgesamt nach Jhel) oder du verbringst noch einen Tag auf den Fary Meadows und kehrst am nächsten Tag zurück.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Weg zum Nanga Parbat Basecamp

Raikot Brücke

An der Raikot Brücke fahren Jeeps einen 1300 m hohen Trek hinauf nach Jhel. Die Jeepfahrer sind leider mafia-ähnlich organisiert und selbst die Polizei scheint mitzumachen. Sie wollten uns partu nicht mit pakistanischen Touristen mitfahren lassen und auch ein Polizist sollte natürlich nur zu unserer Sicherheit mitkommen! Als wir uns dann nach zwei Stunden warten doch entschlossen zu zweit einen Jeep für teure 7500 Rupien für Hin- und Rückfahrt zu mieten, ging es auf einmal ohne Polizisten 🙁 .

Also falls ihr euch nicht über den Tisch ziehen lassen wollt, schaut dass ihr am besten schon in Islamabad oder spätestens in Gilgit eine Vierergruppe an ausländischen Touristen zusammenbekommt. Ihr könntet auch versuchen Einheimische Kleidung zu tragen, pakistanische Touristen vorher abzufangen und diese dann die Verhandlungen übernehmen zu lassen, damit euch keiner als ausländische Touristen erkennt. Der Aufstieg zu Fuß wäre völlig lebensmüde, da es unterwegs keine Trinkwasserquelle gibt und die Sonne in der baumlosen Felsgegend mit weit über 30 Grad auf eure Köpfe knallen wird!

Bevor man aufbricht muss man sich natürlich wieder einmal registrieren lassen!

Die verrückteste Straße die ich je gesehen habe!

Die Auffahrt mit dem Jeep ist meiner Meinung nach nicht weniger lebensmüde! Die Piste ist nicht befestigt und nur so übersät mit Schlaglöchern. Ich wunderte mich, wie die robusten Jeeps es überhaupt auf diesen schmalen Fahrstreifen vorwärts kommen ohne ein Rad zu verlieren!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Unbefahrbar? Nicht für Pakistaner!

Aber dass die Pakistaner erfinderisch sind und auf die verrücktesten Ideen kommen, waren wir ja bereits gewohnt. Brenzlig wurde es nur immer, wenn uns ein anderer Jeep entgegenkam. Dann musste unsere Fahrer so nah an den Abgrund fahren, dass ich schon glaubte mein letztes Stündchen hätte geschlagen.

Das mag sich jetzt zwar für dich nach einer ziemlichen Horrorfahrt anhören, aber wir hatten einen richtig guten Chauffeur, der keinesfalls waghalsig fuhr und bei dem wir uns sicher fühlten. Ein kleinwenig Nervenkitzel gehört schließlich auch dazu und die Aussicht war, das muss ich zugeben mehr als atemberaubend!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Nur nicht runtergucken 😀

Jehl

Nach 2 Stunden Fahrt in Jehl angekommen gibt es wieder eine kleine Polzeistation. Es ist eine Holzhütte. Wieder lässt man sich registieren und wir bekamen einen Polizeimann abgestellt der uns auf der weiteren Wanderung schützen soll. Diese kommen manchmal mehr, manchmal weniger ihrer Aufgabe nach. So laufen sie manchmal einfach weiter oder bleiben zurück. Der Weg ist ziemlich populär auch bei den Touristen, die vornehmlich aus der Region Punjab kommen. So wurden wir auch hier wieder unzählige Male zum  Tee eingeladen und es wurden Selfies gemacht.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Weg nach Jhel

Die Märchenwiese

Nach 2-3 Stunden Fußmarsch erreicht man die Märchenwiese (Fary Meadows). Sie ist eigentlich nichts besonnderes ein Feld grüner Wiese ähnlich einem Golfrasen. Nach dem anstrengenden Aufstieg (bedenken wir, dass es damals noch keine Jeeps gab!) war sie für den Leiter der ersten Nanga-Parbat-Expeditionen Willy Merkel so erstaunlich, dass er ihr kurzerhand diesen Namen gab. Auch ist es hier auf fast 4000 Metern schon wesentlich kühler als unten.

Oben angekommen wurden wir schließlich zu dritten Mal registriert.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Fary Meadows Campingplatz

Übernachtung und leibliches Wohl

Auf den Fary Meadows gibt es viele verschiedene Campingplätze und Hotels. Ein wahres Dorf hat sich dort oben entwickelt und obwohl die Saison schon fast zuende war, tummelten sich noch sehr viele Pakistaner aus den Punjab dort oben. So wurden wir auch hier wieder zum Tee eingeladen und spielten eine Variante des pakistanischen „Mensch ärgere dich nicht“, das mit zwei Würfeln gespielt wird.

Zum Essen gibt es lediglich einfache Gerichte wie Daal und Brata (ein sehr öliges Fladenbrot). Auch Biryani, falls man Glück hat. Zu einem sehr teuren Preis (5oo Rupien) denn alles muss mit Esel hochtransportiert werden.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Aufbruch zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Am nächsten Tag brachen wir früh um 8:00 Uhr zum Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditonen auf. Ein Polizist begleitete uns, welcher sich als nützlicher Führer erwies.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Auf gehts zum Basecamp

Zunächst ging die Wanderung durch Kiefernwälder einen Bach entlang bis wir in ein weiteres Dorf angelangten. Unser Wachmann machte uns darauf aufmerksam, dass wir hier keine Frauen fotografieren dürfen. An einer kleine Hütte tranken wir zur Stärkung einen Tee, mit Blick auf den Naga Parbat. Der Mann dort erzählte uns viele schaurige Geschichten von kürzlich verunglückten Bergsteigern, die es mit dem Berg aufnehmen wollten. Aufgrund der vielen Toten bekam er auch den Namen „Killermountain“. Erst kürzlich ließ ein Pole dort oben sein leben, kurz bevor er starb konnte er einen Notruf absetzten, sodass seine französische Begleiterin gerettet werden konnte.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Blick auf den Nanga Parbat

 

Nanga Parbat View Point

Weiter geht es an einem Weg an großen Felsbrocken vorbei. Als nächstes gelangen wir zum Nanga Parbat View Point, dort hatten wir eine grandiose Aussicht auf den Berg, sowie den riesigen Raikot-Gletscher. Für die meisten Touristen aus den Punjab ist hier Schluss, meinte unser Wachmann, ihre Kondition reiche einfach nicht. Sie müssten alle halbe Stunde Pause machen. Mit Deutschen schaffe er den Weg in 3 Stunden, Punjabis würden 5 Stunden brauchen.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

vorbei geht es an großen Felsbrocken

Die wahre Märchenwiese

An einen schmalen Grad ginge es nun immer den steilen Hang am sehr beeindruckenden Ranikot-Gletscher entlang.

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Nur ein schmaler Pfad führt entlang des Raikot Gletschers

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Der gewaltige Raikot Gletscher

Schließlich gelangten wir auf eine viel traumhaftere Wiese, als unten im Fary-Meadow-Camp. Anders als unten scheint diese Gegend noch nicht vom Tourismus zerstört nur blühende Sträucher, saftige Wiesen, glückliche Kühe und vor Allem dieses unglaubliche Bergpanorama. Der Faulheit der Punjabis sei dank!

„Hier gebe es mal keinen Müll!“ , sage ich den Polizisten. Immer noch die riesigen Müllberge an der Ranikot Brücke in Erinnerung.

„Ja er merke auch, dass die Europäer mit denen er hierherkommt immer ihren Müll wieder mitnähmen! Das finde er auch wichtig!

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Die wahre Märchenwiese

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Eine letzte Anstrengung dann ist es geschafft!

Noch sind wir nicht am Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen angekommen. Ein großer, steiler Hügel der auch mich fast meine letzten Kräfte gekostet hätte, musste noch überwunden werden und schließlich standen wir mitten im Basecamp der ersten Nangar Parbat Expeditionen unter Willy Merkel. Nur kein Campingzelt ist weit und breit zu sehen, denn bestiegen wird der Berg über diese Route schon lange nicht mehr. Sie ist viel zu lang und kraftraubend!

Zu Ehren der verunglückten Bergsteiger befindet sich in der Nähe des Basecamps mehrere Gedenktafeln. Darunter Alfred Drexel der bei der Nanga-Parbat-Expedition 1934 ums Leben kam und Karl Unterkircher, der als letztes versuchte den Berg über diese Route zu besteigen. Erfolglos, er starb am 15.07.2008. Nur Willy Merkel suchte ich vergebens. Was wohl diese Menschen gedacht haben, als sie hierher kamen? Was waren ihre Wünsche und Träume? Und was bewegte sie wohl zu so einer gefährlichen Expedition in eisiger Kälte? Was waren ihre letzten Gedanken?

Wir genießen noch eine ganze Weile die atemberaubende Aussicht auf den Berg und die wunderschöne Stille. So muss müsste eigentlich das Paradies aussehen, geht es mir durch den Kopf…

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Wo sich einst das Basecamp befand findet man heute nur noch Ziegen

Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen

Wissenswertes

Jeepfahrt: Ab Ranikot-Brücke du solltest früh morgens von Gilgit anreisen, Rückfahrt erfolgt theoretisch mit demselben Jeep, man gibt dem Fahrer einen Zettel auf dem man schreibt wann man abgeholt werden möchte (bei der Hinfahrt sind 5000 Rupien zu zahlen und 2500 bei der Rückfahrt)

Dauer: Fahrt nach Jhel 2 Stunden / Nach Fary Meadows 2 – 3 Stunden Fußmarsch

Fary-Meadow-Campingside: für diejenigen die ein Zelt haben kostet der Stellplatzt 300 Rupien. Nachts wird es kalt, man kann sich auch Schlafsäcke ausleihen (besser selber mitbringen)

Sicherheit: zur Sicherheit sollte das Camp Nachts und alleine nicht verlassen werden.

Nanga-Parbat-Basecamp: Die Wanderung zu Basecamp der ersten Nanga Parbat Expeditionen dauert Hin und zurück 6 Stunden. Im Dorf zwischen Basecamp und Fary Meadows kann man Tee trinken und Essen (Daal und Brata, ein fritiertes Brot) zu sich nehmen.

Du möchtest gerne noch mehr über das Wandern in Pakistan erfahren. „3 Abenteuerliche Wanderungen im Hunzatal“ habe ich in diesem Artikel für dich beschrieben.